1. Gießener Allgemeine
  2. Vogelsbergkreis
  3. Alsfeld

Austausch, Infos, Netzwerken

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

lkl_2021-11-10_EUTB_Qual_4c_1
Katja Diehl begrüßt die Gäste zum sechsen Mittelhessischen Qualitätsnetzwerktreffen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatungen. © Red

Vogelsbergkreis (pm). Seit Januar 2018 gibt es die »Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung« (EUTB), die unabhängig von Leistungsträgern oder -erbringern kostenlose Beratungen hinsichtlich Teilhabe, Inklusion, Angeboten und Leistungen für Menschen anbietet die mit einer Behinderung leben oder davon bedroht sind. Auch deren Angehörigen können dies in Anspruch nehmen.

Das Ziel dieses Angebots, das laut Kreisverwaltung auch im Vogelsberg seit seiner Einführung rege genutzt wird, ist die Bestärkung und Unterstützung der Menschen, die ihre Rechte auf Selbstbestimmung und möglichst eigenständige Lebensführung verwirklichen möchten.

Knapp vierzig solcher Beratungsstellen gibt es in Hessen, sechs davon sind in Mittelhessen angesiedelt - und zwar im Landkreis Limburg/Weilburg, im Landkreis Marburg-Biedenkopf, im Lahn-Dill-Kreis, in Gießen, in der Wetterau und im Vogelsberg. Zweimal im Jahr treffen sich die Vertreter seit Sommer 2019 zu Qualitätsnetzwerk-Treffen.

Sechstes Treffen in Lauterbach

Das sechste Treffen dieser Art fand in Lauterbacht statt. Hier befindet sich im Haus in der Königsberger Straße 8 ein Teil der Räume des Vogelsberger Angebots, ein weiterer Standort ist in Alsfeld.

»Diese Treffen dienen dazu, sich über aktuelle Themen auszutauschen, verschiedene Leistungsangebote kennenzulernen und unsere Beratungsqualität im Sinne unserer Klientinnen und Klienten immer weiter zu verbessern«, führt Andrea Schmidt aus. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Irina Janz ist sie für den gesamten Vogelsbergkreis und kleine Bereiche der angrenzenden Landkreise Fulda uns Schwalm-Eder zuständig. »Wir freuten uns sehr, dass nach den ganzen Monaten der Online-Treffen nun wieder ein Präsenztreffen möglich war und wir dieses ausrichten durften«, so Irina Janz, deren Dank der Business School of Management and Technology Vogelsberg galt, die für das Treffen ihren Sitzungsraum zur Verfügung stellte.

Zum anderen dankte sie Yvonne Schäfer vom Deutschen Roten Kreuz in Lauterbach, die in einem ausführlichen Vortrag die verschiedenen Angebote ihres Trägers vorstellte - auch als Anregungen für die Gäste, die ähnliche Angebote vielleicht auch in ihrer Region finden und ihren Klientinnen und Klienten vorschlagen möchten.

Ebenfalls vor Ort waren an diesem Tag die beiden derzeitigen Peer-Berater der EUTB Vogelsbergkreis, Beate Faulstich und Stefan Hartung, die Sprechstunden in den Beratungsstellen anbieten.

Als Vertreterin von Kompass Leben e.V., dem Träger der Vogelsberger EUTB, begrüßte Vorsitzende Katja Diehl die Gäste aus ganz Mittelhessen in Lauterbach. Sie hob die große Bedeutung der unabhängigen Beratung hervor, die den Menschen größtmöglichen Überblick über Teilhabeangebote und damit auch größtmögliche Entscheidungsfreiheit gewährleiste.

Bessere Förderung für das Land?

Nach dem Inputvortrag nutzten die Teilnehmenden - coronabedingt konnten aus jeder EUTB nur zwei Vertreter mitwirken - den weiteren Verlauf, um sich über ihre Erfahrungen der letzten Monate auszutauschen und diese zu diskutieren. Neben den Herausforderungen, die die Pandemie auch den Beratungsstellen beschert hatte, war auch die staatlicherseits zugesagte Fortführung der EUTB bis 2029 Thema. Für den ländlichen Raum erscheint hier besonders eine neue Regelung von Bedeutung, nach der neben der Einwohnerzahl auch die Fläche Eingang in die Budgetierung finden soll. »Wir würden uns sehr freuen, wenn dies zum Tragen käme, da wir uns davon mehr Ressourcen für Beratungen versprechen«, so Andrea Schmidt, die den Tag moderierte.

Alle Beteiligten waren sich am Ende einig, wie wertvoll die Treffen sind, da sie den Horizont weiten, die Verbindung untereinander stärken und die Qualität im Sinne der Klientinnen und Klienten fördern. »Gerade nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr hoffen wir sehr, dass wir uns in sechs Monaten wieder in Präsenz treffen können.«

Auch interessant

Kommentare