TuS N-Lübbecke der Top-Favorit

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Vor einer interessanten Spielzeit stehen die 20 Teams der 2. Handball-Bundesliga. Letztmals geht dieses Mammutfeld an den Start. Künftig werden es nur noch 18 Teams sein, womit die Stärke der Liga dem Oberhaus angepasst wird. Deshalb müssen – bei drei Aufsteigern aus der 3. Liga – fünf Teams absteigen.

Im Teil zwei unserer Teampräsentation stellen wir die weiteren Zweitliga-Kontrahenten des TV 05/07 Hüttenberg für die neue Saison vor.

TuS Ferndorf

Ein weiterer Liga-Rückkehrer ist der TuS Ferndorf, ungeschlagener Meister der 3. Liga West in der letzten Saison. Nicht nur durch die räumliche Nähe von nur 90 Kilometern Distanz wird es bei den Begegnungen mit Hüttenberg zu Derby-Feeling kommen. Denn Linkshänder Jan Wörner, letzte Saison bereits mit Zweitspielrecht, ist nun fest bei den Siegerländern. Und auch Jonas Müller, der sich beim TVH nicht durchsetzen konnte, erhofft sich beim TuS mehr Spielanteile im stark besetzten Rückraum, zudem auch noch der Ex-Hüttenberger Jonas Faulenbach gehört. "Wir können auf Ausfälle, von denen wir aber hoffentlich verschont bleiben, reagieren", erläutert der Sportliche Leiter Mirza Sijaric den breiten Kader. Der zudem mit den beiden Linkshändern Jan Wicklein (aus Bad Neustadt) und Lukas Zerbe (TBV Lemgo), dem Neffen von Handball-Legende Volker Zerbe, verstärkt wurde.

TV Großwallstadt

Der Altmeister TV Großwallstadt ist zurück im Profi-Handball. Nachdem 2015 die Lizenz aufgrund von Etatlücken nicht erteilt wurde, will der Traditionsverein nun wieder in der 2. Liga Fuß fassen. "Es ist eine riesige Aufbruchstimmung zu merken", freut sich nicht nur TVG-Geschäftsführer Walter Klug. In der altehrwürdigen Elsenfelder Untermain-Halle, die schon manche hochkarätige Handballschlacht erlebt hat und die kostengünstiger als die Arena in Aschaffenburg ist, soll der Grundstock für den Ligaerhalt gelegt werden. Dazu wurde mit Jan-Steffen Redwitz aus Eisenach ein Torwart geholt, der beim vorletzten Hüttenberger Bundesligaabenteuer Erstligaerfahrung sammelte. Von dieser hat Rechtsaußen Michael Spatz jede Menge aus besseren Großwallstädter Zeiten, aber auch einem Jahr beim TVB Stuttgart.

VfL Eintracht Hagen

Nach einer erfolgreich auf Rang zwölf abgeschlossenen Vorsaison, mit der man nach dem Aufstieg aus der 3. Liga sehr zufrieden war, will Hagen in der bevorstehenden Runde noch früher den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen. Dazu haben Trainer Niels Pfannenschmidt und Sportdirektor Michael Stock u. a. Tim Stefan nach Hagen gelockt, der zuletzt in Hüttenberg nicht mehr zum Zuge kam. Zudem wurde mit Nils Dresrüsse im Tor ein weiterer Akteur mit Erstliga-Erfahrung verpflichtet. Auf Halbrechts kehrt nach Kreuzbandriss Jan-Lars Gaubatz ins Team zurück und muss dort den Abgang des Holländers Jan von Boenigk kompensieren. Zudem hat man drei hoffnungsvolle Talente geholt, die zusammen mit drei Akteuren aus der Bundesliga-A-Jugend eine Investition in eine erfolgreiche Zukunft sein sollen.

HSV Hamburg

Mit dem HSV Hamburg ist in der kommenden Saison ein weiterer ruhmreicher Name in der 2. Liga am Start. Die Hansestädter betreten damit absolutes Neuland nach zwei Jahren in Liga drei und zuvor der überaus erfolgreichen Zeit in der Bundesliga. Meister 2011, Champions League Sieger 2013, Insolvenz 2016 – die letzten Jahre waren ereignisreich. Übrig geblieben aus den Erfolgsjahren sind Meistertrainer Martin Schwalb als nun Vizepräsident und der ehemalige Nationallinksaußen Torsten Jansen. Der 41-Jährige feierte in seinem Debütjahr als Trainer gleich den Aufstieg und kann weiter auf seinen ehemaligen Mannschaftskameraden, den 37-jährigen Weltmeister und Olympiasieger Blazenko Lackovic bauen. Zudem holte man für das Tor den 2,05-m-Hünen Aron Rafn Edvardsson, Nationalkeeper Islands. Dafür beendete Vereinslegende Stefan Schröder nach 13 Jahren im Verein seine Karriere, wird aber im Marketingebereich tätig sein.

