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Zufrieden mit einem guten Geschäftsjahr der VR Bank HessenLand, von links: Vorstände Werner Braun, Helmut Euler und Ralph Kehl. (Foto: jol)

VR Bank HessenLand wächst überdurchschnittlich

Alsfeld (jol). Die VR Bank HessenLand baut das Geschäft clever um – und mit Erfolg, stattliche fünf Prozent Wachstum verzeichnet der Vorstand für das Jahr 2014.

Das ist doppelt so viel wie der Durchschnitt in der Branche, wie Vorstandschef Helmut Euler bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag sagte. Gute Beratung in den Filialen wird seit Mitte vergangenen Jahres durch ein Telefoncenter ergänzt, das von 8 Uhr früh bis 20 Uhr abends qualifizierte Beratung durch Bankkaufleute bietet. Das nutzen 600 bis 700 Kunden pro Tag, "Tendenz steigend". Flankierend dazu entwickelt sich das Online-Banking rasant, im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Konten um zehn Prozent auf fast 11900 an. Gleichzeitig hat die VR Bank das Eigenkapital gestärkt und ist im Kreditgeschäft gut dabei. Andererseits wurde gespart, die Zahl der Beschäftigten sank um 11 auf 256 (umgerechnet auf Vollzeitstellen), die Zahl der Filialen sank um drei auf 25. Betont wurde das gesellschaftliche Engagement, mit VR Mobilen, Spenden, Steuerzahlungen und Stipendien.

Das Bilanzgespräch mit den Vorständen Euler, Werner Braun und Ralph Kehl zeigte aber auch auf, wie schwierig die Lage des genossenschaftlichen Finanzunternehmens ist. Da ist zunächst das Zinsniveau, so gibt es im Durchschnitt auf Bundesanleihen nur noch 0,33 Prozent Zinsen, wie Helmut Euler sagte. Problem: Wo kann die Bank die eigenen Reserven gewinnbringend anlegen, ohne eine Risiko wie bei Aktien einzugehen? Den Zusammenhang zwischen Zinsen und Bankgeschäft machte Kehl deutlicher: "Wir handeln mit der Ware Geld und unser Gewinn ist der Zins, nun kostet Geld aber nichts und damit sollen wir etwas verdienen?"

Über 92000 Anrufe bearbeitet

Positiv ist für die Bank die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Das spiegelt sich im Aktienkurs wieder, der DAX stieg von 5500 Punkten im Januar 2010 auf inzwischen rund 10200 Punkte, so Euler. Die Menschen suchen Anlagen für ihr Geld. Das mag ein Grund für den Erfolg der VR Bank sein, denn sie bietet kompetente Beratung für private und Firmen-Kunden. Die Zahl der Mitglieder in der Genossenschaft stieg um 577 auf 41 170 an. Das bedeutet auch höhere Anlagen der Kunden, eine Steigerung von 1,423 Milliarden (2013) auf 1,482 Mrd.

im vergangenen Jahr. Entsprechend erweiterte sich das Kundenkreditvolumen von 854 Millionen auf 909 Mio. Euro. Kunden brauchen immer wieder einen Gesprächspartner, da zahlt es sich aus, dass die VR Bank 25 Filialen im Bereich Kirchhain, Alsfeld und Schwalmstadt unterhält.

Sehr gut angenommen wurde das neue KundenServiceCenter, das telefonisch von "acht bis acht" und samstags von 10 bis 13 Uhr erreichbar ist. Über 92000 Anrufe entlasteten Mitarbeiter in den Filialen. Und die Kunden haben ausgebildete Bankkaufleute an der Strippe, die in dreiviertel der Fälle sofort helfen können. Das sei ein sehr guter Wert, so Braun. Besonders stolz ist er darauf, dass in 90% der Kunde binnen 20 Sekunden durchkommt, "man hängt nicht lange in einer Warteschleife". Wichtig für den Erfolg sind Mitarbeiter, die qualifiziert sind und Vertrauen schaffen.

Das gute Geschäftsergebnis drückt sich auch darin aus, dass rund 7,2 Millionen Euro in das Eigenkapital gesteckt wurden. Nun hat die Bank rund 138 Millionen an Rücklagen für schlechtere Zeiten und höhere Auflagen der Aufsicht, so Euler. Und die Mitglieder erhalten eine stattliche Dividende von 6%. Auch für die Region rechnet sich die gute Lage der Genossenschaftsbank, die rund 8 Millionen an Steuern bewirkt, davon 1,9 Mio. Gewerbesteuer, 2,4 Mio. Körperschafts- und 2,9 Mio. Euro Lohn-/Kirchensteuern.

Für eine Fusion gibt es zur Zeit keine Akzeptanz in der Öffentlichkeit, so Euler.

Raiffeisen investierte 9 Millionen

Gut geht es auch der Tochtergesellschaft "Raiffeisen Waren", wie Kehl betonte. Mit 147 Mitarbeitern erwirtschaftet man 84,7 Mio. Euro Umsatz. In den vergangenen zwei Jahren wurde allein in Alsfeld fast 9 Mio. Euro in Neubauten gesteckt. An der Grünberger Straße leuchtet es grün am neuen Baumarkt, der Tankstelle und der neuen Getreideannahme. Letztere bringt den Landwirten eine viel schnellere Abfertigung, sie müssen nicht mehr zur Erntezeit bis zu vier Stunden auf das Abkippen warten.

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