200 Parkplätze

Autofahrer am Rand der Alsfelder Altstadt willkommen

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Sichere Passage mit Gehstock und Rollator, dabei aber das Basaltpflaster erhalten - der Marktplatz vor dem historischen Rathaus Alsfeld soll künftig beides bieten. Und neue Parkplätze sind geplant.

Der Saal im Marktcafé platzte fast aus allen Nähten, zwischen den schmucken Sandsteinsäulen und auf der Empore drängten sich an die 130 Besucher, um den neuesten Vorschlag zum Umgestaltung des Marktplatzes in Alsfeld zu erfahren. Nach einer Bürgerbefragung mit 1100 Teilnehmern stellte Bürgermeister Stephan Paule die Pläne für den zentralen Platz der Altstadt vor.

Das ist geplant: Um den Platz soll ein breiter Streifen mit neuem Pflaster verlaufen, der Menschen mit Gehbehinderung ein gefahrloses Laufen und Rollen ermöglicht. Um den historischen Charakter zu wahren, soll das alte Pflaster in der Platzmitte neu verlegt werden, wobei defekte Steine aussortiert werden. Die Parkreihe in Richtung Platzmitte soll verschwinden, was im Publikum gemischt aufgenommen wurde. Pflanzkübel sind vorgesehen. Zudem schlagen die Planer ein Wasserspiel vor, das mit dem Niveau der Oberfläche abschließt. Das sei mit Blick auf Marktstände und Bühnen bei Veranstaltungen wichtig, erläuterte Paule. Der Schwälmer Brunnen an der Obergasse soll an derselben Stelle saniert werden.

Parken bei Rossmann und Tedi

Ein Clou wäre es, wenn ein weiteres Ziel des Stadtumbaus umgesetzt wird: 200 Parkplätze sollen im Bereich der Drogerie Rossmann und des Geschäfts Tedi entstehen, wenn die laufenden Verhandlungen erfolgreich verlaufen. Das hängt nicht zuletzt von den Forderungen der Grundstückseigentümer ab, wie Paule anfügte. Denn ein Hauptproblem der Altstadt ist der Mangel an Parkplätzen, wie schon eine frühere Untersuchung gezeigt hat. Sowohl für Anwohner als auch für Kunden der Geschäfte ist es wichtig, fußläufig das Auto abstellen zu können.

Allerdings soll wegen der Barrierefreiheit auf dem Marktplatz selbst die obere Parkreihe wegfallen. Das betrifft vier Plätze, wie Paule vorrechnete. Hintergrund ist, dass der barrierefreie Randstreifen breit genug für Rollis ausfällt. Dadurch rücken die Parkplätze in der ersten Reihe nach oben, und in der Mitte bleibt nicht genug Platz für die zweite Reihe. Die Bürgerbefragung hat übrigens ergeben, dass 56 Prozent der Teilnehmer für einen weitgehend autofreien Marktplatz votieren. Andererseits sehen Geschäftsleute einen komplett autofreien Marktplatz als existenzbedrohend an.

Ende der Sanierung vor Weihnachten

Über die Details der Planung soll noch die Stadtverordnetenversammlung befinden, kündigte Paule an. Was jetzt angegangen wird, ist die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt. Ende Mai soll an der Südseite begonnen werden, wie Tobias Diehl vom Bauamt ankündigte. Im Bereich Ramspeck und Apotheke werden Leitungen und Hausanschlüsse erneuert. Deshalb ist die Durchfahrt gesperrt, Paule hofft auf den Abschluss bis zur Weihnachtszeit. Der Randstreifen wird barrierefrei aufgepflastert, zur Mitte hin das alte Pflaster neu verlegt. Die nächsten Bauabschnitte werden dann in Richtung Obergasse anschließen. Am Ende soll an drei Seiten ein rollatorgerechter Randstreifen an drei seiten des Platzes geschaffen sein. Die Umgestaltung des Marktplatzes beinhaltet den Bereich Schwälmer Brunnen an der Obergasse und den Kirchplatz vor dem Restaurant Kartoffelsack.

An die privaten Hausbesitzer appellierte der Bürgermeister, über Sanierungsmaßnahmen an der eigenen Immobilie nachzudenken. "Jetzt ist es so günstig wie nie, mit Förderung zu sanieren."

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