»Herausforderung Schulleitung« erfordert eigenen Stil

Alsfeld (ml). »Menschen stärken und Sachen klären«. Das seien die Aufgaben eines Schulleiters, meinte Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth im Rahmen der Ernennung von Helga Stock zur neuen Schulleiterin der Geschwister-Scholl-Schule.

Alsfeld (ml). »Menschen stärken und Sachen klären«. Das seien die Aufgaben eines Schulleiters, meinte Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth im Rahmen der Ernennung von Helga Stock zur neuen Schulleiterin der Geschwister-Scholl-Schule. Nach dem Ausscheiden Herbert Wellers hatte Stock die Schulleitung kommissarisch übernommen und wird ab 1. April nun auch offiziell die Position bekleiden. In einer Feierstunde, die musikalisch durch das Blasorchester der GSSA eröffnet wurde, begrüßte Konrektor Ulf-Dieter Fink die Gäste. In seiner Rede betonte er besonders die Herausforderungen, die sowohl an die Schule als auch die Schulleitung gestellt seien.

Der Blick zurück bringe Schule nicht voran. Damit werde man dem nicht gerecht, was junge Menschen und Gesellschaft von Schule erwarten, so Fink. Man solle die Arbeit in der Schule auf die Verantwortung fokussieren, die man für die Zukunft der jungen Menschen trage. Dies stelle hohe Anforderungen an Unterricht und Erziehung und es gelte, »innovativen Ideen die Schultür zu öffnen«. In Sachen Bildung habe ein Umdenken eingesetzt, das die neue Schulleiterin fordere. Unterrichten bedeute nicht mehr Vermittlung von Fakten, sondern ziele auf den Erwerb von Kompetenzen.

Dies führe zu einem veränderten Rollenverständnis des Lehrers, der die Unterstützung der Schulleitung benötige. Auch Heckeroth betonte die verantwortungsvollen Aufgaben eines Schulleiters. In der Zeit als kommissarische Schulleiterin habe Stock gezeigt, dass sie Menschen stärken und Dinge klären könne. Die »Herausforderung Schulleitung« erfordere auch gestalterisches Geschick, Kreativität und Einfühlungsvermögen. Dies sei ein Amt, das mit Sicherheit nicht vergnügungssteuerpflichtig sei, so Heckeroth, der Stock die Ernennungsurkunde überreichte. Die neue Schulleiterin sei eine kritische aber faire und verständnisvolle Partnerin, so Kreisschuldezernent Hanns-Michael Diening. Schule sei ein wesentlicher Bereich der Politik im Vogelsberg. Schulen tragen dazu bei, die Region zu stärken. Erster Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer zeigte sich erfreut, dass die Stelle nach relativ kurzer Zeit wieder besetzt sei. Es seien große Erwartungen an die Schulleitung geknüpft, so Pfeiffer. Man könne jedoch nie zur Zufriedenheit aller beitragen. Wichtig sei es, einen eigenen Stil zu finden. Von einem »frischen Wind, der durch die Räume weht« sprach Hans Jürgen Fey, Personalratsvorsitzender der GSSA. Als letzter Redner reihte sich auch Karl-Heinz Klemer vom Schulelternbeirat in den Reigen der Gratulanten ein.

Dass sie die »Last der Aufgabe« spüre, aber »dennoch erstmal cool bleibt«, sagte Helga Stock. In ihrer Rede warf sie einen Blick auf die vielen Aufgabenfelder, die auf sie warten. Alleine könne man die jedoch nicht bewältigen. Daher benötige man ein Schulleitungsteam und die Hilfe des Lehrerkollegiums. Schulen sollen sich autonom entwickeln, allerdings lasse das Schulsystem nicht viel Spielraum. Man sei als Schulleiterin mit teils unvereinbaren Widersprüchen konfrontiert. Flexibilität und Sensibilität, aber auch Neugier und Offenheit sowie Kreativität und Gelassenheit seien Eigenschaften, so Stock. Mit einem Imbiss ließ man die Feierstunde ausklingen. Helga Stock studierte von 1972 bis 1975 Mathematik und Geografie in Gießen, erhielt einen Lehrauftrag in Grebenau und absolvierte ihr Referendariat an der Eichbergschule Lauterbach. Über Gemünden und die Stadtschule kam sie 1989 an die GSSA, wo sie seit 2004 Konrektorin war und 2011 die kommissarische Schulleitung übernahm.

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