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Gegen »Krieg der Worte« eintreten

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Von: Joachim Legatis

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Die Alsfelder Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht 1938 gestalteten Musikerinnen der Musikschule und Jugendliche der Geschwister-Scholl-Schule mit. In der Mitte ist ein Bild der abgerissenen Synagoge aufgestellt. © Joachim Legatis

Alsfeld (jol). Als Selma Rothschild im Herbst 1942 den Brief der Behörden erhielt, wurde ihr klar, dass sie eine Woche später in den Tod deportiert wird. Daran erinnerte eine Schülerin der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) bei der Gedenkveranstaltung für die Pogromnacht am 9. November 1938. Am Platz der ehemaligen Synagoge in Alsfeld kamen gut 80 Menschen zusammen, darunter Vereinsvertreter und Kommunalpolitiker.

Die Schülergruppe der GSS erinnerte an die Pogrome vor Jahrhunderten in Worms, die Deportation im 3. Reich und den Anschlag auf die Synagoge in Halle. Auch Pfarrer Peter Remy schlug den Bogen vom Erinnern zur aktuellen Lage. Alle müssten gegen den »Krieg der Worte eintreten«, der die Grundlage für Gewalt lege. Bürgermeister Stephan Paule wandte sich gegen das Pöbeln, das heutzutage wieder zur Basis von Gewalttaten werden kann. Es gehe um den Schutz der Würde jedes Einzelnen. Jugendliche verlasen anschließend die Namen der jüdischen Alsfelder, die im NS-Regime ermordet wurden.

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