19. November 2018, 15:55 Uhr

Obduktion bestätigt: Rentner starb an tiefem Halsschnitt

Ein alter Mann ist tot, ein junger wird unter Tatverdacht festgenommen. Die Ermittler suchen nun eine Tatwaffe - und ein Motiv.
19. November 2018, 15:55 Uhr
Eine Grableuchte steht neben einer Polizeiabsperrung am Eingang zu einem Haus in Wittenburg. Hier ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden. (Foto: Axel Heimken)

Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod eines Rentners in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Obduktion die Todesursache bestätigt. Der 85-Jährige aus Wittenburg starb an einer tiefen Halsschnittwunde, sagte die Schweriner Oberstaatsanwältin Claudia Lange in Schwerin.

Die Tatwaffe - ein größeres Messer oder ein anderer scharfer Gegenstand - sei noch nicht gefunden worden. Der Tatverdächtige, ein 20-jähriger Afghane, habe sich bisher nicht zum Tatvorwurf geäußert. Das Motiv sei unklar.

Der abgelehnte Asylbewerber aus Sachsen, der eine Duldung bis Ende Januar hat, sitzt in der Jugendanstalt Neustrelitz in Untersuchungshaft. Er war wenige Stunden nach der Tat festgenommen worden. Der junge Mann war nach bisherigem Ermittlungsstand von der Tochter des Opfers, die im Raum Zwickau in der Flüchtlingshilfe tätig ist, für Hilfsarbeiten am Haus des Rentners nach Wittenburg geschickt worden. Er war demnach am Vorabend der Tat dort eingetroffen.

In der Kleinstadt Wittenburg ist die Trauer groß. Der Rentner war ein engagierter Bürger. «Die Tat ist für uns unfassbar, der 85-Jährige hatte sich unter anderem stark beim Förderkreis Mühle eingebracht», sagte Bürgermeisterin Margret Seemann (SPD) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe nach dem Tod seiner Frau vor wenigen Jahren allein gelebt. Seemann sagte weiter, sie habe den Mann zuletzt zwar körperlich eingeschränkt, aber geistig fit erlebt.

Die Bürgermeisterin warnte davor, den Vorfall für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Als Beispiel führte sie mehrere Aufrufe zu Mahnwachen via Internet seitens der rechtsextremen NPD und der AfD an. «Ich hoffe, dass sich die Bürger gegen solche Versuche zur Wehr setzen», sagte die SPD-Politikerin. Die AfD-Landtagsfraktion forderte, der Innenausschuss solle sich mit den Fall beschäftigen. Der Fall sei brisant, sagte der Fraktionsvorsitzende Nikolaus Kramer.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alternative für Deutschland
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Gewalt
  • Margret Seemann
  • Motive
  • NPD
  • Obduktionen
  • Rentner
  • SPD
  • SPD-Politikerinnen
  • Tatverdacht
  • Tatwaffen
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.