Neue Gebührenkalkulation: Die Abfuhr von Mülltonnen soll teurer werden. FOTO: JOL
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Neue Gebührenkalkulation: Die Abfuhr von Mülltonnen soll teurer werden. FOTO: JOL

Abfallgebühren sollen steigen

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Vogelsbergkreis(jol). Die Abfallgebühren steigen für die meisten Vogelsberger. In diesem Jahr ein bisschen, im nächsten Jahr dann deutlicher, wie sich im Abfallverband ZAV abzeichnet. Im Mittelpunkt der jüngsten Ausschusssitzung des ZAV-Parlaments standen Zahlen, die Bernd Klinkhammer vom Beratungsbüro Teamwerk vorlegte. Daraus errechnet sich eine Gebührenerhöhung im laufenden Jahr zwischen 38 Euro bei einem Single-Haushalt, 5,43 Euro bei vier Personen. Fünfköpfige Familien kommen sogar 5,44 Euro günstiger weg. Allerdings ist im nächsten Jahr mit einer Anhebung von 36 bis knapp 44 Euro für alle Haushalte zu rechnen, wie Klinkhammer vorrechnete.

"Wir kommen um eine Gebührenanpassung für das Jahr 2020 nicht herum", fasste Vorsteher Rainer-Hans Vollmöller das Ergebnis der Kalkulation zusammen. Dem folgte der Ausschuss unter Leitung von Volker Orth mit einem knappen Ergebnis von vier Ja- und zwei Neinstimmen bei fünf Enthaltungen. Die Anhebung für die Jahre 2021 bis 2023 lehnen zwei Abgeordnete ab, neun stimmten mit Enthaltung. Dabei spielt eine Rolle, dass die Gebührenkalkulation taufrisch ist und noch nicht einmal im Vorstand des ZAV vorab bekannt war. Das zeigt, welche Lücke der überraschende Tod des bisherigen Geschäftsführers Dr. Hansjörg Fuchs vor wenigen Monaten gerissen hat.

Im Vorgriff hat die ZAV-Versammlung bereits im Vorjahr einen Ankündigungsbeschluss gefasst, dass die Abfallgebühren in diesem Jahr um bis zu 13 Prozent steigen können. Die Gebührenänderung muss allerdings noch bis zum Monatsende von der Versammlung beschlossen werden, damit sie gültig wird. Die Nachzahlung oder Rückvergütung der Gebühren für 2020 soll bei der Jahresabrechnung berücksichtigt werden, regte Vollmöller an. Das spart die Kosten einer Extra-Abrechnung.

Grundlage der Entscheidung sind die Berechnungen des Büros Teamwerk, die Klinkhammer im Ausschuss vorstellte. Demnach gab es bereits in den Jahren 2016 bis 2019 Überschüsse und Defizite, die nun in die neuen Abfallgebühren eingerechnet werden müssen. Über die Jahre hinweg müssen die Gebührenhaushalte ausgeglichen sein. Berücksichtigt wird auch, dass jedes Jahr hohe Beträge in die Rücklage fließen müssen, um die Bastwald-Deponie über Jahrzehnte hinweg naturverträglich zu sichern. Dabei ist die niedrige Verzinsung des angesparten Kapitals ein Problem. Kaum Gewinn wirft auch die früher so lukrative Papiersammlung ab. Deshalb soll es hierfür auch keine Rückvergütung mehr geben. Einen hohen Kostenblock bildet die Grünschnittbehandlung, die für Privatleute kostenfrei ist.

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