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Markierungen an Bäumen, die demnächst für den Weiterbau der A49 gefällt werden sollen. In den vergangenen Monaten regte sich dagegen massiv Protest.

Autobahn

A49: Aktivisten beginnen mit Besetzung von Dannenröder Forst 

"Der Dannenröder Wald ist besetzt!" Mit dieser Mitteilung meldete sich am Montag eine Gruppe von Aktivisten, die nach eigenen Worten ein Waldstück auf der geplanten Trasse der A49 besetzt hat.

Homberg - Am Nachmittag ließen die Teilnehmer der Aktion über ihre Internetseite wissen, dass es bereits erste Festnahmen gegeben habe, "aber bisher keinen Großeinsatz der Polizei". Man lasse sich davon nicht einschüchtern, sondern gehe mit dem Thema jetzt "vorwärts in die Öffentlichkeit."

Zwischen Stadtallendorf und Gemünden sollen für das letzte Teilstück der A49 rund 85 Hektar Wald gerodet werden. Die Arbeiten im sogenannten Gerichtswald bei Dannenrod, im Maulbacher Wald und im Herrenwald sollen laut der Planung Anfang Oktober starten. Denn das Wetter lässt dafür nur ein gewisses Zeitfenster zu. Anlass ist für die Aktivisten, die unter dem Stichwort "Wald statt Asphalt" antreten, "die dringend notwendige Verhinderung der unmittelbar bevorstehenden Rodungs- und Bauarbeiten an der geplanten A49-Strecke, da bisherige langjährige Versuche, das Tal, den Wald und das Wasserschutzgebiet zu schützen, vergebens waren".

Ausbau der A49: Waldstück bei Dannenrod besetzt

Hintergrund: Die Planungen für die Autobahn begannen vor über 40 Jahren. Erste Überlegungen gab es sogar schon 1929. Seit den 1970er Jahren gibt es Widerstand gegen das Bauvorhaben, das aus Sicht der Aktivisten "verkehrspolitisch unsinnig und ökologisch katastrophal" ist. Das Roden von gesundem Mischwald sei in den Zeiten von Klimanotstand, Wasserknappheit und massivem Artensterben "ein unfassbares Vorhaben." Als Besetzer wolle man die Rodungen verhindern und den Ausbau der A49 stoppen, so das Ziel. Die Teilnehmer begrüßen nach eigenen Worten ausdrücklich den teilweise jahrzehntelangen Widerstand und die Bemühungen der lokalen Bürgerinitiativen und Umweltverbände vom Aktionsbündnis "Keine A49". Man habe sich nun für diese Form des Widerstands mit Besetzungen entschieden, weil andere Protestformen wie Demonstrationen, Petitionen, Klagen und Appelle an politische Entscheidungsträger den Ausbau der A49 bisher nicht hätten aufhalten können und mit den Rodungen nun Fakten geschaffen werden sollten.

Gründe, weswegen der Wald und das Wasser im Gleental schützenswert seien, gebe es viele, so die Aktivisten. Und weiter: Ihnen gehe es um mehr als eine "Nicht-vor-meiner-Haustür-"-Mentalität. "Klar ist, wir wollen keine hässliche Autobahn in unserer Nähe - aber genauso wenig wollen wir, dass irgendwer anderes diese Autobahn in seiner Nähe hat".

red

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