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Im Jubiläumsjahr werden die Vereinsräume kaum genutzt.

100 Jahre SV »Chattia« abgesagt

  • VonDieter Graulich
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Ulrichstein (au). »Im Jahre 1921 wurde unter Vorsitz von Lehrer Ludwig Breitwieser der Fußballclub ›Chattia‹ gegründet. Sein historischer Name weist auf die Ureinwohner dieses Gebietes, die Chatten, hin und seine Farben blau-gelb auf die Stadtfarben. Der erste Sportplatz wurde auf dem Hasenstein errichtet.« Dies ist dem Heimatbuch »Ulrichstein - Burg und Stadt« des verstorbenen Ehrenbürgermeisters Reinhard Thomas sen.

zu entnehmen. Demnach hätte man in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen des Vereines feiern können. Doch wegen der andauernden Covid-19-Pandemie hat sich der Verein entschlossen, alle für den Zeitraum vom Donnerstag, dem 3. Juni, bis Sonntag, dem 18. Juli, geplanten Festivitäten abzusagen.

Bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden Reinhold Stein und dessen Vertreter Udo Henke bedauerten beide diese Entscheidung und stellten in Aussicht, dass an eine Durchführung des Jubiläums im nächsten Jahr rund um den Fronleichnam (16. Juni 2022) gedacht ist.

Umso bedauerlicher ist diese Entscheidung, weil bereits fast alle Vorbereitungen für das »100-Jährige« kurz vor der Vollendung standen. So war bereits die Festschrift in Arbeit, und zahlreiche Firmen, Geschäfte, Mitglieder und Freunde der »Chattia« hatten dafür schon Werbungen zugesagt. Die Festdamen waren ausgesucht und standen auf Abruf bereit. Abgeschlossen war auch die komplette Renovierung der Innenräume des Sportheimes. Das Sportheim selbst war bereits in den Jahren 2017 und 2018 angebaut sowie die Tribüne in Ordnung gebracht worden. Leider konnte alles im Vorjahr wegen Corona nur noch sehr eingeschränkt benutzt werden.

Absagen musste man auch das alljährliche Sternwandertreffen der Ulrichsteiner Vereine und Stadtteile, das von der »Chattia« am Jakobimarkt ausgerichtet werden sollte. Als Ersatz dafür will die Stadt das Stadtradeln, analog zum Sternwandern, als Wettbewerb zwischen den Stadtteilen durchführen. Dazu sollte jeder Stadtteil ein Team mit dem Stadtteilnamen bei der Anmeldung anlegen. Bei der Auswertung gibt es dann auch eine Vereinswertung (Anzahl der Radler im Stadtteil mal den Radkilometern) und eine Stadtteilwertung (Gesamtkilometer im Ort geteilt durch die Einwohner mit Hauptwohnsitz).

Viele Termine

Für das Jubiläum selbst standen bereits Veranstaltungen wie »Ulrichstein bewegt sich«, ausgerichtet von der Damengymnastik, den Volleyballern und der Reha-Herz-Sportgruppe, ein AH-Spiel, Fußballabzeichen plus B- und A-Jugendspiele, Schoppenturnier und Disco, Kommersabend, Festgottesdienst und Festumzug sowie ein Spiel der ersten Mannschaft gegen Stadtallendorf auf dem Programm.

Derzeit hat die »Chattia« insgesamt 487 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Damen-Gymnastik, Kinderturnen, Reha-Herzsportgruppe und Volleyball.

Liga abgebrochen

In der Saison 2013/ 14 konnte die »Chattia« nur noch eine Fußballmannschaft stellen, weil viele Spieler den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet hatten. Am Ende der Saison schloss man sich der FSG Ober- Ohmen / Ruppertenrod an, wie schon seit Jahren zuvor im Jugendbereich und machte einen Neuanfang in der B-Liga Alsfeld. Der offizielle Name: FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein. Seit der Saison 2017/18 spielt man in der Kreisliga A Alsfeld. Die Runde wurde durch die Pandemie abgebrochen, und am Ende gab es nur Aufsteiger, die Mannschaften, die auf den Abstiegsplätzen waren, konnten in den Spielklassen bleiben.

Gut angenommen werden die Reha-Herzsportgruppe, Damengymnastik und das Kinderturnen. Sehr ruhig ist es in der Volleyballgruppe, und beim Tischtennis sind derzeit nur die Senioren aktiv.

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