Abschluss nach schwierigem Start

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Vogelsbergkreis(pm). Es war der 28. September 2017, Mitternacht, als Anes, Adela, Adis, Edin, Majida und Almedina in Alsfeld ankamen. Eine Agentur vermittelte sie in den Vogelsbergkreis, um eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft zu beginnen. Nun sind sie examinierte Altenpflegekräfte und haben sich in ihrem neuen Leben zurechtgefunden. Bei einem Gespräch schauen sie mit Thomas Müller, dem Schulleiter der Pflegeakademie, zurück auf drei Jahre, in denen viel passiert ist.

"All das, was man in den letzten drei Jahren gesehen, erlebt und gehört hat, kommt zurück", sagt Adis, der in Bosnien und Herzegowina als Installateur, Tischler und IT-Techniker gearbeitet hat. Besonders der Anfang in Deutschland war schwer. Zwar absolvierten sie alle in Bosnien einen mehrwöchigen Sprachkurs, doch auch der half, gerade am Anfang der Ausbildung, nur wenig. Keine vier Tage hatten die Auszubildenden, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, bevor sie ihre Ausbildung starteten. "Wir mussten unterstützen, haben dabei unterstützt Wohnungen zu finden, Einrichtungen gesucht, die freie Ausbildungsplätze haben, und beim Handyvertrag oder dem Bankkonto geholfen", sagt Müller. "Der Start in Schule und Einrichtungen war schwer, aber wir haben gesehen, welche Entwicklung die Auszubildenden genommen haben."

Adela hat einen Jura-Abschluss, allerdings sah sie damit in Bosnien und Herzegowina nur wenig Perspektiven: "Ich wollte etwas Anderes probieren, weggehen und in Deutschland eine Ausbildung machen", sagt sie. Natürlich habe auch sie anfangs gezweifelt, ob der Schritt der richtige war, doch die Entscheidung sei eine "gute Option", wie sie sagt. Auch Anes sah in seiner alten Heimat keine Zukunft. E

r hat Biotechnologie studiert und als Disponent gearbeitet. Auch Edin und Majida erhoffen sich mit der abgeschlossenen Ausbildung in Deutschland Besseres. Für Edin stand nach seinem Schulabschluss ein Studium der Elektrotechnik im Raum, doch er entschied sich für Deutschland. Ebenso wie Majida. Sie arbeitete nach ihrem Schulabschluss mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt in einem Supermarkt. Oft zwischen 12 und 16 Stunden am Tag, auch samstags und sonntags. "Irgendwann ging das nicht mehr, ich habe nach Arbeit in Deutschland gesucht".

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