1. Gießener Allgemeine
  2. Verbraucher

„War mein letzter Einkauf“ – Aldi-Mitarbeiter lassen Kind (3) nicht aufs Klo

Erstellt:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Als seine kleine Tochter während des Einkaufs bei Aldi plötzlich ein dringendes Bedürfnis verspürt, braucht der Vater mindestens ebenso dringend Hilfe. Die aber verwehrt ihm der Discounter: 

Das Social-Media-Team bei Aldi* Süd hat es oft nicht ganz leicht. Immerhin sind es die dortigen Mitarbeiter, die an vorderster Front stehen und an denen sich die Kundenwut ungefiltert entlädt. Erst kürzlich zum Beispiel sah ein Kunde sich allen Ernstes genötigt, seines Erachtens falsch geschnittene Hot-Dog-Brötchen zu reklamieren*, wie HEIDELBERG24* berichtet. Nicht selten ist es aber auch klassische Aktionsware Ziel der Beschwerden*. Wie berechtigt diese Vorwürfe im Einzelnen sind, darüber kann man sicher diskutieren. Oftmals müssen sich die Mitarbeiter aber eben auch mit durchaus berechtigter Kritik auseinandersetzen. Kein ganz einfacher Job. Tauschen möchte man jedenfalls nicht unbedingt.

Und dann gibt es da diese Beschwerden, bei denen man als Leser förmlich mitleidet. Wenn Kunden beispielsweise über vor Ort Erlebtes berichten, wird‘s manchmal skurril bis heikel – und manchmal auch dringend. So dringend, dass es um ein Haar in die Hose gegangen wäre. Bei Aldi Süd in Rodgau-Hainhausen (Hessen) etwa war genau das bei einem kleinen Mädchen der Fall. Und dessen Vater fand das gar nicht lustig. Der Papa beschwert sich auf der Facebook-Seite des Discounters:

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Jahresumsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Aldi Süd: Vater beschwert sich nach Besuch in Filiale – Freipinkeln bei 5 Grad Außentemperatur

„Ich war mit meiner dreijährigen Tochter im Aldi einkaufen, als sie plötzlich sagte, dass sie Pipi muss.“ Das kann bei kleinen Kindern vorkommen, Eltern kennen das. „Ich sie geschnappt und zur Kasse gerannt, Eltern wissen, dass es knapp sein kann. Da wurde mir an der Kasse gesagt, dass meine Tochter nicht die Toilette benutzen darf, weil ja gerade Corona herrscht.“ Hoppla. Corona mag ja an vielem Schuld sein, aber an verschmutzter Unterwäsche? Das ist neu, möchte man meinen.

Tja, was macht man in so einer Situation? Der Vater weiß sich beherzt zu helfen: „Auf Rückfrage, ob die sich jetzt in die Hose pinkeln soll, kam nur ein Achselzucken. Ich musste dann meinen Einkauf stehen lassen und bin mit ihr vor die Tür und habe sie bei 5 Grad Außentemperatur neben das Gebäude urinieren lassen.“ Das ist temperaturtechnisch vielleicht nicht ganz optimal für die Blase der Kleinen, trotzdem aber sicher die vernünftigste Lösung. Und was soll man auch machen? „Das war mein letzter Einkauf.“ Das hat gesessen.

Pipi-Gate beim Discounter: Kundentoiletten bei Aldi kein Muss

Sind wir mal ehrlich, so unangenehm die Situation für den Herrn sicher gewesen sein mag, er dürfte nicht der Erste gewesen sein, dem es so erging. Glauben auch andere User: „Da ist er wieder, ein Pipi-Gate-Beitrag. Ja, kommt vor, ist halt so. Aldi hat keine Kundentoiletten und muss auch niemanden dort drauf lassen.“ Auch eine andere Leserin pflichtet bei: „In dem Supermarkt wo ich arbeite, nein nicht Aldi, gibt es auch keine Kundentoilette. Und auf unsere Mitarbeitertoilette darf kein Kunde. Auch schon vor Corona nicht. Die ist im Lager und da hat eh kein Kunde was zu suchen. Dumm gelaufen, dass es draußen kalt war. Ich habe auch eine Tochter – mittlerweile schon groß –, die hat das auch überlebt mal draußen Pipi zu machen.“ Womit sie übrigens zweifellos recht hat: Nur die wenigsten Supermärkte und Discounter haben Kundentoiletten. Müssen sie auch nicht haben. Aldi selbst hat sich übrigens noch nicht zu dem „Vorfall“ geäußert. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare