05. September 2018, 16:45 Uhr

Mindestens elf Tote durch Taifun «Jebi» in Japan

Der stärkste Sturm seit 25 Jahren wütet in Japan, bevor er sich abschwächt. Besonders betroffen ist die Hauptinsel Honshu. In der Präfektur Osaka fallen Flüge aus, Hunderttausende sind ohne Strom.
05. September 2018, 16:45 Uhr
«Jebi» ist der stärkste Taifun seit rund 25 Jahren, der auf das japanische Archipel getroffen ist. (Foto: Kota Endo/Kyodo News/AP)

Beim Durchzug von Taifun «Jebi» sind in Japan mindestens elf Menschen getötet worden. Etwa 600 wurden durch den stärksten Sturm seit 25 Jahren verletzt, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten.

Vor allem auf Japans Hauptinsel Honshu sorgte «Jebi» für Schäden, Stromausfälle und Flugausfälle. In der Nacht zum Mittwoch zog der Taifun weiter Richtung Norden und brachte der Insel Hokkaido heftige Regenfälle, danach stuften ihn die Behörden zum Tropensturm herunter.

«Jebi» war der 21. Taifun dieser Saison in Japan, seine Windgeschwindigkeiten erreichten zeitweise bis zu 216 Kilometer pro Stunde. Bereits Juli lösten heftige Regenfälle Erdrutsche und Überschwemmungen aus, 226 Menschen kamen ums Leben.

Auf Honshu wütete «Jebi» vor allem in der westlichen Region um die Großstadt Osaka. In der gleichnamigen Präfektur starben acht der elf Taifun-Opfer. Vier von ihnen seien offenbar auf höher gelegenen Orten wie Dächern vom starken Wind erfasst worden und heruntergestürzt, berichtete der TV-Sender NHK. Andere kamen demnach durch umherwirbelnde Gegenstände ums Leben.

Der auf einer künstlichen Insel gelegene Internationale Flughafen Kansai in der Präfektur Osaka blieb am Mittwoch geschlossen, dort waren eine Rollbahn und das Erdgeschoss des Flughafenterminals am Dienstag überflutet worden. Weitere 162 Flüge fielen am Mittwoch aus. Unklar sei, wann der Flugbetrieb wieder normal laufen könne, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Etwa 3000 Menschen mussten die Nacht einem Bericht des Senders NHK zufolge auf dem Flughafen verbringen: Ein in der Osaka-Bucht ankernder Tanker war im Sturm abgetrieben und gegen eine Brücke geprallt, die den Flughafen mit dem Festland verbindet. Die elf Personen an Bord des Schiffes blieben unverletzt. Am Mittwochmorgen begannen die Behörden, einige der gestrandeten Menschen auf Fähren zum nahe gelegenen Flughafen Kobe zu bringen, andere wurden mit Bussen auf das Festland gefahren. Rund 500.000 Menschen in Osaka und fünf Präfekturen waren am Nachmittag weiter vom Strom abgeschnitten, wie das Unternehmen Kansai Electric Power mitteilte.

Von den Auswirkungen des Unwetters ist auch Fußballstar Lukas Podolski betroffen, der für den japanischen Club Vissel Kobe spielt. Demnach war Podolski in den vergangenen Tagen aus Reisen und konnte anschließend von Tokio aus nicht zu seiner Familie nach Kobe zurückkehren: «Ich komme nicht weg», zitierte die Zeitung «Express» den Ex-Nationalspieler. «Züge, Flüge, Autobahnen - alles ist zu.»

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