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Die Lauterbacher Oxfam Trailwalker beim letzten Kilometer: Endspurt für die "Basaltwaden" (v. l.) Alexander Rivinius, Karsten Möller, Thorsten Kahabka und Teamkapitän Christian Bolduan.

Spendenlauf

"Basaltwaden" laufen 100 Kilometer für den guten Zweck

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Am Wochenende gehen viele gern wandern, das gilt auch für das Lauterbacher "Basaltwaden".

Unter den 265 Vierer-Teams beim "Oxfam Trailwalker" im belgischen Saint-Hubert starteten fünf deutsche Teams, darunter die Vogelsberger "Basaltwaden". Für Christian Bolduan, Thorsten Kahabka, Karsten Möller und Alexander Rivinius war es bereits der zweite Trailwalk. Die Erfahrung aus der ersten Teilnahme und die intensive Vorbereitungszeit waren deutlich spürbar, das Team kam bereits nach 23 Stunden und 29 Minuten und damit 90 Minuten schneller als 2017 ins Ziel. Damit hatten sie einen Schnitt von 4,26 Stundenkilometern.

Doch Zeit und Platzierung standen für Teamkapitän Christian Bolduan an zweiter Stelle. "Uns war es wichtig, gemeinsam im Ziel einzulaufen und trotz der Anstrengung Spaß zu haben. Dass wir jetzt zu den besten zehn Prozent der Läufer zählen, freut uns natürlich". Von den 265 in den Ardennen gestarteten Mannschaften waren im Ziel nur 152 Teams komplett, die übrigen kamen mit jeweils drei Läufern ins Ziel, 19 Teams haben im Verlauf des Rennens aufgegeben. Die Idee: als Team an die eigenen Grenzen gehen, die Natur zu erleben und Spenden für Drittweltprojekte zu sammeln. "Gemeinsam mit Partnerorganisationen wollen wir mithelfen, Ungerechtigkeit und Armut ein Ende zu bereiten", berichtete Veranstaltungskoordinator Markus Neumann, der sich über Spendeneinnahmen von einer halben Million Euro für Oxfam-Projekte freut.

Rund 800 Kilometer hatten die "Basaltwaden" in ihrer Trainingsphase zurückgelegt, dabei standen schnelle Kurzwanderungen am Sonntagmorgen ebenso auf dem Plan wie eine Wanderung durch die Nacht oder eine Umrundung des Edersees in zwei Etappen. "Damit waren wir optimal vorbereitet, auch wenn die neue Strecke mit 2300 Höhenmetern und einem großen Anteil schwierig zu gehender Schotterwege deutlich anspruchsvoller war als die Strecke in 2017", berichtete Bolduan.

Doch nicht nur das Training war ein Teil der Vorbereitung, sondern auch das Sammeln von Spenden. Neben dem eigenen Startgeld musste jedes Team eine Mindestspendensumme von 1500 Euro nachweisen. "Dank vieler Einzelspenden konnten wir die Projekte von Oxfam mit 2370 Euro unterstützen", zeigte sich Alexander Rivinius zufrieden.

Einen großen Anteil am Gelingen hatte auch das Unterstützer-Team der "Basaltwaden" alias "Wadenbeißer". Judith Kahabka, Susanne Bolduan und Claudia Rivinius haben die Wandergruppe an den sechs Verpflegungs- und Kontrollpunkten mit heißen und kalten Getränken, Kuchen und Suppen sowie mit Blasenpflastern und Massagen versorgt. Kurz vor Sonnenaufgang hieß es für die Wadenbeißer dann auch "Laufschuhe schnüren", denn die letzten zehn Kilometer durften sie ihr Team begleiten und so den Zieleinlauf gemeinsam erleben. "Die äußeren Bedingungen waren perfekt", blickt Thorsten Kahabka zurück: "Trocken und am Tag fast zu heiß, dafür so mild in der Nacht, dass wir in kurzen Hosen unser Tempo durchlaufen konnten. Für mich war der Lauf erneut eine Grenzerfahrung, die zeigt, was man mit Willen im Team schaffen kann." "Wir sind von Anfang an unser Tempo gelaufen, unsere absolute Stärke war unsere Konstanz", bilanzierte Karsten Möller. Während viele Teams in den ersten Stunden an uns vorbeizogen und im Streckenverlauf lange Pausen einlegen mussten, haben wir unsere Kraft ideal eingeteilt. In der Nacht haben wir dann das Feld aufgerollt."

Bei vollkommener Dunkelheit, nur von dem Licht der vier Stirnlampen und dem Reflektieren der Warnwesten begleitet, waren die Basaltwaden auf der letzten Nachtetappe von 16 Kilometern komplett alleine vor dem Hauptfeld unterwegs.

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