Eine Messstelle für Stickstoffdioxid an der Schellengasse unterhalb des Ludwigsplatzes. Derzeit ist die Straße wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. ARCHIVFOTO: JOL
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Eine Messstelle für Stickstoffdioxid an der Schellengasse unterhalb des Ludwigsplatzes. Derzeit ist die Straße wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. ARCHIVFOTO: JOL

Alsfeld hat jetzt bessere Luft

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Alsfeld(pm). Wie Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium in dieser Woche gemeinsam mitteilten, wird die Stadtluft in Deutschland sauberer. Die Zahl der Städte, die den Stickoxid-Grenzwert überschreiten, habe sich im vergangenen Jahr halbiert.

Demnach überschritten nur noch 25 Städte den Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Darunter sind auch sechs hessische Städte - und Alsfeld als einzige Kleinstadt. Das schreiben die Akteure der Organisation "Alsfeld-Fremdenverkehr" in einer Pressemitteilung.

Hauptquelle der Stickstoffoxide in den Städten ist der Straßenverkehr und hier sind es vor allem Diesel-Pkw. Überschreitungen des NO2-Jahresmittelgrenzwertes treten ausschließlich an viel befahrenen Straßen in Ballungsräumen und Städten auf. Der zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegte Grenzwert "hätte bereits seit dem Jahr 2010 eingehalten werden müssen", so die Aktivisten, die sich unter anderem für bessere Möglichkeiten für Radfahrer stark machen. Insgesamt sei aber ein Rückgang der NO2-Belastung in den Städten eingetreten.

Für langfristige Verkehrswende

Die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen hätten 2019 mit rund vier Mikrogramm pro Kubikmeter unter denen des Jahres 2018 gelegen. Gründe für den Rückgang sind lokale Maßnahmen wie zum Beispiel Tempolimits, Fahrverbote oder der Einsatz schadstoffärmerer Busse. Außerdem gibt es meteorologische Einflüsse, die die Ausbreitung von Luftschadstoffen beeinflussen - im Zuge des Klimawandels ist es windiger geworden. Zum Rückgang der NO2-Belastung werde auch die Corona-Pandemie beitragen. Im Zeitraum der bundesweiten Corona-Beschränkungen wurden NO2-Konzentrationen um minus 15 bis hin zu minus 40 Prozent beobachtet. "Allerdings war die Minderung der Stickstoffemissionen durch weniger Straßenverkehr im Zuge der umfassenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens nur ein kurzfristiger Effekt von einigen Wochen." Ebenso führe die Sperrung der Schellengasse zu einer zeitweisen Verlagerung von Lärm, Luftschadstoffen und Gefahren auf die restliche Stadt. Die Aktivisten von "Alsfeld Fremdenverkehr" zitieren Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes: "Dass weniger Verkehr zu besserer Luft und auch weniger Lärm führt und sich damit die Lebensqualität in unseren Städten erhöht, hat uns die Corona-Krise vor Augen geführt. Diese positive Erkenntnis sollten wir unbedingt als weiteren Anlass für eine langfristige Verkehrswende aus dieser Krise mitnehmen. Für den Schutz der menschlichen Gesundheit brauchen wir eine dauerhafte und nachhaltige Verbesserung der Luftqualität mit gezielten Luftreinhaltemaßnahmen."

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