+
Vorbereitende Arbeiten für den Bau der A 49 bei Neu-Ulrichstein. Im Dezember soll der Auftrag an ein Bauunternehmen vergeben werden, teilt die Managementgesellschaft Deges mit.

Neue Autobahn in Hessen

A49-Baubeginn terminiert - Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Autobahn-Projekt

  • schließen

Im Oktober werden die Bäume für den künftigen Abschnitt der A49 gefällt, im Dezember wird der Bau vergeben und im nächsten Jahr legen die Bagger los. So ist der Zeitplan der Deges, der bundeseigenen Projektgesellschaft, die den Bau der Autobahn über öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) organisiert. Mit Verzögerung durch einen Rechtsstreit rechnet man nicht. Bereits 2024 sollen Autos auf der Strecke rollen.

Die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen, ab Oktober werden zur Vorbereitung auf die geplante A49 die Bäume auf der Strecke Schwalmstadt und Gemünden gefällt. Bereits im nächsten Jahr soll der Bau beginnen, um 2024 abgeschlossen zu sein. 750 Hektar Ausgleichsmaßnahmen wurden und werden umgesetzt. Davon berichteten Lutz Günther, Dr. Daniel Schneider, Bernhard Blümel und Claus Rosenstein von der Deges, der Projektmanagementgesellschaft des Bundes für Autobahnen. Die Deges vergibt den Bau der A49 zwischen Schwalmstadt und Gemünden. Der Abschnitt Neuental-Schwalmstadt wird von Hessen Mobil betreut. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wann werden die Bäume auf der Trasse zwischen Stadtallendorf-Niederklein und Gemünden gefällt?

Das Fällen der Bäume ist bereits weitgehend vergeben und wird ab 1. Oktober gemacht. Das ist eine Vorleistung der Deges, später räumt der Auftragnehmer die Wurzelstöcke im Verlauf der Bauarbeiten ab.

Wann wird die A49 zwischen Schwalmstadt und Gemünden fertig sein?

Die Bauzeit ist mit rund vier Jahren veranschlagt, sodass mit einer Inbetriebnahme der A49 südlich der Auffahrt Schwalmstadt im Jahr 2024 zu rechnen ist.

Wie hoch sind die Kosten für die letzten 30 Kilometer zwischen Schwalmstadt und Gemünden an der A5?

Die Gesamtkosten für das den Bau und Betrieb des Projekts in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) über den Zeitraum von 30 Jahren sind mit 1,1 Milliarden Euro im Bundeshaushalt veranschlagt. Das umfasst Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung und anteilige Finanzierung. Für Planung und Bau der Neubauabschnitte VKE 30 (Schwalmstadt - Stadtallendorf) und VKE 40 (Stadtallendorf - Gemünden) werden 696,8 Millionen Euro veranschlagt. Das ÖPP-Projekt A49 ist als Verfügbarkeitsmodell konzipiert. Der private Partner erhält während des Baus Abschlagszahlungen auf rund 50 Prozent der Baukosten sowie ein monatliches Entgelt für Betrieb, Erhaltung und anteilige Finanzierung. Das Entgelt wird reduziert, wenn die Strecke nicht verfügbar ist. ÖPP-Projekte werden von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen begleitet. Die Beauftragung eines privaten Partners zur Durchführung eines ÖPP-Projektes erfolgt nur, wenn sein Angebot unter den Gesamtkosten für eine konventionelle Ausführung liegt.

Gibt es Verzögerungen im Vergabeverfahren des ÖPP-Projekts A49?

Nein. Das Vergabeverfahren liegt im Plan. Mit einer Zuschlagserteilung wird Ende 2019 gerechnet.

Wie werden die Eingriffe in die Natur ausgeglichen?

Die Eingriffe in Natur und Landschaft werden durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf rund 750 Hektar Fläche kompensiert. Darunter sind vier neue Kammmolchteiche im Dannenröder Forst, ein verlandeter Teich wurde ausgeräumt. Angrenzend wird eine Grünbrücke über die Autobahn geführt, die sogar einen kleinen Bachlauf aufweist. Zudem wurde eine Ackerfläche bei Rülfenrod aufgeforstet, und die Renaturierung einer Fläche im Wald bei Dannenrod ist vorgesehen. Zwischen dem Schmitthof Lehrbach und der geplanten Talbrücke Gleental werden mehrere Biotope für Zauneidechsen geschaffen. Am Diebachsgraben werden auf vier Kilometern Länge vom Söhrenteich bis unterhalb Appenrod Uferstreifen extensiviert, um dem Schmetterling Schwarzblauer Ameisenbläuling bessere Bedingungen zu bieten.

Wie wird der Schutz der Trinkwasserbrunnen bei Lehrbach gewährleistet?

Das Schmutzwasser von der 27 Meter breiten Autobahn wird oberhalb des Schmitthofs in ein Überlaufbecken geleitet. Die Fläche liegt gerade noch in der Trinkwasserschutzzone 3b, unterhalb des Schmitthofs besteht die Schutzzone 2. Über eine 5,5 Kilometer lange Leitung wird das Wasser vom Überlauf des Beckens an der Wasserschutzzone entlang geführt. Es fließt damit unterhalb der Brunnen, die auch Wasser für das Rhein-Main-Gebiet fördern, in den Bach. Bereits beim Bau der rund 400 Meter langen Talbrücke über das Gleental muss der Auftragnehmer grundwasserschonend arbeiten. Baugruben muss er schnell verfüllen, und die Baumaschinen müssen nachts besonders gegen möglicherweise auslaufendes Öl gesichert werden.

Was wird getan, um die Lärmbelastung von der Autobahn zu mindern?

Ein großer Teil der Strecke wird in einem Einschnitt in der Erde verlaufen, um einen Teil des Fahrzeuglärms abzufangen.

Können Gerichtsverfahren den Bau noch verzögern?

Die Mitarbeiter der Deges sehen keine hohe Wahrscheinlichkeit einer Verzögerung durch eine Klage. Ein Gerichtsverfahren sei allerdings nie auszuschließen, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare