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Tchibo-Knaller: Preise erhöht – ganze Branche betroffen

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Von: Katharina Küpper

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Kaffee wird teurer. Tchibo hebt die Preise drastisch an – und gibt Kunden ein Versprechen.

Deutschland – Ein Rattern deutet die Inbetriebnahme an, der Duft frisch gemahlener Bohnen zieht durch den Raum, und dann fließt das schwarze Gold aus der Maschine. Für viele Menschen besiegelt die erste Tasse Kaffee den Start in den Tag. Diese Tasse kann in Zukunft allerdings teurer werden, berichtet RUHR24*.

UnternehmenTchibo
CEOWerner Weber (1. Juli 2021–)
HauptsitzHamburg
Gründung15. März 1949, Hamburg

Hammer bei Tchibo: Kaffee-Gigant erhöht Preise um mehr als einen Euro

So will zumindest Kaffee-Gigant Tchibo zum zweiten Mal in neun Monaten die Preise zum Teil deutlich anheben. Zwischen 50 Cent und 1,30 Euro soll das beliebte Lebensmittel ab dem 21. Februar teurer werden – abhängig von Herkunftsland und Sorte.

Tchibo zählt zu den führenden Kaffeeröstereien und als ein Signalgeber für den Markt. Auch Lidl drehte erst vor Kurzem an der Preisschraube für Kaffee*.

Tchibo zieht Kaffee-Preise an: Reaktion auf steigende Rohstoffpreise

Als Grund für den Preis-Anstieg nennt das Hamburger Unternehmen die Reaktion auf die steigenden Rohstoffpreise: „Wir haben lange gezögert, aber seit vergangenem Sommer sind die Rohkaffeepreise um 50 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung tragen wir Rechnung und passen nun unsere Verkaufspreise an“, erklärte Tchibo-Sprecher Arnd Liedtke in einer Mitteilung.

Mit der Höhe des Preisanstiegs wolle Tchibo gewährleisten, weiterhin hochwertigen Rohkaffee einkaufen zu können und die Partner in den Kaffeeanbauländern mit fairen Preisen zu unterstützen, heißt es in der Mitteilung.

Tchibo: Kaffee wird teurer – schlechtes Wetter in Brasilien ist schuld

In Brasilien, dem weltweit größten Erzeuger von Kaffee-Bohnen, sorgte schlechtes Wetter im vergangenen Jahr für eine schlechte Kaffee-Ernte*. Im August 2021 fiel sogar Schnee in Brasilien – ein seltenes Wetterphänomen. Schon damals sorgten sich die Kaffeebauern um die Pflanzen und die weitreichenden Folgen des Frostes:

„Einige Pflanzen sind noch stärker betroffen, die haben nicht nur die Ernten für 2022 und 2023 verloren, sie sind zum Teil erfroren und man wird sie drastisch zurückschneiden müssen, zum Teil bis zur Wurzel“, erklärte Agraringenieur Lucas Bartelga damals der Tagesschau.

Arabica-Bohnen, die etwa 60 Prozent der globalen Kaffeeproduktion ausmachen, verzeichnen einen extremen Preisanstieg: „Kostete Arabica Anfang 2021 noch rund 120 US-Cent je Pfund, so erreichte der Preis Anfang Dezember mit gut 250 US-Cent das höchste Niveau seit mehr als zehn Jahren“, erklärte Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch der DPA.

Kaffeebohnen in der Rösterei
Tchibo hebt die Kaffee-Preise massiv an. © Cristina Vega Rhor/AFP

Tchibo gibt Kunden ein Versprechen: Kaffee-Preise sollen wieder fallen

Der Kaffeeröster aus Hamburg gibt seinen Kunden aber ein Versprechen: „Wie auch in der Vergangenheit können sich die Kunden darauf verlassen, dass Tchibo die Preise senken wird, sobald die Rohkaffeepreise dies zulassen“, schreibt das Unternehmen in der Mitteilung.

Das Unternehmen Tchibo, das seine Produkte über eigene Filialen und Supermarkt*-Depots verkauft und die Preise dementsprechend selbst festlegt, kommuniziert die Preisgestaltung sehr deutlich. Andere Kaffee-Anbieter liefern an Supermärkte, die dann den Endpreis bestimmen. Darboven, Rösterei-Konkurrent, wollte bei der DPA zu Kaffeepreisen kein Statement abgeben.

Wer in Zukunft seine morgendliche Tasse Kaffee genießen will, sollte nicht nur auf die Sorte achten – immerhin konnte im Test nur eine überzeugen* –, sondern auch auf den Preis. Sonst gräbt das schwarze Gold tiefe Löcher in die Finanz-Tasche. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks IPPEN.MEDIA

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