1. Gießener Allgemeine
  2. Vogelsbergkreis

Als Kind über die A5 gehüpft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zum Artikel »Die lange und die kurze Hessen« möchte ich folgende persönliche Anmerkungen machen: Man kann meinem Freund Bernd Reitz nicht genug danken für die Mühe, die er sich um unseren Heimatort Nieder-Gemünden macht. Ich hoffe, dass seine Artikel auch einmal in Buchform erscheinen.

Ich selbst kann mich noch gut an meine Kindheit in der Bahnhofstraße erinnern. Die Bahnmeisterei, der benachbarte Wasserturm, abgestellte Waggons waren für uns ein einziger Abenteuerspielplatz. Schade, dass insbesondere der Wasserturm nicht als »Denkmal der Dampflokzeit« erhalten werden konnte. Auch der bevorstehende Abbruch des Bahnhofgebäudes macht mich ein bisschen traurig und er beendet unwiderruflich eine stolze Geschichte der Bahn in Nieder-Gemünden.

Unweit des Bahnhofs führte ein Steg über die Ohm hinauf zur Autobahn. Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre sprangen wir als Kinder über die Autobahn hin und her - das war kein Problem! Ein beliebtes Spiel war es, auf dem Mittelstreifen der Autobahn sitzend die Automarken zu zählen. Meistens gewannen diejenigen, die VW zählten.

Als ich 1975 zum Gemeindevertreter der Gemeinde Gemünden gewählt wurde, begannen übrigens schon bald die Diskussionen um den Anschluss der A49 an die A5 im Bereich unserer Gemarkung. Ich erinnere mich, dass wir von den zuständigen Behörden belehrt wurden, das nächste Fernstraßenprojekt sei die Ortsumgehung Reiskirchen im Zug der B49. Erst danach seien wir dran. Mittlerweile sind mehr als 45 Jahre vergangen; die A49 kommt - aber für die Ortsumgehung Reiskirchen gibt es noch nicht einmal eine festgelegte Trasse. So viel zu Planungszeiträumen in Deutschland. Ich bin stolz, in einem Ort aufgewachsen zu sein, der schon 1970 sein 1200-jähriges Bestehen gefeiert hat. In diesem Sinne wünsche ich »unserem Nieder-Gemünden« eine gedeihliche Zukunft!

Norbert Södler, Lautertal

Auch interessant

Kommentare