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Hüttenbergs Moritz Lambrecht, der sich hier gegen die Dessauer Philip Jungemann (l.) und Florian Pfeiffer (r.) durchsetzt, avanciert mit sieben Treffern zum besten Schützen der Mittelhessen, die am Ende aber eine Niederlage kassieren.

TV 05/07 Hüttenberg

TV Hüttenberg: Punkt aus der Hand gegeben

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Mit leeren Händen kehrte der TV 05/07 Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga vom letzten Auswärtsspiel der Saison am Samstag zurück.

(mro). Bei Absteiger Dessau-Roßlauer HV hatten die dezimierten Gäste acht Minuten vor dem Ende alle Trümpfe in der Hand, mussten sich dann aber doch mit 25:30 (11:15) geschlagen geben.

Dabei starteten die Mittelhessen mit einer 2:1-Führung, nachdem Johannes Klein und Björn Zintel den ersten Treffer von Johannes Wasielewski beantworteten. Doch schnell merkte man dem Hüttenberger Rumpfkader (es fehlten mit Kapitän Mario Fernandes, Moritz Zörb, Markus Stegefelt und Ragnar Jóhannsson vier Stammkräfte - zudem der bereits verabschiedete Carlos Prieto) an, dass diese ungewohnte Formation sich erst einmal finden musste. So verwunderte es nicht, dass Gastgeber Dessau die Chance beim Schopf packte und der mit Moritz Lambrecht als bereits fünftem zentralen defensiven Deckungsspieler des TVH in dieser Saison (!) und Johannes Klein auf der Spitze der 3:2:1-Deckung zuzusetzen. Trainer Emir Kurtagic versuchte bereits in der siebten Minute - beim Stande von 2:5 - mit einer Auszeit nachzujustieren. Doch bereits in der zwölften Minute mussten die Gäste das neunte Gegentor zum 4:9 hinnehmen. Der am Samstag fast fehlerfrei abschließende Kreisläufer Moritz Lambrecht brachte zwar mit einem Dreierpack sein Team in der 18. Minute wieder auf 7:9 heran. Doch die Gastgeber stoppten mit einer Auszeit den TVH-Lauf, konterten ihrerseits mit drei Toren am Stück und zogen auf 15:10 davon, ehe Nachwuchsakteur Philipp Schwarz in seinem ersten Zweitliga-Einsatz zum 11:15-Halbzeitstand verkürzte.

"Wir haben keinen Zugriff bekommen, zu viele Fehler gemacht und so war der Pausenstand auch verdient", erklärte Hüttenbergs Co-Trainer Johannes Wohlrab den Rückstand. Doch die Pausenansprache zeigte offenbar Wirkung. Zwar musste man noch das 11:16 hinnehmen, verkürzte dann aber durch zwei Treffer von Tobias Hahn sowie einen Tempogegenstoß von Daniel Wernig auf 14:16 (35.). Die Gastgeber befreiten sich zwar wieder zum 21:17 durch Rechtsaußen Jan Zahradnicek in der 43. Minute. Doch die Blau-Weiß-Roten hatten sich noch nicht aufgegeben. Christian Rompf, erneut Moritz Lambrecht und der vom Siebenmeter-Strich sichere Tobias Hahn konnten mit ihren Treffern in der 49. Minute zum 23:23 ausgleichen. Aber der TVH versäumte es, den psychologischen Vorteil zu nutzen. "Da erwarte ich, dass wir es etwas cleverer spielen", bemängelte Wohlrab. "Vielleicht ist uns etwas die Luft ausgegangen. Aber wir haben immer wieder die Jungen gebracht, die ihre Sache auch gut gemacht haben, damit die routinierten Spieler etwas schnaufen konnten." Dennoch produzierten genau diese Stammkräfte nach dem 24:24 von Johannes Klein in der 52. Minute unter anderem "in einer Minute drei technische Fehler. So dürfen wir nicht den Kopf verlieren", sagte Wohlrab Dessau nutzte diese Einladung, um mit einem 5:0-Lauf das Spiel zu entscheiden, ehe mit Aaron Nandzik ein weiterer Hüttenberger Debütant mit dem Treffer zum 25:29 auch gleich seinen Tore-Einstand in der 2. Liga verzeichnen konnte.

"Wenn man dann auch noch Till Bastian Uth und Simon Belter dazunimmt, die ebenfalls ihre Sache gut gemacht haben, war das vielleicht der Testlauf für die Saison 2023/24. Aber das darf keine Ausrede sein. Wir hätten von den gestandenen Spielern noch zwei auf dem Niveau von Moritz Lambrecht gebraucht. Denn die Chance zu gewinnen war da", bilanzierte Wohlrab.

Dessau-Rosslauer HV: Plaue, Ambrosius, Motlik; Pavlicek (7/3), Hanisch (2), Vanco (4), Pfeiffer (3), Wasielewski (3), Hönicke, Jungemann (1), Zimmermann, Hanner (2), Milkow (3), Zahradnicek (5), Scheithauer.

TV 05/07 Hüttenberg: Schomburg, Weber; Uth, Sklenák (1), Belter, Lambrecht (7), Wernig (2/1), Schwarz (1), Nandzik (1), Rompf (1), Mubenzem (1), Hahn (5/4), Zintel (4), Klein (2).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Krüger/Schmidt (Flensburg). - Siebenmeter: 3:3 - 6:5. - Zeitstrafen: 0 - 2 Strafminuten. - Zuschauer: 800.

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