Für Aussuchen des Wunschtieres Zeit lassen

Alsfeld (rs). Schwarz-weiß-gefleckte Katzen? Die gehen gar nicht, das gab’s schon immer. Eine leichte Rotfärbung im Fell, das wär’s. Auch Tierfreunde sind offenbar modischen Vorstellungen unterworfen, wenn sie zum Alsfelder Tierheim kommen und nachfragen, ob sie eine Katze oder einen Hund haben können.

Dabei ist der Grundsatz festzustellen: Je jünger die Tiere, desto lieber. Aber dem können die Mitarbeiter des Tierheimes nicht Folge leisten und sie halten diese Einstellung auch für falsch. Denn ältere Tiere sind oft ruhiger und damit insbesondere für die älteren Tierfreunde interessant. So weist das Tierheim derzeit viele ältere Tiere auf, und insgesamt sind es inzwischen wieder so viele, dass der Verein dazu aufruft, doch im Heim in der Jahnstraße (Zufahrt über die Liederbacher Straße) vorbeizukommen und sich beraten zu lassen. Man kann sich auch einige Zeit mit dem Wunschtier im Heim beschäftigen.

"Bei uns herrscht das Gegenteil von Sommerloch", empfangen die Mitarbeiter des Tierheimes den Zeitungsmitarbeiter, denn in der Reisezeit gehen die Vermittlungszahlen erfahrungsgemäß immer wieder drastisch zurück. Mit Glück sind es derzeit vielleicht noch vier Vermittlungen in der Woche. Derzeit sind die Katzenunterkünfte mit rund 120 Tieren überfüllt. Normal sind zwischen 60 und 80, berichten Vereinsvorsitzende Ann-Catrin Henn und die Tierheimleiterin Sonja Dank. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass mit der aktuellen "Katzenschwemme" noch lange nicht die Zahl erreicht ist, die man im Vorjahr zu verkraften hatte. Da galt es sogar 240 Katzen zu betreuen.

Auch in den Hundezwingern ist viel los, denn statt der üblichen rund 40 Tiere tummeln sich dort derzeit 65.

Wenn in diesen Tagen Interessenten wegen einer Katze kommen, dann wollen sie meist nur die jungen und in diesem Jahr geborenen Tiere haben. Dabei haben die Tierheim-Mitarbeiter die Erfahrung gemacht, dass die älteren Tiere pflegeleichter sein können, und die Erwartungshaltung der "Tierfreunde" wird oft als völlig falsch empfunden. Denn eine Katze ist eher eigenwillig, und geht nun mal nicht gleich auf Menschen zu. Deshalb empfiehlt das Tierheim eine Katze nur dorthin mitzunehmen, wo genügend Auslauf ist und die Katze sich frei bewegen kann. Um sie aber immer wieder mal zu sehen und vielleicht einen gewissen Grad von Zuneigung anzustoßen, sollte eine Katze aus dem Tierheim in den ersten vier Wochen nur in einem Raum gehalten und gefüttert werden. Auf diese Weise gewöhnt sich das Tier an das Anwesen als Futterstelle. Wenn es dann frei gelassen wird, besteht die Chance, dass die Katze regelmäßig zur Futterstelle zurückkehrt - spätere Schmuseeinheiten nicht ausgeschlossen.

Schwierigkeiten gibt es auch bei der Vermittlung von Hunden. Denn viele Interessenten haben sich nach der Erfahrung der Tierheimmitarbeiter zu wenig mit den verschiedenen Charakteren der einzelnen Rassen befasst, lassen sich wohl eher von der Optik leiten.

So sollte ein Jagdterrier nie in einer Familie gehalten werden, ein Jack Russell ist nichts für Senioren, und ein Border-Collie will beschäftigt sein. Die Tierheimmitarbeiter raten bei Interesse an einem Hund, sich in der Jahnstraße zu informieren und beraten zu lassen, man kann dann bei einem Ausführen sehen, ob die Chemie zwischen Tier und Mensch stimmt. Und man sollte sich vor allen Dingen Zeit nehmen, denn Hunde müssen sich eingewöhnen können.

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