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Co-Regisseurin Johanna Mildner gibt Erläuterungen zum Weihnachtsmärchen und dem Entwurf für die Kulisse, Ruth Henkel stellt den Kostümentwurf vor, es lauschen Inge Zuschlag und Jenny Wagner sowie Bürgermeister Paule.

Theater

Alsfelder Wintermärchen mit Einhorn und viel Sprachwitz

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Viele kennen das Märchen vom tapferen Schneiderlein. Doch mit der neuen Auflage des Weihnachtsmärchens bietet die Marktspielgruppe Alsfeld Nachhilfeunterricht mit Stil.

Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler um Johanna Mildner und Jenny Wagner sind am 21., 22. und 27. Dezember in der Stadthalle Alsfeld zu erleben. Wie gewohnt, wird ein klassischer Stoff mit Sprachwitz, amüsanten Einschüben und frischem Blick auf Altbekanntes geboten. Nun stellten die Macherinnen das Stück vor.

Dabei erinnerte Johanna Mildner daran, dass sie etwas überlegen musste, ob sie sich ausgerechnet im Jahr der Übernahme des Buchladens am Marktplatz auch noch einer Regie-Aufgabe stellt. Andererseits ist es bereits das achte Jahr für das Wintermärchen, "da freuen sich viele jedes Jahr darauf", wie Bürgermeister Stephan Paule ergänzte.

Mildner betonte, dass sie das aus Zeitgründen nur gemeinsam mit Jenny Wagner angehen konnte. Mit dabei sind Inge Zuschlag, die Kulissen entwirft, und Ruth Henkel, die für die aufwendigen Kostüme sorgt. Gemeinsam erarbeiteten die vier, wie sie mit dem klassischen Märchenstoff umgehen wollen. Es ging auch darum, wie man mit Mädchen- und Jungenrollen umgeht. Der Wechsel der Geschlechteridentitäten sei ja ein "Markenzeichen der Marktspielgruppe", sagt Mildner. Sie stellten sich auch die Frage, wie ein Einhorn aussieht. "Da dachten wir uns, am besten fragen wir die Brüder Grimm", wie sie das Märchen selbst sehen und lassen sie darüber sprechen. Im Sommer stand die Besetzungsliste, die Leseproben begannen im September. Da hatten Mildner und Wagner schon viel Arbeit in den Text gesteckt. "Das Aufregendste für uns ist, ob die komischen Situationen so funktionieren", sagt Mildner.

Den roten Faden des Märchens haben sie im Blick, es wird aber durchaus frei mit dem klassischen Stoff gespielt. Dabei steht das Menschliche im Mittelpunkt. So lautet der Lieblingssatz im Stück: "Ich habe es noch nie gemacht, bin aber sicher, ich bin gut darin", wie Jenny Wagner zitiert.

Trotz knappem Etat weitermachen

"Da geht jemand mit einer positiven Einstellung in die Welt hinaus und glaubt daran, dass er es schafft, Erfolg zu haben", sagt Co-Regisseurin. Begeistert ist Johanna Mildner von den Akteuren, von denen einige seit Jahren in der Gruppe mitmachen. "Sie sind wirklich gut, die würde ich ohne Bedenken zu den städtischen Bühnen schicken und sagen, zeig mal, was du kannst".

Sie spielen wieder in einem aufwändigen Rahmen, Inge Zuschlag hat schon die Entwürfe für die Kulissen erstellt. Zum Pressegespräch brachte sie eine Zeichnung des Waldes mit, in dem das Schneiderlein unterwegs sein wird. Gekleidet sind die Akteure in Kostümen im Stil der Grimmschen Zeit. "Das ist eine klassische Kleidung, für die historisch gearbeitet wird", sagt Ruth Henkel zu einem Entwurf, der die Bekleidung der Brüder Grimm zeigt. Gehrock, Weste und klassisch geschnittene Hosen machen viel Arbeit, das sind 50 Stunden Arbeitszeit für so ein Kostüm, was vorwiegend in der Schneiderwerkstatt der Max-Eyth-Schule geschieht. Auch die anderen Kostüme wollen gefertigt werden, fügt die Schneidermeisterin an, für Waldschrat, Königstochter und weitere. Immerhin stehen elf Darsteller auf der Bühne. Der Erfolg gibt den engagierten Akteuren Recht, die Kita- und Schulvorstellungen sind bereits so gut wie ausverkauft. Ermöglicht wird es durch Sponsoren, denn die Stadt hat kein großes Budget für Kulturveranstaltungen, wie Michael Seum von der Kulturabteilung sagt. Dennoch soll das Wintermärchen langfristig gesichert werden.

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