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TV 05/07 Hüttenberg personell geschwächt nach Dresden

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Von: Markus Röhrsheim

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Dem Hüttenberger Kreisläufer Vit Reichl (mit Ball) droht wegen einer Herzmuskelentzündung das vorzeitige Saisonaus. © Imago Sportfotodienst GmbH

Die Terminhatz in der 2. Handball-Bundesliga, die sich durch zahlreiche Corona-Ausfälle natürlich noch verschärft, geht weiter. Und so muss der TV 05/07 Hüttenberg nach der 24:26-Niederlage am Mittwoch im Spitzenspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen bereits am Sonntag wieder ran.

Um 17 Uhr gastiert der TVH in der Ballsportarena Dresden beim HC Elbflorenz.

Rückblick auf Nordhorn: Dass die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim nach ihrer Corona-Zwangspause zu Beginn das Spiel ausgeglichen gestalteten, konnte man hoffen. Dass die Gäste mit ihrer individuellen Stärke (Weber, Pöhle, Torbrügge, Stegefelt) Mitte der ersten Halbzeit auf einmal im Angriff den Faden verlieren, war aufgrund der Ambitionen und dem Wissen in die eigene Stärke dann doch etwas überraschend. So holten sich die Gastgeber durch das Pausen-Unentschieden zusätzliche Körner, die sie bis zur 45. Minute auch die weitere Schwächung durch den Ausfall von Moritz Zörb kompensieren ließ. Dann jedoch schwanden verständlicherweise die Kräfte. Fünf Fehlwürfe und zwei technische Fehler in den letzten acht Minuten ließen das Pendel so noch spät zugunsten der Gäste ausschlagen. Es rächte sich den bereits nach 15 Minuten mit zwei Zeitstrafen belasteten Georg Pöhle, der sechs der letzten acht Nordhorner Tore markierte, nicht gezielter zu attackieren und so eventuell vorzeitig aus dem Spiel nehmen zu können. Zudem wurden die Außen lange zu wenig ins Spiel eingebunden (nur ein Abschluss durch Tristan Kirschner in der ersten Hälfte), so dass die Gäste im Deckungszentrum ihre Körperlichkeit nutzen konnten. Linksaußen Philipp Schwarz kam in der gesamten Partie nur einmal zum Wurf. Zumindest sein Partner auf der rechten Angriffsseite, Tristan Kirschner, profitierte von der Besserung nach der Halbzeit und verwandelte seine vier Möglichkeiten souverän.

»Unter den Vorzeichen der Quarantäne und der Ausfälle war das von meinen Jungs eine grandiose Leistung. Sie haben alles gegeben«, war TVH-Trainer Johannes Wohlrab dennoch sehr stolz auf sein Team, das allen Widrigkeiten, fast noch erfolgreich, getrotzt hatte.

Die Personallage: Gute und schlechte Nachrichten liegen beim TVH dicht zusammen. Linksaußen-Routinier Christian Rompf wird wohl nach überstandener Corona-Infektion wieder im Kader stehen. Mit dem »aggressive leader« hat Johannes Wohlrab auch eine weitere Halbdeckungs-Option zur Verfügung. Zudem steht Joel Ribeiro, der im Hinspiel gegen Dresden sein bisher einziges Ligaspiel für den TVH bestritt, vor der Rückkehr. Der Portugiese hat nach seiner Knie-OP dieser Tage den Leistungs- und Medizintest im Sport- und Rehazentrum Erfurt bestanden. »Ich bin guten Mutes, dass wir Joel bald wieder auf dem Spielfeld sehen werden«, ließ Reha-Trainer Peter Nagel verlauten. Zu dem weiter auf der Ausfallliste stehenden Dominik Mappes (Schultereckgelenkssprengung) gesellt sich allerdings Vit Reichl. Dem tschechischen Nationalkreisläufer droht aufgrund einer Herzmuskelentzündung sogar das vorzeitige Saisonaus. »Patrick Jockel spielt am Sonntag mit Erstspielrecht in Gelnhausen, und bei Moritz Zörb steht die Diagnose noch aus«, berichtete der TVH-Coach am Donnerstagnachmittag vom drohenden worst case. »Dann habe ich keinen Kreisläufer mehr in meinem Kader. Also wird Till Uth wieder dabei sein. Wir müssen mal schauen, wer sich aus dem Kader noch mit der Rolle am Kreis begnügen kann oder wen ich noch aus der U23 oder U19 dazunehmen kann«, sagt Wohlrab. »Wir werden auf jeden Fall eine Lösung finden. Es hilft nichts, zu jammern. Wir werden versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen«, sieht Wohlrab sich aufgrund der Vorzeichen erneut als klarer Außenseiter. Eine Rolle, die man auch gegen Nordhorn innehatte und dennoch ganz nah an Punkten war.

Dresden bisher hinter den Erwartungen: Der HC Elbflorenz wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, in absehbarer Zeit den Verein in die Handball-Bundesliga zu bringen. Mit den Aufstiegen in die 3. Liga (2012) und 2. Liga (2017) wurde dieser Weg bisher kontinuierlich verfolgt. Nach drei Jahren Mittelmaß wähnte man sich an der Elbe nach Rang vier im Vorjahr gut gerüstet und formulierte im Sommer das Ziel, diesen Platz wieder angreifen zu wollen. Mit Rene Zobel (Balingen) und Christoph Neuhold (Coburg) holte man sich im Sommer Erstligaerfahrung, wobei Neuhold aufgrund fehlender Spielanteile in der Winterpause an Liga-Konkurrent TuS Ferndorf ausgeliehen wurde. Allerdings hinkt das Team von Trainer Rico Göde mit ausgeglichenem Punkt- und Torkonto auf Rang zehn aktuell den eigenen Ansprüchen hinterher. Eventuelle Ambitionen nach vorne bekamen am Mittwoch mit der 25:34-Niederlage in Essen einen Dämpfer.

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