Abwassergebühr soll nun um 90 Cent in Antrifttal steigen

Antrifttal (jol). Die Gemeindevertretung verabschiedete einen Ankündigungsbeschluss für höhere Wasser- und Abwassergebühren ab 1. Juli. Zudem sprach man sich für "Porta Vulkania" aus.

Antrifttal (jol). 20 Cent mehr für das Frischwasser, 90 Cent Aufschlag beim Abwasser – die Antrifttaler machen Ernst beim Haushaltsausgleich. Die Anhebung soll ab 1. Juli greifen. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung am Montag im Gemeinschaftshaus Vockenrod unterstützte das Gemeindeparlament außerdem das Projekt Porta Vulkania. Als stellvertretender Vorsitzender wurde einstimmig Horst Korell gewählt. Eine Klarstellung von Bürgermeister Johannes Averdung zum geplanten Windpark: Entgegen anderslautenden Aussagen bei der jüngsten Bürgerversammlung hat sich der Investor alle Flächen gesichert.

Der Punkt der Tagesordnung mit dem größten Reizpotenzial ist sicherlich die Anhebung der Wasser- und Abwassergebühren, wie sich in der Sitzung vor einem halben dutzend Zuschauer zeigte. Klar ist, dass die Anhebung zum 1. Juli greifen soll. So stimmten die Gemeindevertreter einstimmig dem Ankündigungsbeschluss zu, der die Verwaltung ermächtigt, die höheren Gebühren ab 1. Juli zu berechnen. Voraussetzung ist aber ein formaler Beschluss der Gemeindevertreter nach der Beratung im Haupt- und Finanzausschuss. Ziel ist eine Wassergebühr von 2,05 Euro pro Kubikmeter, beim Abwasser sollen künftig 5,85 Euro erhoben werden. Damit soll die Gebühr kostendeckend ausfallen, das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Ein Grund für die höheren Wasser- und Abwassergebühren ist wohl der Bevölkerungsrückgang, vermutete Matthias Jahn in der Sitzung. Weniger Einwohner müssten für gleich gebliebene Kosten aufkommen. Er regte an, zu prüfen, ob alle Regenwasserzisternen angemeldet sind. Schließlich verursachten Nutzer auch mit recycletem Regenwasser Kosten bei der Abwasserklärung. Bürgermeister Johannes Averdung meinte, dass der Rückgang um 26% beim Wasserverbrauch nicht allein auf die sinkende Bevölkerungszahl zurückzuführen sei. Es schlagen auch Brunnen zu Buche, die Landwirte für die Versorgung der Tiere anlegen. Er versicherte, dass alle erfassten Zisternen berechnet werden.

Beschluss für Porta Vulkania

Schnell und einstimmig bei zwei Enthaltungen entschieden war eine Unterstützung des Projekts "Porta Vulkania" durch die Gemeindevertretung. Zur Erinnerung: An der Autobahnauffahrt Alsfeld-West will eine Gruppe Vogelsberger Unternehmer eine Markthalle für Regionalprodukte errichten, dazu will der Zweckverband "Stadt-Land-Schloss" (Träger sind die Kommunen Alsfeld, Antrifttal, Romrod) ein Erlebnis-Museum errichten. Markthalle und Museum zusammen bilden "Porta Vulkania", als ein Startort für die Erkundung der Vogelsberg-Region.

Träger des Museums moderner Prägung zur Menschheitsgeschichte ist eine gemeinsame Betreibergesellschaft der Unternehmer und der Kommunen. Für "Expedition Mensch" sollen 1,5 Millionen Euro aus dem EFRE-Förderfonds der EU genutzt werden. Um das juristisch abzusichern, müssen die drei Kommunen eine Unterstützungserklärung für die Verwendung der Europa-Mittel beschließen. Dabei geht es um die Zweckbindung für 15 Jahre, Grundlage jeder EU-Förderung.

Auf Nachfrage von Horst Korell betonte Averdung, dass der Zweckverband im Falle einer Insolvenz der Betreibergesellschaft den Weiterbetrieb des Museums anstrebt. Ein Aus für "Expedition Mensch" sei nicht vorgesehen, zur Not würde man es mit ehrenamtlichen oder Minijob-Kräften betreiben. Eine eventuelle Rückzahlung der EU-Mittel werde gar nicht erst diskutiert.

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