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Hinein ins kühle Nass heißt es Ende der Woche wieder im Erlenbad.

800 Gäste gleichzeitig erlaubt

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Alsfeld (pm). Vor acht Monaten schlossen sich die Türen - zumindest für den Publikumsverkehr. Viele Wochen ohne Schwimmen, Saunieren und Aquasport. Endlich wacht das Bad aus seinem Corona-Schlaf auf, der Countdown läuft und die Öfen fangen langsam wieder an zu heizen. Kommenden Freitag, am 11. Juni, ist es so weit: Das Erlenbad öffnet wieder seine Türen.

Der größte Pool der Region hätte aufgrund der Inzidenzzahlen schon Ende Mai öffnen dürfen. Das hat er aber ganz bewusst nicht. Der Grund ist besucherfreundlich: Das Wasser in den Becken wäre noch zu kalt gewesen. »Wir haben Mitte Mai einen neuen Heizkessel bekommen«, erläutert Betriebsleiter Waldemar Dullson, der schon seit Wochen mit der Freibadvorbereitung beschäftigt ist. »Bei der Größe ist das nicht so einfach, und es dauert ein paar Tage, ihn auch wieder ins Heizsystem zu integrieren.« Und dann muss »der Neue« ja auch noch seine Arbeit tun: Heizen. In dem Fall das Wasser des Freibades auf 23 bis 24 Grad, denn das ist die Standardtemperatur in den Alsfelder Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Im angrenzenden Babybecken wird es sogar noch wärmer aufgeheizt, nur im Springerbecken bleibt es frisch. »Damit der Spruch »der Sprung ins kühle Nass« Bestand hat«, zwinkert Dullson.

Ausgeklügelte Wegeführung

Nicht nur der Heizkessel ist erneuert worden. Abgesehen von den Bauarbeiten im Hallenbad, in dem die Decke ersetzt werden muss, hat das Erlenbad-Team in den vergangenen Monaten die Zeit genutzt, viele Renovierungs- und Sanierungsarbeiten vorzunehmen. So wurden beispielsweise das Beachvolleyballfeld von Grund auf neu aufgebaut, der Spielplatz verschönert und unter anderem mit neuem Sand ausgestattet, die Grünflächen, Hecken und Beete bereinigt, frisch gemacht und neu eingefriedet sowie natürlich, wie bisher jedes Frühjahr, die defekten Fliesen in und um die Becken ausgetauscht.

Das Erlenbad hat dem Vogelsberger Gesundheitsamt wieder ein Pandemie- und Hygienekonzept zur Genehmigung vorgelegt, um das Freibad betreiben zu können. Inhaltlich geht es dabei um Wegeführungen, Nutzung Umkleidekabinen und Toiletten, Personenzahl auf dem Freibadareal aber auch in den jeweiligen Becken, Personaleinsätze zur Umsetzung der Hygienemaßnahmen und vielem mehr. Das Ergebnis: Im Freibad dürfen sich gleichzeitig 800 Menschen aufhalten - natürlich auf Abstand und die AHA-Regeln einhaltend. Im Schwimmerbecken können zeitgleich 100 Schwimmer ihre Bahnen ziehen, im Nichtschwimmerbecken dürfen sich 70 Personen aufhalten. Im Babybecken und Springerbecken ist auf die Abstandsregeln pro Haushalt von 1,5 Metern zu achten. »Wir werden das Aufsichtspersonal wie im vergangenen Jahr wieder verdoppeln, sodass wir nicht nur ein wachsames Auge auf die Becken haben, sondern auch einen Blick darauf werfen können, ob sich auf dem gesamten Areal an die Regeln gehalten wird.« Zudem müssen natürlich zusätzliche Reinigungsschichten eingelegt werden, was auch einen erhöhten Personaleinsatz erfordert.

Die Preise bleiben wie im vergangenen Jahr stabil, es gibt Einzelkarten sowie Mehrfachkarten, die wie immer drei Jahre Gültigkeit haben. Die Saisonkarte 2021 wird es auch in diesem Jahr nicht geben, da die Saison wieder verkürzt ist. Einlassbestimmungen: Eine Voranmeldung ist für den Einlass nicht nötig, aber die Kontaktdatenerfassung. »Wir werden mit der Luca-App arbeiten, das ist für Smartphone-Besitzer am einfachsten. Für diejenigen, die kein Smartphone besitzen, werden wir mit Kontaktformularen arbeiten«, erläutert Geschäftsführer Kaufmann.

»Wir möchten unseren Besuchern einen schönen Sommer bereiten, dass sie ein wenig abschalten und hier ein Gefühl von Urlaub bekommen, falls sie nicht wegfahren können oder wollen«, ist Dullsons Ziel. »In den nächsten Wochen werden wir auch schauen, ob wir außer den Aquakursen nicht auch die eine oder andere unserer beliebten Veranstaltungen durchführen können - wie das Midnightswimming, den Arschbomben-Contest, das Beachvolleyball-Turnier oder das Bürgerfrühstück, je nachdem, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln.«

Klar ist aber leider schon, dass das Erlenbad-Team dafür letztlich nur bis Mitte September Zeit hat. Denn dann startet die nächste Phase der Sanierung im Rahmen des Förderprogrammes zur Sanierung kommunaler Einrichtungen, dann werden die Beckenköpfe saniert, sodass diese nicht nach jedem Winter neu und für viel Geld geflickt werden müssen, sondern nach dem einmaligen Invest dauerhaft witterungsbeständig sind.

Schwitzen ja, sogar mit Aufgüssen

Neue Farbanstriche in den Umkleidekabinen, Reparaturen im Außenbecken und ein entspannendes Lichtbild in der Bio-Sauna sind wohl die auffälligsten Arbeiten, die es in dem monatelangen Stillstand in der Erlenbad-Sauna gab.

Am Freitag, dem 11. Juni, öffnet auch die Sauna. Mit Anstand und Abstand können die Angebote im Herzen des Erlenbades wieder genutzt werden: Bio-Sauna, 80°-Sauna, 90°-Sauna und 100°-Sauna. Das Dampfbad und die Salzgrotte bleiben bis auf Weiteres wegen der Aerosole geschlossen. Aufgüsse dürfen wieder stattfinden, es darf nur nicht gewedelt werden. »Aber Saunieren ist auch ohne Wedeln schön - entspannen, schwitzen, abkühlen, ruhen, das habe ich unglaublich vermisst«, gesteht ein Stammgast der Erlensauna, der als einer der letzten Saunagäste 2020 vor Ort war und sich vorgenommen hat, jetzt bei den ersten Gästen wieder dabei zu sein.

Das Team, das für seine abwechslungsreichen Aufgüsse und Programme bekannt ist, wird sich auch in diesem Corona-Sommer etwas einfallen lassen, um seinen Gästen ab und zu ein Highlight zu bieten - vielleicht öfter Klangschalenentspannungen, kleinere Events oder mehr Gimmicks als bisher.

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