"Eine kleine Unterstützung mit großer Wirkung"

Alsfeld (ml). Als eine "wichtige Ergänzung zum bestehenden sozialen Netz in Alsfeld" bezeichnete Bürgermeister Ralf A. Becker das neue Projekt der Initiative "Pflegebegleitung Standort Alsfeld". Am Samstag stellten die Initiatoren Gerlinde Grebe sowie Peter und Kathi Rahm das Projekt im Kultursaal des Rambachhauses vor.

Alsfeld (ml). Als eine "wichtige Ergänzung zum bestehenden sozialen Netz in Alsfeld" bezeichnete Bürgermeister Ralf A. Becker das neue Projekt der Initiative "Pflegebegleitung Standort Alsfeld". Am Samstag stellten die Initiatoren Gerlinde Grebe sowie Peter und Kathi Rahm das Projekt im Kultursaal des Rambachhauses vor. Unterstützt wurden sie dabei von Stephan Hanisch, Vorsitzender des Freiwilligenzentrums Alsfeld, das als Träger des Projekts fungiert. Darüber hinaus stand für die Fragen der zahlreichen Interessierten auch eine erfahrene Pflegebegleiterin zur Verfügung. Diplomsoziologin Marlies Ritter ist Leiterin des Standorts Frankfurt und Koordinatorin der Pflegebegleitung in Hessen.

Eingangs begrüßte zunächst Isabel Domicke, Pflegedienstleiterin des Rambachhauses die Gäste. Pflegende Angehörige seien enormen Belastungen ausgesetzt. Diesen Menschen zu helfen sei "ein wunderbarer Gedanke", so Domicke. Daher sei es wichtig, dieses Projekt zu unterstützen. Auch Becker dankte den Initiatoren, die "die gelegenheit beim Schopf gepackt haben". Angesichts der demografischen Entwicklung werde es zukünftig mehr Pflegebedürftige geben. Diese zu Hause zu pflegen sei das Optimum, da die menschliche Wärme in der Familie am Stärksten sei.

Die Pflegenden brauchen dabei Unterstützung. Pflegebegleiter können enorme Hilfe leisten. Wünschenswert sei es, dass Alsfeld eine Vorreiterrrolle übernehme und andere Kommunen folgen.

Anschließend erläuterte Peter Rahm einiges zu dem Projekt. Man habe sich bei einer Veranstaltung in Frankfurt über das Thema informiert und sich bei hessischen Sozialministerium beworben. Alsfeld wurde dann als einer von zehn Standorten in Hessen ausgewählt. Man wolle mit diesem Projekt nicht nur in Alsfeld wirken, sondern auch mit Organisationen und Initiativen im gesamten Vogelsberg kooperieren. Die Pflege habe leider immer noch eine Position am Rande der Gesellschaft. Man müsse das Bewusstsein dafür stärken, dass Pflege eine große gesellschaftliche Aufgabe sei. Wichtig bei dem Projekt sei, dass die ehrenamtlichen Pflegebegleiter nicht die Pflege übernehmen, sie kümmern sich ausschließlich um die pflegenden Angehörigen. "Pflegebegleiter sind keine Pflegehelfer", so Rahm.

Sie seien für die Angehörigen "eine kleine Unterstützung mit großer Wirkung". Sie hören zu, stärken, spenden Trost und informieren die Pflegenden über Angebote, stellen Verbindungen zu professionellen Pflegediensten, Behörden oder Beratungsstellen her. In einem Kurs von 60 Seminarstunden könne man sich zum Pflegebegleiter ausbilden lassen. Derzeit absolvieren die drei Initiatoren des Projekts einen solchen Kurs und übernehmen dann die Ausbildung im Kreis. Danach konnten die Interessierten Fragen stellen, die sich meist um die praktische Erfahrung drehten. Ritter erklärte, dass man viel Geduld brauche. Es dauert seine Zeit, bis pflegende Angehörige einsehen, dass sie Hilfe brauchen. Das Wichtigste sei daher, präsent zu sein und viel Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Selbsthilfegruppen oder Kirchengemeinden seien dabei gute Multiplikatoren.

Pflegebegleiter seien keine Konkurrenz zu ambulanten Pflegediensten, betonte Ritter. Man wolle vielmehr mit ihnen zusammenarbeiten. Gleiches gelte auch für Beratungsstellen. Pflegebegleiter seien ausschließlich für die Angehörigen da. Einen Tipp zur Finanzierung hatte Ritter am Ende auch noch.

Man könne Unternehmen als Sponsoren gewinnen, deren Logo dann auf Flyern und Infomaterial abgedruckt wird. So habe man es auch in Frankfurt gemacht. Rahm richtete auch einen Appell an die Gäste, als Multiplikatoren tätig zu werden. Man solle die Idee weitertragen. Bei Fragen zu dem Projekt können sich Interessierte an pflegebegleitung-alsfeld@email.de wenden. Man hoffe, dass sich viele Freiwillige zum Pflegebegleiter ausbilden lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare