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Gut 30 A 49-Gegner beteiligen sich an einer Demonstration durch Alsfeld, etwa 60 nehmen an dem Protest gegen die Inhaftierung einer Aktivistin teil.

Demo gegen Inhaftierung

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Alsfeld (jol). Gut 60 Autobahngegner haben am Donnerstag vor dem Amtsgericht Alsfeld gegen die weitere Inhaftierung einer jungen Frau demonstriert, die bei einem Polizeieinsatz im Dannenröder Wald festgenommen worden ist. Sie befindet sich seit 27. November vergangenen Jahres in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt III und muss da auch noch eine Weile bleiben.

Der Haftbefehl wird aufrechterhalten, die Haftgründe bestehen weiter fort, wie der Direktor des Amtsgerichts, Klaus Schwaderlapp, mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte beim Schöffengericht Alsfeld erhoben. Die junge Frau ist am 26. November bei einem Polizeieinsatz im Camp »Nirgendwo« im Dannenröder Wald festgenommen worden. Der Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Die Kundgebung war als Unterstützung für die Autobahngegnerin gedacht, die am Morgen nach Alsfeld transportiert worden war. Polizisten sperrten den Hof des Gerichtsgebäudes ab, der zu den Gewahrsamszellen führt. In Sprechchören teilte eine kleine Gruppe Demonstranten mit, dass die Inhaftierte nicht allein sei. Die meisten Teilnehmer warten bei der Kundgebung vor dem Haupteingang.

Bereits um 10 Uhr früh hatten sich einige Umweltschützer an einer Mahnwache am Haupteingang eingefunden. Gegen 13 Uhr startete eine Demonstration am Bahnhof mit gut 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dem Zug an der Stadthalle vorbei zum Marktplatz und dann zum Amtsgericht schlossen sich auch einige Kinder an. Mit Sprechchören wie »Klimaschützen ist kein Verbrechen« und »Wald statt Asphalt« machten sie auf ihre Ziele aufmerksam.

Zukunft für Kinder

Am Amtsgericht gab es kurze Redebeiträge und Musikstücke der Gruppe »Lebenslaute«. Diese Musikerinnen und Musiker haben bereits am Bauzaun bei den Rodungen im Dannenröder Forst aufgespielt.

Ein Redner betonte, es sei schon fast zu spät, etwas gegen die massive Erderwärmung zu tun. Alle seien gefordert, sich an Aktvitäten zum Klimaschutz zu beteiligen. Anja Kraus als eine der Organisatorinnen fügte an, es seien »nur wenige, die sich gegen Zerstörungen wehren«.

Als Vogelsbergerin schätze sie es sehr, dass sich im Dannenröder Forst junge Leute für eine gesunde Umwelt und gegen die Abholzung des Waldes gestellt haben. Sie habe die junge Frau, die nun in Haft sei, als sehr friedliche Person kennengelernt.

An dem Tag, als sie festgenommen wurde, seien bayrische Polizisten im Einsatz gewesen, die brutal vorgegangen seien. Tage zuvor hatte ein Beamter ein Seil zerschnitten, das eine Sitzkonstruktion gehalten hat. Eine Aktivistin war aus einiger Höhe abgestürzt und wurde verletzt.

Kraus erinnerte daran, dass ein Großteil des Kohlendioxid-Ausstoßes aus Herstellung und Verarbeitung von Beton stammt. Wichtig sei eine sozialverträgliche Senkung der Verkehrsmenge auf Straßen. Dazu komme aber auch eine größere Umplanung, um Verbrauch von Beton und Siedlungsflächen zu senken. »Die Klimakatastrophe ist absehbar«, betonte Kraus.

Mit Rücksicht auf die Zukunft unserer Kinder müssen wir den Klimawandel abmildern. Dabei sei es wichtig, die »neue Jugendbewegung« von Fridays for Future zu unterstützen. Sie freute sich, dass sich dem Demozug zum Amtsgericht auch einige Schülerinnen und Schüler angeschlossen haben. »Es geht ja um die Zukunft der Kinder.«

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