Gesetzlich Versicherte können sich freuen: Die Krankenkassen übernehmen mehr Leistungen.
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Gesetzlich Versicherte können sich freuen: Die Krankenkassen übernehmen mehr Leistungen.

Gesundheit

Kassenpatienten sparen ab Oktober: Krankenkasse muss drei neue Leistungen zahlen

  • VonSophie Mahr
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Keine Kosten für Baby-Screening, Hepatitis-Check und Therapie: Kassenpatienten können seit dem 1. Oktober 2021 mehr Leistungen in Anspruch nehmen.

Berlin – Wer gesetzlich krankenversichert ist, darf sich freuen: Seit Oktober 2021 gibt es drei neue Angebote im sogenannten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Das bedeutet konkret, dass die Krankenkassen die Kosten für drei „neue“ Leistungen übernehmen. Die Leistungen an sich sind zwar nicht unbedingt neu, doch zuvor mussten Kassenpatienten diese Untersuchungen selbst bezahlen. Nach Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geht es um folgende Untersuchungen und Therapien:

  • Erweiterung des Neugeborenen-Screenings
  • Einmalige Erweiterung des „Check-ups“
  • Einführung einer Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Krankenkassen übernehmen Kosten für Teile des Neugeborenen-Screenings

Eine der drei Neuerungen im Leistungsspektrum der Krankenkassen ist die Erweiterung des Neugeborenen-Screenings. Bei diesem werden einige Tropfen Blut untersucht, um bereits in den ersten Lebenstagen des Neugeborenen seltene angeborene Erkrankungen zu entdecken. Im Zuge dieser Untersuchung dürfen nun zwei weitere Krankheiten überprüft werden. Zum einen die spinale Muskelatrophie (SMA), zum anderen die Sichelzellkrankheit. Durch eine frühere Erkennung dieser Krankheiten kann auch die Behandlung früher beginnen.

Krankenkassen: Einmaliges Hepatitis-Screening nun für gesetzlich Krankenversicherte möglich

Die zweite Erweiterung umfasst eine einmalige Kostenübernahme, wie die G-BA informiert. So haben gesetzlich Krankenversicherte ab einem Alter von 35 Jahren die Möglichkeit, sich bei ihrem „Check-Up“ – diese Gesundheitsuntersuchung kann alle drei Jahre einmal gemacht werden – auf eine Hepatitis-B oder C-Erkrankung testen zu lassen. Auf diese Weise sollen auch symptomlose Erkrankungen frühzeitig erkannt und schwere Spätfolgen der Leberentzündung, wie Leberzirrhose oder Leberkrebs, verhindert werden. Kassenpatienten, die erst kürzlich einen „Check-Up“ gemacht haben, dürfen das Hepatitis-Screening nach Informationen des G-BA schon vor dem Ablauf der Drei-Jahresfrist nachholen und ihrer Krankenkasse in Rechnung stellen.

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung als neues Angebot der Krankenkassen

Bei der dritten Leistung handelt es sich tatsächlich um ein neues Therapieangebot in der ambulanten Psychotherapie: Eine gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung. Bei diesem Konzept dürfen die Patienten zwischen vier (zu je 100 Minuten) und acht (zu je 50 Minuten) Sitzungen einer Gruppentherapie besuchen. „Patientinnen und Patienten können hier erste Erfahrungen mit dem Gruppen-­Setting sammeln und prüfen, ob eine Gruppentherapie für sie infrage kommen könnte“, heißt es beim Gemeinsamen Bundesausschuss.

Therapeuten sollen die Patienten über psychische Störungen sowie über Arbeitsweise und Wirkmechanismen, Chancen und Nutzen einer Gruppentherapie informieren. Gleichzeitig gehe es auch um eine erste Symptomlinderung. Das wirklich besondere des Angebots: „Um den niedrigschwelligen Zugang abzusichern, ist kein Anzeige- oder Antragsverfahren gegenüber den Krankenkassen notwendig“, schreibt der Bundesausschuss weiter. Ebenfalls neu ist, dass auch „probatorische Sitzungen im Gruppen-Setting“ möglich sind.

Hintergrund des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen

Diese drei neuen Angebote hat der Gemeinsame Bundesausschuss schon etwas früher zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Die einzelnen Angebote oder Leistungen können die Versicherten allerdings erst dann wahrnehmen und bezahlt bekommen, „wenn der Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen über die Vergütung entschieden hat“ – und genau das ist nun geschehen.

Seit dem 01.10.21 gibt es zu dem eine Neuerung fürs Übermitteln der Krankmeldungen an die Krankenkasse.

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