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Rundgang durch die Fachwerk-Ausstellung zur Woche des Handwerks und der Denkmalpflege: Christoph Speier (Neue Arbeit) erläuterte Lehmbauweise. (Foto: kl)

Ausstellung und Vorträge über Fachwerk in Stadthalle

Alsfeld (kl). Eine Ausstellung zu denkmalgeschützten Gebäuden und Handwerk in der Stadthalle Alsfeld wurde am Montag eröffnet. Sie läuft bis Samstag und bietet auch Vorträge zu Fachwerksanierung und Denkmalschutz.

Im Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 war Alsfeld eine von 51 Städten aus 17 Ländern, die zur Europäischen Modellstadt wegen der vorbildlichen Altstadtsanierung ausgewählt wurde. In einer Woche des Handwerks und der Denkmalpflege wird nun daran erinnert. Seit Montag wird die praktische Arbeit in der Denkmalpflege im Foyer der Stadthalle dokumentiert. Dabei wird auch auf vier Jahrzehnte Altstadtsanierung und Details zum Fachwerkbau hingewiesen. Zur Eröffnung am Montag sagte Erster Stadtrat Jürgen-Udo Pfeiffer: "Denkmalschutz ist ein Markenzeichen für Alsfeld; das Image der Altstadt steht für Lebensqualität. Denkmalpflege hat in Alsfeld eine lange Tradition. Rund 400 Fachwerkhäuser wurden in den letzten 40 Jahren Schritt für Schritt restauriert und damit erhalten". Dem Handwerk kommt bei der anstehenden Weiter-Sanierung eine zentrale Bedeutung zu, sagte Pfeiffer. Die Altstadt sei wichtig für den Tourismus.

In der Vergangenheit sei bei vielen Fachwerksanierungen, auch in Alsfeld, "gefrevelt" worden. Das gelte für Freilegungen der Fassaden als auch bei der Farbgebung, sagte Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Mitinitiator der Ausstellung. Die Handwerkskammer habe einen Arbeitskreis Märkte für Restauratoren gebildet, dem über 200 Handwerker angehören. Der Schwerpunkt liegt im Bereich des Fachwerkes. Alsfeld, so Repp weiter, habe in Sachen Altstadtsanierung und Fachwerk noch immer einen Stellenwert. Ohne erfahrene Handwerker und engagierte Bürgerschaft würde die Alsfelder Altstadt heute wesentlich anders aussehen.

An der Ausstellung haben sich heimische Handwerksbetriebe und die Neue Arbeit beteiligt. "Ein Fachwerkhaus kann man nicht einfach besitzen, ein Fachwerkhaus muss man lieben," sagte Edwin Giese, Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft.

Bernhard Hofmann, Leiter des Kreisbauamtes, ergänzte, Eigentümer der denkmalgeschützten Häuser stehen vor großen Herausforderungen. Demografischer Wandel, moderne Lebensgewohnheiten und Energieeinsparung erfordern hohe Investitionen in die Sanierung. Abriss sei nicht immer sinnvoll. Im Vogelsbergkreis würden hessenweit die meisten Altbauten und Denkmäler abgerissen. Im Altbau stecke ein Potenzial für besonderes Wohngefühl, Ressourcenschonung und gesundes Wohnen.

Vorträge bis Samstag

Bis 19. April finden täglich Vorträge im Foyer der Stadthalle statt, Beginn: 18 Uhr. Die Themen: Donnerstag "Sanierung leicht gemacht – Zuschüsse und Finanzierung", VR Bank HessenLand; Besichtigung Neurath-Haus. Am Freitag "Instandsetzung und Oberflächenbehandlung von Fachwerk", Restauratorin Melanie Schwalm; Besuch Hersfelder Straße 24. Samstag "Anforderungen an Umnutzungen aus der Sicht einer ländlichen Denkmalschutzbehörde", Bernhard Hofmann, Leiter Kreisbauamt; Besuch Rathaus.

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