Gericht gibt Stadt Alsfeld Recht: Gemälde zurückgeben

Alsfeld/Marburg (jol).Die Stadt Alsfeld hat einen Etappensieg beim Gerichtsstreit um teure Gemälde für das Museum errungen: Das Landgericht Marburg entschied auf Rückerstattung der Kaufsumme durch den Kunsthändler.

Alsfeld/Marburg (jol). Das Landgericht Marburg gab der Stadt Alsfeld Recht: Die 169000 Euro teuren Gemälde aus der Ära Diestelmann sollen an Kunsthändler W. zurück gegeben werden, der erstattet Zug um Zug den Kaufpreis zurück. Einen Pferdefuß hat der Deal, weil W. seinen finanziellen Schaden geltend machen kann, wenn er die Gemälde und eine Kanne nicht zur Einkaufspreis verkaufen kann. Der Kaufvertrag ist nicht nach Kommunalrecht zustande gekommen, so die Richterin. Am gestrigen Freitag ist das Urteil verkündet worden, wie Vizepräsident Wolf Winter mitteilte. Binnen vier Wochen ist Berufung möglich. Er verwies darauf, dass der mögliche Schaden für den Schwalmstädter Kunsthändler noch nicht beziffert werden kann. Da er aber auf einen gültigen Vertrag mit der Stadt vertrauen konnte, bestehe ein Anspruch auf Ausgleich eventueller Verluste.

Dennoch ist Bürgermeister Ralf Becker mit dem Ergebnis zufrieden, zumal sich diese Lösung bereits im jüngsten Verhandlungstermin abgezeichnet hat. Wichtig war, dass gerichtlich festgestellt wurde, dass der Kaufvertrag ungültig war und dass die Kaufsumme erst einmal zurück erstattet wird.

Zur Erinnerung: Der einstige Bürgermeister Diestelmann hatte den Kauf von mehreren Gemälden, darunter besonders teuren Bildern des Künstlers Hasselhorst, sowie einer Kanne für das Regionalmuseum aus dem Nachlass einer Alsfelderin veranlasst. Die dafür benötigte Unterschrift eines zweiten Mitglieds des Magistrats der Stadt fehlte.

Bürgermeister Becker geht davon aus, dass der Kunsthändler das Urteil anfechten wird. Dann müsste allerdings geklärt werden, wie der hohe Preis der Gemälde zustande gekommen ist. Üblicherweise würden Hasselhorst-Gemälde für Beträge unter 10000 Euro verkauft, nicht für bis zu 69000 Euro.

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