Spannende Spielzeit wird erwartet

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Vor einer interessanten Spielzeit stehen die 20 Teams der 2. Handball-Bundesliga. Letztmals geht dieses Mammutfeld an den Start. Künftig werden es nur noch 18 Teams sein, womit die Stärke der Liga dem Oberhaus angepasst wird. Deshalb müssen – bei drei Aufsteigern aus der 3. Liga – fünf Teams absteigen.

Die Zeiten der finanziellen Drahtseilakte scheinen vorbei zu sein, sodass wohl keine vorzeitigen Ausstiege drohen. Viele sprechen, auch aufgrund der Ausgeglichenheit, von der stärksten 2. Liga der Welt. Aufgrund der besonderen Situation verspricht nicht nur der Abstiegskampf Spannung, und ob die magische Linie von 30 Punkten den Ligaverbleib garantieren wird, gilt als keineswegs sicher.

In Anbetracht der namhaften Aufsteiger TV Großwallstadt, HSV Hamburg, TuS Ferndorf und Bayer Dormagen dürfte auch der Kampf um die Aufstiegsplätze spannend werden, auch wenn 18 der 20 Trainer den TuS N-Lübbecke auf das Favoritenschild heben. Doch nicht nur der heimische Mitabsteiger TV 05/07 Hüttenberg steht ebenfalls hoch im Kurs, auch den letztjährigen Spitzenteams VfL Lübeck-Schwartau, ASV Hamm-Westfalen, HSC Coburg, HSG Nordhorn-Lingen und HBW Balingen/Weilstetten traut man zu, ein gewichtiges Wort im Aufstiegsrennen mitzureden.

Ein besonders Highlight ist zudem die Live-Übertragung aller 360 Zweitligaspiele im Internet durch Sportdeutschland.TV. Die Produktion inklusive fachkundigem und neutralem Kommentar muss dabei jeder Klub selber leisten. Daher erwartet HBL-Präsident Uwe Schwenker, "dass die 2. Bundesliga medial einen gewaltigen Sprung nach vorne vollzieht".

Nachfolgend stellen wir die Zweitliga-Kontrahenten des TV 05/07 Hüttenberg in unseren Ausgaben heute und morgen in zwei Teilen vor.

EHV Aue

Der EHV Aue, erster Saisongast des TV Hüttenberg, hat im Sommer einen personellen Umbruch vollzogen. Mit Janar Mägi, Marcel Schäfer, Marc Pechstein, Gregor Remke, Alexander Koke, Philip Jungemann und Robert Wetzel haben gestandene Zweitligaspieler den Verein verlassen. Trotzdem sieht man sich bei den Erzgebirglern gut gerüstet, um wie in den beiden letzten Jahren auch die Liga halten zu können. Die Neuzugänge Vilius Rasimas (Limoges/Frankreich), Kevin Lux (Empor Rostock), Ladislav Brykner (Bad Blankenburg) und der Lette Austris Tuminskis (Renax/Lettland) sollen zusammen mit dem fast 45-jährigen Torwart Radek Musil und den Routiners Eric Meinhardt, Kevin Roch und Jan Faith dafür sorgen, dass die Mannschaft "in hektischen Situationen cleverer agiert und kühlen Kopf bewahrt", hofft Trainer Stephan Swat.

Dessau-Rosslauer HV

Auch im dritten Jahr nach der Rückkehr in die zweite Liga will der Dessau-Rosslauer HV möglichst frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Dies soll ein nur geringfügig veränderter Kader erreichen. Allerdings muss mit dem 26-jährigen Slavomir Mlotek vom tschechischen Meister HC Banik Karvina ein neuer Mittelmann integriert werden, der dem nach Hamm gewechselten Vincent Sohmann, der dort wiederum den Neu-Hüttenberger Björn Zintel ersetzt, nachfolgt. Die Eingewöhnung erleichtern werden ihm seine Landsleute Marek Vanco und Libor Hanisch. Verkraften muss die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas allerdings den Ausfall des am Kreuzband verletzten Leistungsträgers Max Scheithauer, der erst spät in der Rückrunde wieder einsatzfähig sein wird.

TSV Bayer Dormagen

Nach zwei Jahren in der dritten Liga ist der ehemalige Erstligist TSV Bayer Dormagen zurück im Bundesliga-Unterhaus – und dort will man auch bleiben. Dazu hat man die Aufstiegsmannschaft bei sieben Abgängen mit acht Neuzugängen stark verändert. "Wir haben uns bewusst in der Spitze und in der Breite verstärkt", hat Geschäftsführer Björn Barthel Vertrauen in den Kader. In dem man große Hoffnungen auf den Junioren-Nationalspieler Lukas Stutzke setzt. Der Halblinke hat zwar ein Zweitspielrecht beim Bundesligisten Bergischer HC, soll aber vor allem in Dormagen spielen und mit dem dänischen Halbrechten Daniel Eggert für Rückraumgefahr sorgen. Gleich der Saisonstart ist zum eingewöhnen in die neue Liga, kommt doch Top-Favorit TuS N-Lübbecke.

