08. September 2018, 11:16 Uhr

Weltpremiere für Carolina Hellsgards Genrefilm «Endzeit»

Zwei Frauen kämpfen gegen Zombies ums Überleben - und finden dabei ihre innere Stärke. «Endzeit» wurde von einem Frauenteam produziert und ist damit eine Ausnahme beim Filmfest in Toronto.
08. September 2018, 11:16 Uhr
Carolina Hellsgard lässt die Zombies los. (Foto: Barbara Munker/Archiv)

Das apokalyptische Drama «Endzeit» der deutschen Regisseurin Carolina Hellsgard hat am späten Freitagabend (Ortszeit) beim 43. Toronto International Film Festival (TIFF) Weltpremiere gefeiert.

Der Genrefilm erzählt die Geschichte von Vivi (Gro Swantje Kohlhof) und Eva (Maja Lehrer), die sich zwei Jahre nach der Zombie-Apokalypse auf dem Weg von Weimar nach Jena gegen Massen von Untoten durchschlagen müssen.

Dass «Endzeit» komplett von einem Frauenteam gedreht wurde, liegt der Regisseurin heute sehr am Herzen, allerdings sei das laut Hellsgard nicht Teil ihrer Planung gewesen. «Ich habe anfangs gar nicht bewusst nur Frauen für die Filmcrew ausgesucht. Das hat sich so ergeben und hat einfach perfekt gepasst», sagte Hellsgard nach der Präsentation.

Die deutsche Regisseurin ist damit zwar eine Ausnahme beim Filmfest in Toronto - die steigende Zahl von Filmemacherinnen ist aber auch für die Veranstalter ein wichtiges Thema. «Wir haben immer versucht, viele Filme von Frauen im Programm zu haben. Dieses Jahr ist die Quote mit 36 Prozent höher als 2017 mit 33 Prozent», sagte TIFF-Chef Piers Handling im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Auch thematisch dreht sich in den Filmen vieles um starke Frauen und ihre dramatischen Geschichten. Darauf sind wir stolz. Und trotzdem: Die Quote muss weiter steigen.»

Bei den Hauptrollen sei Hellsgard eine weibliche Besetzung wiederum wichtig gewesen: «Zwei Frauen, die grundverschieden sind und nicht nur gegen die Zombie-Welt, sondern auch gegen ihre eigenen Dämonen ankämpfen, das fand ich spannend.» Hellsgard hofft, dass ihr Film vor allem junge Frauen dazu antreibt, in Krisensituationen stärker aus sich herauszuwachsen. «Die Zombies sind letztendlich eine Metapher. Vivi und Eva finden vor allem ihre innere Stärke», so die Regisseurin.

Bis zum 16. September werden in der kanadischen Metropole 342 Filme gezeigt, darunter 29 deutsche Filme und Koproduktionen. Beim diesjährigen Festival warten über 138 Weltpremieren auf das Publikum, das beim TIFF anstatt einer Jury die Gewinner wählt.

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