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Überraschende Auswertung bei Aldi, Edeka, Rewe: Welche Preise aktuell besonders steigern

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Von: Jan Oeftger

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Die Preissteigerungen in Supermärkten ist bei Eigenmarken deutlich höher als bei Markenprodukten.
Die Preissteigerungen in Supermärkten ist bei Eigenmarken deutlich höher als bei Markenprodukten. © Waldmüller/imago

Durch die Inflation steigen die Preise für Lebensmittel rasant. Doch es sind nicht die Markenprodukte, die die größten Preissteigerungen verzeichnen.

Kassel – Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben für eine Inflation gesorgt. Um den erhöhten Preisen durch die Inflation zu entgehen, könnte es eine Idee sein, weniger Markenprodukte zu kaufen. Doch dieser Plan würde nur bedingt aufgehen.

Nach einer Analyse der Lebensmittelzeitung (LZ) zeigte sich: Die jüngsten Preissteigerungen bei Lebensmitteln betreffen vor allem die günstigsten Eigenmarken. Dieses Phänomen ist sowohl bei Rewe und Edeka als auch bei Aldi zu beobachten. Die geringsten Preiserhöhungen gibt es ausgerechnet bei den Markenprodukten.

Einkauf bei Aldi, Edeka, Rewe: Welche Marken aktuell besonders teuer werden

Laut der Industrie würden die Preise durch den Handel entstehen, wie die LZ berichtet. Um das Thema genauer zu betrachten, hat die Lebensmittel Zeitung den Datenpool der Preis-App Smhaggle analysiert. Diese App zielt darauf ab, den Kundinnen und Kunden den günstigsten Preis auszuspielen.

Preissteigerungen bei Edeka und Rewe im Überblick

MarkenprodukteMehrwerteigenmarkeEigenmarke
Edeka: 12,8 %Edeka: 18,9 %Edeka: 24,1 %
Rewe: 11,8 %Rewe: 18,7 %Rewe: 23,9 %

Dieser App sei zu entnehmen, dass die Verteuerung der Rewe-Eigenmarke „ja“ und „gut und günstig“ von Edeka doppelt so hoch ausgefallen sei als bei vergleichbaren Markenprodukten. Die teureren Eigenmarken „Rewe Beste Wahl“ und „Edeka“, jeweils inklusive der Bio-Marken, weisen immerhin eine fast 50 Prozent höhere Preissteigerung auf als die Markenprodukte. Verglichen wurden die Preise von Januar 2022 mit denen im August des gleichen Jahres.

Sven Reuter, Gründer und CEO der Smhaggle-Betreibergesellschaft My-Valueshopping, folgert daraus gegenüber der Lebensmittel Zeitung: „Im Verhältnis dazu haben die Händler bei Markenprodukten die geringste Preiserhöhung umgesetzt.“ Die Analyse habe ergeben, dass die Preissteigerungen bei den Eigenmarken deutlich höher ausfalle. „Alle Händler setzen auf die gleiche Strategie“, stellt Reuter fest. „Die Preise der wesentlich margenträchtigeren Eigenmarkenprodukte wurden offensichtlich bei allen untersuchten Händlern zum Ziel der Renditesteigerung überproportional erhöht.“

Preissteigerungen sind auch bei Aldi für Eigenmarken am höchsten

Beim Discounter Aldi Süd verhält sich das nicht anders. Im Zeitraum von Januar bis August 2022 haben sich auch hier die Preise für Eigenmarken um das Doppelte mehr erhöht als für Markenprodukte. Die Preise der Eigenmarken stiegen um 18 Prozent, die der Markenprodukte um 9 Prozent.

Preissteigerungen bei Aldi Süd im Überblick

Markenprodukte bei AldiAldi-Eigenmarke
9 %18 %

Auffällig ist der Analyse der Lebensmittel Zeitung zufolge der Fokus auf die eigenen Produkte der jeweiligen Unternehmen. So versuchten die Supermärkte und Discounter vermehrt die Eigenmarken zu verkaufen. Dies sei auch an der Werbung zu erkennen. So würden die Eigenmarken immer häufiger beworben. Ein Grund dafür könnte demnach sein, die von der Inflation getroffenen Kundinnen und Kunden mit den immer noch günstigeren Eigenmarken locken zu wollen.

Mit einer solchen Neuerung ging Rewe zuletzt voran. Das Sortiment der Tiefpreiseigenmarke „ja“ soll dafür vergrößert werden. In diesem Zuge wird es dagegen in Zukunft weniger Produkte der Mehrwerteigenmarke „Rewe Beste Wahl“ geben. Damit möchte Rewe weiter mit den Discountern mithalten können, was niedrige Preise betrifft. Das „ja“-Sortiment soll auf mehr als 1100 Produkte aufgestockt werden. Teil dieser Neuerung ist auch, dass einige „Rewe Beste Wahl“-Produkte auf „ja“ umgestellt werden. Für Kundinnen und Kunden werden die Lebensmittel dadurch günstiger. (Jan Oeftger)

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