Elbflorenz Dresden

Der HC Elbflorenz war der erklärte Rivale im Hüttenberger Drittliga-Aufstiegsjahr 2016, konnte damals aber nicht Schritt halten. Den Sprung in die zweite Liga machte man dann ein Jahr später und schloss die Runde auf einem sicheren Mittelfeldplatz ab. Ein weitere Parallele zur TVH-Vergangenheit ist, dass man auch in Dresden auf Konstanz im Kader und Nachwuchsförderung setzt. Neben dem Ex-Hüttenberger Marc Pechstein wurden mit Torwart Tillmann Prager (SC DHfK Leipzig) und Oskar Emanuel (aus Delitzsch) zwei Spieler für das Perspektivteam verpflichtet. Auf welches man genauso wie auf das Nachwuchsleistungszentrum setzt. "Wir sehen weiteres Entwicklungspotenzial. Die Eingespieltheit soll unser Trumpf sein", plant nicht nur Trainer Christian Pöhler, der gerade erst seinen Vertrag bis 2022 verlängerte, mit Bewährtem.

TV Emsdetten

Der TV Emsdetten ist eine Konstante in der zweiten Liga. In den letzten zehn Jahren war man immer in der oberen Tabellenhälfte, nur unterbrochen von einem Gastspiel in der Handball-Bundesliga in der Saison 2013/14. Dennoch unterliegt man weiter finanziellen Zwängen, sodass man im Sommer den Vertrag mit dem erstligaerfahrenen Malte Schröder vorzeitig auflöste. Zudem verließen die Stützen Georg Pöhle und Publikumsliebling Jasper Adams den Klub von Trainer Daniel Kubes. Neu sind nur die beiden Halblinken Karl Toom (TV Neuhausen), trotz seiner erst 19 Jahre estnischer Nationalspieler, sowie der ebenfalls international erfahrene Holländer Jorn Smits, der aus der zweiten dänischen Liga kommt. Will der TVE wie gewohnt abschneiden, muss die erfahrene Achse Mitte/Kreis mit Merten Krings und Andre Kropp wie gewohnt funktionieren.

TuSEM Essen

Erst 24 Jahre jung ist der jüngste Zweitliga-Trainer, Jaron Siewert, der den dreimaligen deutschen Meister TuSEM Essen in seinem ersten Profijahr gleich auf Rang neun im Endklassement führte. Und die Blicke der Mannschaft von der Margarethenhöhe sind weiter nach vorne gerichtet. Mit den Neuverpflichtungen Lucas Firnhaber aus dem Nachwuchs von Rekordmeister THW Kiel und Rechtsaußen Felix Klingler (HSG Konstanz) sieht der Trainer seine Mannschaft noch stärker. Die weiter auf Eckpfeiler wie Kapitän Jonas Ellwanger, den 110 kg schweren Brocken auf halblinks, Dennis Szczesny, und Torwart Sebastian Bliß bauen kann. Zudem steht für alle Fälle Oldie Michael Hegemann, mittlerweile 41 Jahre alt, nicht nur als Co-Trainer, sondern immer noch auch als Spieler bereit. Essen, das nur deutsche Spieler im Aufgebot hat, scheint gut gerüstet.

HBW Balingen-Weilstetten

Beim Ex-Klub des Hüttenberger Neuzugangs Markus Stegefelt, dem HBW Balingen-Weilstetten, wurde der als Ziel ausgegebene direkte Wiederaufstieg im Vorjahr mit Rang fünf deutlich verpasst. Daher ist die sportliche Leitung mit Trainer Jens Bürkle und Manager Wolfgang Strobel dieses Mal etwas vorsichtiger, denn "die Liga ist noch einmal stärker geworden". Zudem haben, neben Stegefelt, noch sieben weitere Spieler die Gallier von der Alb verlassen. Die bundesligaerfahren Neuzugänge Benjamin Meschke (DHfK Leipzig), Marcel Niemeyer (zuletzt ThSV Eisenach) und Romas Kirveliavicius (Coburg) sollen aber zusammen mit dem jungen portugiesischen Spielmacher Diogo Oliviera und drei weiteren Neuen aus dem Perspektivteam dafür sorgen, dass "der Abstand zu den Aufstiegsplätzen kleiner wird", erhofft sich Bürkle.

HSC 2000 Coburg

Ein weiterer Kandidat für die Spitzenränge ist der HSC 2000 Coburg, das Team des ehemaligen Hüttenberger Aufstiegstrainers Jan Gorr, der in Coburg aber auch schon in seine sechste Saison geht. Und der erstmals den Kader kräftig umkrempelte. Zehn Abgängen, wie unter anderem Stefan Lex, den es mit Oliver Krechel zum Liga-Konkurrenten nach Hamm zog, stehen sieben Zugänge gegenüber. Die beiden Ex-Gummersbacher Max Jäger und Marcel Timm bringen genauso Bundesligaerfahrung mit wie der schwedische Linkshänder Pontus Zettermann. Die Mittelhessen-Fraktion um Spielführer Sebastian Weber und Rechtsaußen Florian Billek erhielt durch Torwart Konstantin Poltrum (von Absteiger HSG Konstanz) weitere Verstärkung. Da liegt es auf der Hand, dass Gorr nun auch mit der in Hüttenberg erfolgreich praktizierten 3:2:1-Deckung ein zweites Abwehrsystem etablieren will. In der Vorbereitung musste sich der HSC allerdings dem TV Hüttenberg zweimal geschlagen geben. (Foto: dpa)

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