Dringend gesucht: Günstige Gemeinschaftshäuser

Alsfeld (jol). Dorfgemeinschaftshäuser sind in vielen kleinen Orten Zentren des Vereinslebens und der Platz, wo der Ort zum Feiern zusammen kommt- kurz: dort spiegelt sich in gut Teil des Dorflebens ab. Doch die Gemeinschaftshäuser kosten Geld.

Alsfeld (jol). Dorfgemeinschaftshäuser sind in vielen kleinen Orten Zentren des Vereinslebens und der Platz, wo der Ort zum Feiern zusammen kommt- kurz: dort spiegelt sich in gut Teil des Dorflebens ab. Doch die Gemeinschaftshäuser kosten Geld. Deshalb beschloss der Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung, mit den Ortsbeiräten Lösungen für jedes der 13 Gemeinschaftshäuser zu suchen. Der Ausschuss lehnte es ab, einer von der Verwaltung vorbereiteten Liste zuzustimmen, wonach die DGHs Billertshausen und Lingelbach kurzfristig und sechs weitere mittelfristig geschlossen werden. Dem muss die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung am heutigen Donnerstag zustimmen.

Angestrebt wird aber, den Kostendeckungsgrad der Häuser im Allgemeinen auf 35 Prozent anzuheben. Damit kommt Bewegung in eine Diskussion, die bereits vor gut zwei Jahren schon einmal geführt wurde, immerhin kosten die DGHs die hoch verschuldete Stadt 185000 Euro pro Jahr, wie die Vorlage der Verwaltung ausweist. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses unter Leitung von Jürgen-Udo Pfeiffer (SPD) kamen aber vor allem die sehr unterschiedlichen Interessenlagen zur Sprache. So hat eine Umfrage der Stadtverwaltung ergeben, dass die Dorfgemeinschaften (Ortsbeirat und Vereine) Wert auf den Erhalt der DGHs legen.

Sie sind auch bereit, zum Erhalt der Einrichtungen beizutragen, so Bürgermeister Ralf Becker weiter, aber sie wollen das Kostenrisiko mit Übernahme eines solchen Hauses nicht tragen. Immerhin wurde in Heidelbach eine Vereinbarung geschlossen, wonach die Nutzer stärker zu den Kosten beitragen.

Allerdings "reden wir hier von politischem Kleingeld", so Becker, weil der größte Teil der 185000 Euro an Gesamtkosten von den DGHs gebraucht wird, die auch nach Ansicht der Stadtverwaltung langfristig erhalten bleiben sollen. Dazu gehören die DGHs Reibertenrod, Altenburg, Leusel Hattendorf, Elbenrod. Für sechs Häuser will die Stadt nur den mittelfristigen Erhalt sichern, und keine großen Reparaturen mehr leisten. Jedoch müsse man sich stets die einzelnen Häuser anschauen, so ist der Boden im DGH Leusel offenkundig sehr pflegeintensiv, sodass dort dreimal höhere Reinigungskosten auflaufen als in anderen Häusern.

Burkhard Weck (CDU) fragte nach der Einbindung der Ortsbeiräte, worauf Becker daran erinnerte, das die Ortsvorsteher gebeten worden waren, über eine höhere Beteiligung aus dem Ort nachzudenken. Swen Bastian (SPD) weiteren Diskussionsbedarf, weil die Kriterien für eine Einteilung der DGHs in solche, die man erhalten und solch , die man schließen will, unklar seien. Rolf-Peter Stein (FDP) mahnte, in den Dörfern müsse es mehr Eigenleistung bei der Reinigung geben, um die Kosten zu senken. Das unterstützte Thomas Schott (CDU), wonach eine Kostenreduzierung das "Maß aller Dinge sei. Dieter Eilts (SPD) wollte hingegen vor allem die soziale Funktion der Häuser gewertet sehen. Manche Häuser werden stark von Vereinen genutzt, die könnten nicht genauso beurteilt werden wie die DGHs mit stärkerer Nutzung von außerhalb, die dann auch mehr Einnahmen erzielen. Stadtverordnete und Ortsbeiräte sollten gemeinsam nach Wegen suchen, wie es mit den DGHs weitergeht. Heinrich Muhl (UWA) warb dafür, keine Einsparziele für die DGHs vorzugeben, erst müsse über die Kostenstrukturen der einzelnen Häuser gesprochen werden.

Heinz Heilbronn (SPD) verwies darauf, dass die Ortsvorsteher schon länger wegen der DGHs mit der Stadtverwaltung im engen Kontakt stehen, es sei wichtig, nun eine Beschlussvorlage zu erstellen, damit es Planungssicherheit für die Häuser gebe. Das unterstrich ein Ortsvorsteher aus dem Publikum: Er wisse nicht, ob "sein" DGH im nächsten Jahr noch geöffnet ist und kann es deshalb nicht für Feste und Ehejubiläen vermieten.

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