Ansteckung von Sars-CoV-2 verringern

Mundschutz von Playmobil können nicht alle tragen - Kunden sind wütend

Playmobil sagt dem Coronavirus den Kampf an und produziert jetzt Mundschutz-Masken. Doch es gibt einen Haken daran, der die Kunden wütend macht.

  • Um das Coronavirus weiter einzudämmen, wird über eine Maskenpflicht diskutiert.
  • Doch längst gibt es nicht ausreichend Atemschutz für alle.
  • Ein bekanntes Spielzeug-Unternehmen bietet deshalb ab sofort einen Mundschutz an.

Zirndorf/Nürnberg - Nanu, was ist denn das? Neben Plastik-Häuschen und Puppen verkauft der Spielzeug-Hersteller Playmobil ab sofort auch wiederverwendbare "Nase-Mund-Masken". Sie sind komplett aus Kunststoff und kosten rund fünf Euro, wie RUHR24.de* berichtet.

Playmobil: Mundschutz gegen Coronavirus ab sofort im Sortiment

Grund für die ungewöhnliche Sortimentserweiterung ist die Eindämmung des Coronavirus* mithilfe von Atemschutzmasken. Jüngst wird immer häufiger über eine mögliche Maskenpflicht diskutiert*, wie sie zum Beispiel in Österreich eingeführt wurde.

Das Problem: Es gibt nicht ausreichend Mundschutz für alle. Zwar gibt es im Internet entsprechende Anleitungen dafür, wie man den Corona-Mundschutz selber machen kann*, im Handel ist er aber immer noch sehr schwer zu bekommen.

Playmobil: Schutzmasken zur Eindämmung des Coronavirus im Online-Shop

Dagegen möchte der fränkische Spielzeug-Gigant Playmobil mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg nun offenbar etwas tun und brachte die hellblaue "Nase-Mund-Maske" auf den Markt. Sie kostet 4,99 Euro und ist im Online-Shop bestellbar.

Pro verkaufter Maske spendet Playmobil einen Euro an den Corona-Nothilfefonds des Deutschen Roten Kreuzes. "Durch diese Maske wird das Risiko, andere Menschen durch eine Tröpfcheninfektion anzustecken, reduziert und die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt. Das Material der Maske ist langlebig", schreibt Playmobil über seinen Coronavirus-Schutz auf Facebook

Mit kleinen Plastik-Figuren wie diese wurde das fränkische Spielzeug-Unternehmen Playmobil bekannt.

Playmobil: So funktioniert die Schutzmaske des Spielzeug-Herstellers

Und so einfach funktioniert das Ganze: Auf der Schutzmaske ist vorne eine Art Deckel angebracht (mit dem typischen Playmobil-Männchen versehen), den man abschrauben kann. Dahinter kann man einen selbstgewählten Filter, zum Beispiel ein Taschentuch, legen. 

Mit einem Gummiband kann man die "Nase-Mund-Maske" wie andere Schutzmasken auch, über den Kopf ziehen. Im Grunde recht simpel. Jedoch sollte eine Tragedauer von zehn Stunden nicht überschritten werden. Wie Playmobil mitteilt, sollte spätestens dann der Filter ausgetauscht und der Kunststoff gereinigt werden.

Playmobil: Coronavirus-Mundschutz ist kein Spielzeug

Ganz wichtig: Auch wenn der Mundschutz im Online-Shop zusammen mit etlichen Spielwaren angeboten wird, handelt es sich bei der Maske um kein Spielzeug. Darauf weist Playmobil sogar gesondert hin. 

Außerdem teilte der Hersteller auf seiner offiziellen Facebook-Seite mit, dass die Schutzmaske ausschließlich für Erwachsene gedacht sei. Für Kinder wäre sie ungeeignet. Eine Tatsache, die bei den Kunden für Unmut sorgt.

Playmobil: Kunden wollen Schutzmaske für Kinder und sind sauer

Denn Playmobil schreibt in seinem Online-Shop nicht, dass die Schutzmaske nur für Erwachsene ist. Für ein Unternehmen, das normalerweise Kinder-Spielzeug herstellt, wäre dies aber sicherlich sinnvoll gewesen. Auf Facebook ärgern sich die Kunden nun:

  • Wie sinnvoll.... wie kann ich den Kauf stornieren? Dachte die ist für Kinder.
  • Danke für die Info. Das sollten Sie in der Online-Beschreibung hinzufügen, und zwar auch auf playmobil.fr. Vielen Dank im Voraus.
  • Schade, bitte auch für Kinder anbieten.
  • Gut dass ich noch mal geguckt habe, wollte 3 für meine Kinder bestellen.
  • Was ja auch schon mal voller Widerspruch ist. Schulen sind geschlossen, weil sie Überträger sind, aber Masken brauchen sie nicht...
  • Grad für Kinder wäre sie super.

Playmobil: Spielzeug-Hersteller reagiert nicht auf Kritik zu Coronavirus-Schutzmasken

Bisher hat Playmobil nicht auf die Kritik reagiert. Bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen noch zu seinen Beweggründen, die Masken ausschließlich für Erwachsene anzubieten, äußern wird.

Die Lieferzeit für den hellblauen Coronavirus-Schutz beträgt aktuell sechs bis acht Werktage. Kunden müssen sich also gedulden und hoffen, dass die Maskenpflicht nicht in den kommenden Tagen umgesetzt wird.

ahi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Playmobil

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