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Klare Kritik am Klimapaket der Bundesregierung, charmant verpackt beim Klimastreik in Alsfeld. Foto: jol

Aufruf zu bewusstem Konsum

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Alsfeld(jol). Die einfachen Leute haben es in der Hand, durch ihr Kaufverhalten eine bessere Zukunft zu erzwingen. Bewusster Konsum mit weniger Fleisch, Produkte aus der Region kaufen und weniger Auto fahren. Darauf setzen die rund 200 Menschen, die am Freitag in Alsfeld zum Klimastreik auf dem Marktplatz zusammenkamen.

Ina Kneußel und Jasmin Theiß, Schülerinnen der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld, forderten zu einem bewussteren Leben auf, um den nächsten Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. "Man kann etwas verändern, wenn man beim Einkaufen überlegt, ob man etwas wirklich braucht", sagt Ina Kneußel. Der Jungbauer Loris Hampel warb für eine klimafreundliche Landwirtschaft, die mit schonenden Methoden Humus aufbaut und darin Kohlenstoff speichert. Barbara Schlemmer informierte über den weiteren Widerstand gegen den Weiterbau der Autobahn A 49. Die neue Autobahntrasse werde in Homberg und entlang der B 62 mehr Zubringerverkehr bringen. Jörg Bergstedt (Saasen) freut sich über die lebhafte Diskussion über eine Verkehrswende. Er wünscht sich unter anderem mehr Radwege und eine Straßenbahn in Gießen.

Stromfresser Internet

Philipp Balles vom BUND formulierte an die Politik den Wunsch, dass endlich die realen Folgekosten durch den Kohlendioxidausstoß auf die Preise von Waren aufgeschlagen werden. In Schweden sei eine CO2-Bepreisung von 120 Euro pro Tonne möglich, das müsse auch in Deutschland das Ziel sein. Erst wenn die Folgekosten des eigenen Konsums spürbar werden, steige der Druck, Wirtschaftsweise und Konsum zu ändern. Man könne auch mit einem Tempolimit auf Autobahnen für weniger CO2-Ausstoß sorgen. Balles erinnerte auch daran, "dass das Internet gigantisch viel Strom verbraucht". Es könne aber über eine intelligente Steuerung auch zum geringeren Verbrauch beitragen. Zu einer klimaschonenden Politik gehören für Balles ein zweigleisiger Ausbau der Vogelsbergbahn bis nach Frankfurt und eine Reaktivierung der Ohmtalbahn.

Mirjam Kneußel vom ADFC erinnerte an das ungelöste Problem mit überhöhten Stickoxidwerten in Alsfeld. An einer Verkehrswende müssten alle mitarbeiten. Lokales Handeln sei gefragt, "nicht abwarten".

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