Starke Abwehr, schwacher Angriff

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Am 33. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga musste sich der TV 05/07 Hüttenberg beim Gastspiel beim HC Elbflorenz mit einem Unentschieden begnügen. Obwohl nie in Rückstand und zur Pause mit 9:5 sowie Viertelstunde vor dem Schlusspfiff noch mit fünf Toren in Führung, reichte es am Ende nur zur 18:18-Punkteteilung.

Am 33. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga musste sich der TV 05/07 Hüttenberg beim Gastspiel beim HC Elbflorenz mit einem Unentschieden begnügen. Obwohl nie in Rückstand und zur Pause mit 9:5 sowie Viertelstunde vor dem Schlusspfiff noch mit fünf Toren in Führung, reichte es am Ende nur zur 18:18-Punkteteilung.

Die im Abstiegskampf steckenden Hausherren hatte nach einem 4:0-Punkte-Wochenende natürlich auf eine Wiederholung des 20:18-Coups in Hüttenberg gehofft. Doch die Handballer aus der Handkäsehochburg begannen mit Toren von Rückraumschütze Markus Stegefelt und einen Tempogegenstoß von Moritz Lambrecht nach eigenem Steal. TVH-Keeper Nikolai Weber startete nach dem ersten Dresdener Treffer von Rechtsaußen Nils Gugisch in der sechsten Minute mit einer Siebenmeter-Parade gegen Nils Kretschmer eine überragende erste Halbzeit. Denn nach 30 Minuten ging er mit elf Paraden und einer unglaublichen Quote von 69 Prozent (!) gehaltener Bälle in die Kabine. Da verblassten die auch sehr guten knapp 39 Prozent seines Gegenüber Mario Huhnstock.

Ein Wunder daher, dass die knapp 2200 Zuschauer, darunter gut 40 aus Hüttenberg, eine torarme erste Halbzeit sahen, in der sich der TVH nach dem 4:4 (16.) durch drei Tore des erneut besten Hüttenberger Torschützen Björn Zintel auf 7:4 in der 24. Minute absetzte. Erst in der 28. Minute beendete Adrian Kammlodt eine über zwölf Minuten dauernde Torflaute des HC Elbflorenz, in der Niko Weber nicht nur drei Siebenmeter parierte, sondern auch noch etliche freie Bälle aus Tempogegenstößen, vom Kreis oder Außen. Folgerichtig ging Hüttenberg nach einem Tempogegenstoß von Daniel Wernig mit einer 9:5-Führung in die Pause.

Die Mittelhessen machten nach Wiederbeginn auch mit einer starken Deckung ansatzlos so weiter. Den Fünf-Tore-Vorsprung nach Stegefelts Strafwurf zum 12:7 in der 37. Minute verteidigten die Gäste bis zum 16:11, als Dieudonné Mubenzem in Überzahl traf. Doch der neue HCE-Trainer Rico Göde öffnete nun seine Deckung auf 4:2. Und diese Variante schmeckte den Gästen überhaupt nicht. Zwar reagierte TVH-Trainer Emir Kurtagic und opferte Linksaußen Christian Rompf zugunsten des spielstarken Mittelmannes Tomáš Sklenák. Doch Dresden unterband geschickt den Spielfluss und hatte beim 13:16 auch Glück, dass Moritz Lambrecht vom Kreis an der Latte scheiterte.

"Das ist für mich unerklärlich, dass wir in der Schlussphase noch unter Stress geraten. Wir bringen die Halle und Dresden zurück", war Kurtagic nach Spielende ratlos. Der Trainer erhoffte sich nach dem 15:16-Anschluss vom siebten Feldspieler endlich mehr Durchschlagskraft. Die trat aber nicht ein. Stattdessen konnte Elbflorenz nach über 40 Minuten durch Roman Becvar knapp fünf Minuten vor dem Ende wieder ausgleichen (16:16). Becvar, der im Hinspiel den Unterschied für Dresden ausgemacht hatte, hatte aufgrund von Achillessehnenproblemen unter der Woche kaum trainiert, biss aber in der Schlussphase auf die Zähne und brachte seinen Spielwitz ein.

In der 57. Minute beendete Daniel Wernig von Rechtsaußen dann endlich eine über elf Minuten andauernde Offensivflaute und warf seine Mannschaft erneut mit 17:16 in Front. Doch Dresden hatte im zweiten Abschnitt mit Tim-Philip Jurgeleit einen sicheren Strafwurfschützen gefunden, der sowohl zum 17:17, als auch, nach dem 18:17 des Isländers Ragnar Jóhannsson, zum 18:18-Endstand traf.

"Wir haben die Gelegenheiten nicht genutzt weiter wegzuziehen. Was wir die ganze Saison schon an Chancen liegen lassen, ist für mich unerklärlich. Mit dieser Chancenverwertung haben wir den Sieg nicht verdient. Zudem haben wir im Angriff zu wenig investiert und uns zu wenig bewegt", war Kurtagic mit seinen Angreifern mehr als unzufrieden.

HC Elbflorenz Dresden: Halfmann, Huhnstock; Pulay, Jurgeleit (5/4), Emanuel (2), Dierberg (1/1), Gugisch (1), Buschmann, De Santis, Flödl, Kretschmer (1), Gress (3), Kammlodt (4), Becvar (1), Quade, Pechstein.

TV 05/07 Hüttenberg: Schomburg, Weber; Prieto, Uth, Sklenák, Lambrecht (2), Wernig (2), Rompf, Jóhannsson (4), Stegefelt (3/2), Mubenzem (1), Hahn, Zintel (6), Klein.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Karamuk/Seliger (Berlin). – Siebenmeter: 9/5:2/2. – Zeitstrafen: 6:6 Minuten. – Zuschauer: 2184.

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