Plakat der Autobahngegner in der Nähe der Mahnwache in Homberg-Dannenrod. FOTO: JOL
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Plakat der Autobahngegner in der Nähe der Mahnwache in Homberg-Dannenrod. FOTO: JOL

Aktionstage gegen Autobahnbau

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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"Naturräume statt Betonträume", unter diesem Motto rufen Organisationen von Freitag bis Sonntag zu Aktionstagen auf. Denn am Dienstag wird in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht über die Klage des BUND und zweier Privatleute gegen den Weiterbau der A 49 verhandelt.

Das Augenmerk von Gegnern und Befürworter richtet sich auf den 23. Juni. Dann verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in über die Klagen gegen den Bau der A 49. Die Gruppe der Baumbesetzer im Dannenröder Wald nimmt dies zum Anlass und ruft bundesweit zu Aktionstagen auf. Vor der Gerichtsverhandlung gelte es, "mit vielfältigen Aktionen für den Erhalt des Waldes und für eine Verkehrswende einzustehen". Unter dem Motto "Naturräume statt Betonträume" sollen laut Ankündigung in mehreren Städten Proteste stattfinden.

Barbara Schlemmer vom "Aktionsbündnis Keine A 49": "Wir sind dankbar für die wachsende Unterstützung von Organisationen wie Extinction Rebellion, Greenpeace, Robin Wood, Fridays for Future, Wald statt Asphalt und anderen, die sich mit den Bürgerinitiativen für eine Alternative zum Bau der A49 einsetzen."

Christoph Schulze-Gockel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Gleental, warnt vor einer weiteren Zerstörung des Gleentals und des Dannenröder Forstes: "Die Zerstörung unsere Natur schreitet entgegen der Beteuerungen der Deges unaufhaltsam voran. So wurden für den Autobahnbau Grünlandflächen an der B 62 zerstört. Im Maulbacher Wald und im Dannenröder Forst wurden auf der geplanten Trasse Rodungen vorgenommen, während Aufforstungen aufgrund der Dürre nicht anwachsen konnten. In Zeiten des Klimawandels und einer anhaltenden Pandemie sind intakte Naturräume überlebenswichtig und können nicht durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt werden."

Die Ausgleichsmaßnahmen, mit denen bereits begonnen wurde, könnten nicht einmal ansatzweise für die Schäden aufkommen, die eine Abholzung der Wälder bringt, meinen die Aktivisten, die seit September vergangenen Jahres in Baumhäusern im Wald ausharren. In einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels in Form von Dürrejahren bereits spürbar werden, sei der Bau einer Autobahn durch ein Wasserschutzgebiet fatal.

Rechnungshof hat nichts gegen ÖPP

Um eine echte Verkehrswende einzuleiten, sei es widersinnig, an "veralteten Planungsdinosauriern" wie der A 49 festzuhalten, statt an Alternativen zu arbeiten. Der geplanten Zerstörung werde man sich "geschlossen entgegenstellen." Wer mit protestieren will, solle dezentral agieren, "auf den Straßen, Brücken und Kreuzungen, bei den Verkehrsministerien und online", heißt es im Flyer.

Zur Teilnahme rufen neben den Besetzern aus den Baumhäusern die Schutzgemeinschaft Gleental, "Fridays for Future", der BUND-Kreisverband, die Klima-Gruppe Marburg und "Koala" auf.

Reinhard Forst (Amöneburg) von der Schutzgemeinschaft Ohmtal, der seit Jahrzehnten gegen die Autobahn kämpft, hat beim Land eine Petition eingereicht. Ziel ist es, zu erreichen, dass die weiteren Baumaßnahmen eingestellt werden, bis einige Punkte geklärt sind - darunter der, warum für den Weiterbau der Autobahn ein zwingendes öffentliches Interesse angeführt werde. Unterdessen hat dagegen eine zweite Wirtschaftlichkeitsuntersuchung keine grundlegenden Bedenken gegen den Bau der Autobahn in sogenannter öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) ergeben. Jetzt muss noch der Haushaltsausschuss des Bundestags darüber entscheiden.

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