Mysteriöse Warnung im Netz

Kuriose Aldi-Warnung vor Fleisch: Corona-Aushang verunsichert Verbraucher - Das steckt dahinter

  • Karolin Schäfer
    vonKarolin Schäfer
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In den sozialen Medien kursiert derzeit eine angebliche Warnung von Aldi. Auf Corona-Plakaten wird vor dem Verzehr von Fleisch gewarnt. Der Discounter wehrt sich und äußert einen Verdacht.

  • Eine angebliche Warnung von Aldi* kursiert derzeit im Netz.
  • Der kuriose Aushang warnt vor dem Kauf von Fleisch, besonders in Zeiten von Corona.
  • Jetzt wehrt sich Aldi Süd und äußert einen Verdacht.

Kassel - Auf den ersten Blick wirken die Aushänge mit dem Titel „Corona-Info“ echt. So lässt sich auf jedem Plakat das Logo eines Discounters finden. Aktuell ist eine angebliche Warnung von Aldi Süd im Umlauf. Dabei warnen mysteriöse Aushänge an Haltestellen vor dem Kauf von Fleisch.

Besonders in den sozialen Medien ist der Aushang häufig auf geteilten Fotos zu sehen, wie chip.de berichtet. Durch das Logo von Aldi Süd soll die Echtheit der Warnung bestätigt werden.

Ein Aushang mit dem Titel „Corona-Info“ warnt vor dem Verzehr von Fleisch. Angeblich soll dieser von dem Discounter Aldi stammen.

Warnung vor Fleisch: Aushang stammt angeblich von Aldi

Das Corona-Plakat warnt Verbraucher vor dem Verzehr von tierischen Produkten, wie Fleisch, Milch und Eier. Dabei sei die Nutztierhaltung der „ideale Nährboden“ für neue Krankheitserreger. Das Risiko einer künftigen Pandemie könne reduziert werden, indem sich Kunden pflanzlich ernähren. Schließlich haben 80 Prozent aller Pandemien Ursprung in der Tierindustrie, heißt es auf dem Aushang.

Zudem wird auf die „Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel“ im Sortiment von Aldi* verwiesen. Doch handelt es sich dabei tatsächlich um einen offiziellen Appell von dem Discounter-Riesen, dass Verbraucher in Zeiten von Corona auf Fleisch verzichten sollen?

DiscounterAldi Süd
SitzMühlheim an der Ruhr
LeitungNorbert Podschlapp
Umsatz (2019)59 Milliarden Euro

Warnung vor Fleisch: Aldi nimmt Stellung zu Corona-Plakat

Nutzer in den sozialen Medien werden stutzig. Die Gefahr der Ansteckung mit Corona durch den Konsum von Fleisch ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Die Verbraucherzentrale schätzt das Risiko einer Infektion sogar als gering ein.

Aldi Süd nimmt Stellung dazu und distanziert sich von den Vorwürfen. Das Schreiben mit dem Titel „Corona-Info“ sei nicht von dem Discounter selbst verfasst worden. Auf Anfrage von hna.de äußert Aldi einen Verdacht: „Vermutlich handelt es sich dabei um eine Aktion von Aktivisten“.

Mysteriöse Warnung vor Fleisch von Aldi: Corona-Plakat kursiert im Netz

Der Aushang, der angeblich von Aldi stammt und unter anderem vor dem Konsum von Fleisch warnt, ist nicht der erste Fall. Bereits in der Vergangenheit waren weitere Fake-Warnungen im Umlauf.

Mimikama, ein Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, hat sich die angebliche Warnung von Aldi genauer angeschaut. Dabei konnten Ähnlichkeiten zu Aushängen in den letzten Monaten hergestellt werden. Bereits im April gab es ähnliche Corona-Infos von Rewe* und Netto. Auch diese Warnungen wurden unzählige Male im Netz geteilt.

Nach kurioser Warnung von Aldi: Weitere Supermärkte betroffen

Auf Nachfrage von Mimikama distanzierte sich die Supermarktkette Rewe von dem Schreiben. Wer tatsächlich hinter den Aushängen steckt, die unter anderem vor dem Verzehr von Fleisch warnen, ist bislang unklar.

Inzwischen ist jedoch eindeutig, dass die Aufrufe nicht von Aldi und Co. stammen. Dritte scheinen im Namen der Supermärkte die Handzettel zu verteilen.

So wirkt sich die Mehrwertsteuersenkung bei Aldi, Lidl & Co aus

Konjunkturpaket: Die Bundesregierung hat ab dem 01.07.2020 eine Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Der Beschluss wirkt sich auf die Preise für Lebensmittel bei Aldi, Lidl und Edeka aus.

Erst vor Kurzem hat der Discounter Aldi einen Rückruf für Obst in seinem Sortiment gestartet. Für Kunden ist besondere Vorsicht geboten. Dieses Obst sollte man auf keinen Fall verzehren. (Karolin Schaefer) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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