21. Juli 2017, 22:08 Uhr

Alter Fünfziger treibt Blüten

21. Juli 2017, 22:08 Uhr
Ein falscher 300-Euro-Schein und ein Fälsifikat der überarbeiteten 50-Euro-Serie: Mit neuen Sicherheitsmerkmalen versuchen die Notenbanken Geldfälschern das Handwerk zu erschweren. Doch die Kriminellen ziehen nach. Manche Versuche sind allerdings plump. (Foto: dpa)

Frankfurt/Main (dpa). Geldfälscher haben weltweit weniger Euro-Blüten in Umlauf gebracht: Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 331 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Das waren gut sechs Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2016. Keine Veränderung gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gemessen an der steigenden Zahl echter Banknoten im Umlauf – mittlerweile mehr als 20 Milliarden Scheine – sei der Anteil der Fälschungen äußerst gering, erklärte die EZB gestern.

In Deutschland entdeckten Banken, Handel und Polizei rund 39 700 Euro-Blüten – 8,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2016, aber 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Bundesbank mitteilte. »Die aktuellen Falschgeldzahlen sind zwar im ersten Halbjahr gestiegen, allerdings gehe ich von einem Rückgang bei den 50-Euro-Fälschungen im zweiten Halbjahr aus«, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Verbesserte Sicherheitsmerkmale

Anfang April war der überarbeitete Fünfziger mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht worden. »Ich erwarte einen ähnlichen Verlauf wie nach Einführung der neuen 20-Euro-Banknote im November 2015, als die Anzahl der Fälschungen dieser Stückelung deutlich zurückgegangen ist«, sagte Thiele.

Von Januar bis Juni stieg der rechnerische Schaden in Deutschland gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016 von rund 2,0 Millionen Euro auf 2,2 Millionen, vor allem weil Kriminelle auf falsche Fünfziger setzten. Knapp zwei Drittel der in Deutschland registrierten Blüten entfielen auf diese Stückelung – dabei handelte es sich fast ausschließlich um Fälschungen der alten Serie. Gerade einmal 35 Fälschungen des neuen Fünfzigers wurden in Umlauf gebracht.

Auch in Europa ist der Fünfziger besonders beliebt: Rund 48 Prozent der Blüten entfielen auf diesen Schein. Wer eine Blüte in die Finger bekommt, darf diese nicht weiter verwenden. Anderenfalls macht er oder sie sich strafbar. Für Falschgeld gibt es allerdings keinen Ersatz. In Hessen sind mehr als die Hälfte aller Euro-Blüten, die im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen wurden, falsche 50-Euro-Banknoten. Ihr Anteil an allen entdeckten Fälschungen habe bei 61 Prozent gelegen, erklärte das Landeskriminalamt gestern. Gefälschte 20-Euro-Banknoten nahmen im Vorjahr einen Anteil von 25 Prozent ein. Die Blüten wurden am häufigsten im Einzelhandel sowie in Lokalen, Restaurants und Tankstellen registriert. Zunehmend werde festgestellt, dass falsche Banknoten über Waren in Umlauf gebracht werden, die es bei Kleinanzeigen gibt.

Über das Gesamtaufkommen des Falschgeldes in Hessen konnte das LKA keine Angaben machen. In den meisten Fällen würden die Blüten nicht beim Bezahlen, sondern erst bei den Banken entdeckt, erklärten die Ermittler. Die Dunkelziffer sei daher sehr hoch. Insgesamt gab es im Vorjahr 111 Fälle, bei denen Geldfälschungen erfasst wurden.

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