"Eine Milliarde Euro wird eingespart"

  • vonRedaktion
    schließen

Vogelsbergkreis(pm). Gegner des Autobahnbaues haben dieser Tage noch einmal Pläne für Alternativen vorgelegt. Dr. Wolfgang Dennhöfer (BUND Vogelsbergkreis), Reiner Nau und Reinhard Forst (Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtals) standen in Zusammenhang mit der Planung der A 49 ferner für Rückfragen zu den Themen Wasser, Petition und sogenannte zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses" zur Verfügung. Die verantwortlichen politischen Akteure wurden eindringlich darauf hingewiesen, "endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass der Nachweis zwingender Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses, der Voraussetzung für den Eingriff in das Flora-Fauna-Habitat Herrenwald bei Stadtallendorf war, nicht erfolgt ist". Das Bundesverwaltungsgericht habe sich auf die Stellungnahme der Europäischen Kommission berufen. Die Europäische Kommission weise die Verantwortung den deutschen Gerichten zu. Die im März beim Landtag eingereichte Petition dringe darauf, eine Klärung herbeizuführen.

Es gehe nicht an, die Einhaltung eines der Demokratie würdigen rechtskonformen Verhaltens nur von anderen zu fordern, sich selbst aber nicht daran zu halten. Es sei eine Pflicht aller, die Grundregeln der Demokratie zu respektieren. "Keiner der von der EU-Kommission genannten und geradezu abstrus falschen sogenannten zwingenden Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses wird von irgendjemandem noch als zutreffend verteidigt".

Vorteile des Alternativkonzepts

Damit sei der Schutz der Grund- und Trinkwasservorkommen im Bereich Herrenwald und Dannenröder Forst nicht nur ein Gebot der Vernunft, sondern entspreche auch dem ursprünglichen Verbot, in den Herrenwald einzugreifen. Wolfgang Dennhöfer erklärte auf Rückfrage, er gebe nie die Hoffnung auf, "dass sich vernunftbezogenen Erkenntnis doch noch durchsetzt". Reiner Nau wies darauf hin, dass die Einleitung vorgeklärter gesammelter Autobahnabwasser in die "Klein" innerhalb der Wasserschutzzone 2 immer noch vorgesehen sei, obwohl das rechtlich untersagt sei.

Reinhard Forst benannte stichwortartig die Vorteile des Alternativkonzepts: zweispurige Straße auf der Autobahntrasse an Wiera und Neustadt vorbei und Neubau einer 1,5 Kilometer langen Spange zur B 454 zwischen Neustadt und Stadtallendorf, Die A 49 werde nicht zur neuen Fernverkehrsroute. Die massive innerörtliche Verkehrszunahme in Treysa und Homberg/Ohm erfolge dann nicht. Stadtallendorf behalte seinen Erholungsraum, die östlichen Stadtteile würden nicht von der Autobahn belastet.

Die Orte an der B 3, Wiera und Neustadt, würden optimal entlastet. Stadtallendorf erhalte eine ortsdurchgangsfreie Trasse Richtung Kassel. "Die verheerenden Eingriffe in Herrenwald, Dannenröder und Maulbacher Forst erfolgen nicht. Etwa eine Milliarde Euro werden eingespart".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare