Mit Fußball und Harmonien Welt der Zahlen erklärt

Alsfeld (jol). Lust an Zahlen will er vermitteln - und das schafft Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher auch. Der Gründer des Mathematikum Gießen zog am Montag in Alsfeld über 220 Schüler in den Bann der Zahlen, erläuterte, was Sechs- und Fünfecke mit einem Fußball zu tun haben (sie bilden zusammengenäht einen Ball) und erinnerte an Eratosthenes, der im Jahre 224 vor Christus aus dem Winkel der Sonneneinstrahlung ziemlich genau den Umfang der Erde berechnete.

Alsfeld (jol). Lust an Zahlen will er vermitteln - und das schafft Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher auch. Der Gründer des Mathematikum Gießen zog am Montag in Alsfeld über 220 Schüler in den Bann der Zahlen, erläuterte, was Sechs- und Fünfecke mit einem Fußball zu tun haben (sie bilden zusammengenäht einen Ball) und erinnerte an Eratosthenes, der im Jahre 224 vor Christus aus dem Winkel der Sonneneinstrahlung ziemlich genau den Umfang der Erde berechnete. Er erläuterte an der Massenvermehrung der Wasserhyazinten im afrikanischen Victoriasee das exponentielle Wachstum: "Wenn der See zur Hälfte mit Wasserhyazinthen zugewuchert ist, dauert es nur 14 Tage, bis er ganz zugewachsen ist".

Mit anschauliche Beispielen undkleinen Experimenten machte Beutelspacher klar, wozu Mathematik dient, nämlich zum Erfassen unserer Umwelt mit genauen Zahlenangaben. Und das gelang ihm ausgezeichnet, über eine Stunde lange folgten ihm die Schülerinnen und Schüler in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule gebannt, die niedrige Geräuschkulisse zeigte, dass die Elftklässler von ASS undMax-Eyth-Schule durchaus angetan waren von der "anderen" Unterrichtsstunde. Das hatte die "Arbeitsgemeinschaft Kreisjugendbücherei" auch erhofft, als sie den gefragten Gastredner aus Gießen nach Alsfeld einlud.

Hans-Heinrich März sagte, dass der Vortrag Beutelspachers auch ein Angebot zum laufenden Jahr der Mathematik ist. Zudem müsse jeder Abiturient bis zum Abschlusszeugnis dieses Fach belegen, da sei ein unverkrampfter Umgang vielleicht hilfreich.

Und den ermöglichte Beutelspacher, indem er zum Beispiel an die ersten Mathematiker erinnerte. So an Thales, der die Mathematik "erfunden" hat, indem er den Lauf der Gestirne berechnete. So konnte er für den 25. Mai 585 v. C. eine Sonnenfinsternis vorhersagen, die für Konfusion bei einem Krieg sorgte. Systematisch befassten sich später Pythagoras und seine Schüler mit der Mathematik, indem sie auf einem einsaitigen Instrument, dem Monocord, den Zusammenhang der Länge einer Saite mit dem Ton aufzeigten. Harmonisch waren die Klangfolgen, wenn die Saitenlänge in einem einfachen Verhältnis wie 3/4 zu 1/4 der Gesamtlänge standen. Ihre Folgerung: "Alles ist Zahl". Ihr Erkennungszeichen war das Fünfeck, dessen Diagonallinien einen fünfzackigen Stern bilden - der dann wieder auf den Flaggen der EU und der USA zu finden ist. Ein Fußball besteht übrigens aus 20 Sechsecken und zwölf Fünfecken, diese regelmäßigen Formen bilden eine perfekte Kugel.

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