Historisches Wasserhäuschen für Museumshof

Alsfeld (pm). Das historische Wasserhäuschen vom Casinoplatz wird restauriert und im Hof den Regionalmuseums aufgestellt. Es erinnert daran, dass sauberes Trinkwasser in Deutschland keine lange Tradition hat.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte das Trinken von unreinem Leitungswasser die Gesundheit gefährden. Deshalb entstanden in vielen Städten Trinkhallen oder Wasserhäuschen, an denen gesundheitlich unbedenkliches Wasser aus Flaschen angeboten wurde. Dort gab es Mineralwasser; zunächst in Gläsern, später auch in wiederverschließbaren Flaschen. Die Wasserhäuschen sollten auch den Genuss von alkoholischen Getränken eindämmen, so auch in Alsfeld.

An der Straßengabelung von Alicestraße und Georg-Martin-Kober-Straße stellte David Levi vor mehr als 90 Jahren ein "Wasserhäuschen" auf. David Levi war Wasserhändler und dürfte das Häuschen um 1916 gebaut haben. Das Alsfelder "Wasserhäuschen" musste dem Ausbau der Straßen und den Neubauten in diesem Bereich weichen. Es wurde versetzt und diente über Jahrzehnte hinweg als Gartenhäuschen auf einem städtischen Grundstück.

Der Geschichts- und Museumsverein Alsfeld sieht das "Wasserhäuschen" als Teil der Wirtschaftsgeschichte der Stadt und als wichtiges Kulturgut, das erhalten werden muss. Der Magistrat hatte keine Bedenken, wenn der Verein das "Wasserhäuschen" in den Bestand des Museums übernimmt. Er begrüßt diese Initiative mit großem Wohlwollen und dankt dem Vorstand, dass er das einmalige Kulturgut erhält.

Mitarbeiter der "Neuen Arbeit Vogelsberg" haben das Wasserhäuschen abgebaut und werden es in der Werkstatt sachgerecht sanieren. Danach soll es im Museumshof aufgebaut und der Alsfelder Bevölkerung vorgestellt werden. Der gesamte Ablauf der Maßnahme wird vom Geschichts- und Museumsverein dokumentiert.

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