07. September 2018, 21:15 Uhr

Demonstrationen nach Urteil im Kandel-Mordprozess

Auch nach dem Urteil im Kandel-Mordprozess kehrt in dem Fall keine Ruhe ein. In Landau demonstrieren mehrere Gruppierungen - und für diesen Samstag ist eine weitere Kundgebung angekündigt. Der Oberbürgermeister der pfälzischen Stadt wählt dafür deutliche Worte.
07. September 2018, 21:15 Uhr
Der Angeklagte war zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. (Foto: Andreas Arnold)

Vier Tage nach dem Urteil im Kandel-Mordprozess haben im pfälzischen Landau mehrere Gruppierungen ihre gegensätzliche Haltung zum Richterspruch bei Demonstrationen deutlich gemacht. Die Polizei war am Freitag mit etwa 250 Kräften im Einsatz.

Das Landgericht in Landau hatte am Montag den vermutlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling Abdul D. wegen Mordes und Körperverletzung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er am 27. Dezember in Kandel seine Ex-Freundin Mia erstochen. Als Motiv hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am Freitagabend versammelten sich auf dem Rathausplatz in Landau nach Polizeiangaben zunächst etwa 80 Demonstranten unter dem Slogan «Gegen das Skandalurteil». Angemeldet wurde die Kundgebung für etwa 100 Teilnehmer. Die Demonstranten zogen zum Landgericht und kritisierten bei einer Kundgebung vor dem Gebäude das Urteil als zu milde. Die Gruppierung will an diesem Samstag (9.30 Uhr) erneut in Landau demonstrieren.

Ebenfalls auf dem Rathausplatz demonstrierte am Freitagabend der Studierendenausschuss Landau unter dem Motto «Gegen Rassismus, für eine unabhängige Justiz». Dort waren etwa 1000 Teilnehmer, wie die Polizei mitteilte. Auch hier zogen die Demonstranten vor das Gebäude des Gerichts. Die Polizei zeigte Präsenz und hielt die Gruppierungen getrennt.

Als dritte Veranstaltung war in der Stiftskirche ein Friedensgebet angekündigt, das unter anderem von Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) unterstützt worden war. Er hatte den Marsch unter dem Motto «Gegen das Skandalurteil» scharf kritisiert. Das rechtspopulistische Spektrum versuche, die Tat von Kandel zu instrumentalisieren. «Es ist traurig, wenn aus einem Verbrechen noch mehr Hass entsteht - das wurde in Chemnitz auf furchtbare Weise deutlich», hatte Hirsch im Vorfeld der Kundgebung gesagt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CDU
  • Demonstranten
  • Polizei
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.