ASV Hamm-Westfalen

Mit einem neuen Rückraum Richtung 1. Liga? Der Aufstieg käme zwar ein Jahr zu früh für das 2015 ausgegebene Motto 2-5-1 (aus der 2. Liga in fünf Jahren in die erste) des ASV Hamm-Westfalen. Doch Trainer Kay Rothenpieler, seit 2001 fast durchgängig als Trainer, Manager und/oder Sportlicher Leiter in Hamm tätig, formuliert offensiv. "Nettelstedt ist der Favorit. Danach werden viele Mannschaften um die Spitze kämpfen. Dazu gehören auch wir." Dafür hat man personell kräftig umgebaut und u. .a. die erstligaerfahrene Rückraumreihe Oliver Milde (Füchse Berlin), Mittelmann Sören Südmeier (GWD Minden) – für den Neu-Hüttenberger Björn Zintel – und Ex-TVH-Akteur Stefan Lex verpflichtet. Und auch der Neuzugang auf der Torhüterposition, Oliver Krechel, hat mit Coburg bereits Bundesligaluft geschnuppert. Die Luft, die man in Hamm bald auch wieder einsaugen möchte.

TuS N-Lübbecke

Der absolute Meisterschaftsfavorit. So stufen 18 von 20 Zweitliga-Trainer (bei zwei Enthaltungen) den TuS N-Lübbecke ein. Doch Vorsicht! Auch vor der letzten Erstliga-Saison war man sich sicher, dass der damalige Zweitliga-Meister die besten Karten der drei Aufsteiger für den Klassenerhalt hat. Es kam aber bekanntlich anders. Und so geht die Mannschaft von Trainer und Ex-Nationalspieler Aaron Ziercke, an dem man beim TuS festhielt, die Saison "mit demselben Kader an, mit dem wir auch in der Bundesliga gespielt hätten. Daher können wir uns vor der Favoritenrolle nicht wegducken", sagt Geschäftsführer Torsten Appel. Also mit hochkarätigen Neuzugängen wie Peter Strosack (Leipzig), Marian Orlowski (Stuttgart), Valentin Spohn (Balingen) und dem polnischen Kreisläufer Patryk Walczak. Die sollen die Abgänge des Abwehr-Mittelblockes Nils Torbrügge (HSG Wetzlar) und Piotr Grabarczyk, sowie der weiteren Leistungsträger Tim Remer, Ante Kaleb und Pontus Zettermann wett machen.

VfL Lübeck-Schwartau

Führt die Steigerung in die Handball-Bundesliga ? Von Platz 13 über Rang sechs auf den dritten Platz in der Vorsaison führte der Weg des VfL Lübeck-Schwartau. "Als ›Best of the rest‹ sind wir jetzt die Gejagten", weiß Jan Schult, der dienstälteste Spieler. Der aber auch ahnt: "Die letzte Saison zu bestätigen, wird schwer." Mit den Transfers von Rechtsaußen Finn Kretschmer vom Bundesligisten TBV Stuttgart und Spielmacher Dadi Runarsson aus Balingen holte der VfL sinnvolle Kräfte in den starken Kader. Über den Isländer schwärmt Trainer Torge Greve: "Dadi verfügt über eine fantastische Spielübersicht und ist zudem extrem torgefährlich." Und die beste Liga-Abwehr der Vorsaison ist ein großer Verdienst des starken Torhütergespannes Marino Mallwitz und Dennis Klockmann. Zudem hat die starke Zuschauerresonanz im letzten Jahr zu weiterer finanzieller Entspannung gesorgt.

HSG Nordhorn-Lingen

Ein weiterer Kandidat für die obere Tabellenhälfte ist die HSG Nordhorn-Lingen. Die schlechteste Platzierung der letzten Jahre mit Rang zehn datiert bereits aus dem Jahr 2012. Und so formuliert man natürlich das obere Tabellendrittel als Saisonziel. Auch wenn Trainer Heiner Bültmann, der bereits seit 2006 im Amt ist, weiß, dass "die Liga wieder richtig stark sein wird." Doch die Grafschafter haben drei gestandene Neue verpflichten können. Mit Bart Ravensbergen kommt ein niederländischer Nationalspieler als Verstärkung für das Tor. Mit den Rückraumakteuren Georg Pöhle (Emsdetten) und Julian Possehl (Hamm) hat die HSG nicht nur Torgefahr, sondern auch Abwehrstärke dazubekommen, sodass man ohne Abwehr-Angriff-Wechsel agieren kann, "womit wir noch mehr Tempo gehen können", freut sich der Trainer.

HC Rhein Vikings

Vor zehn Jahren noch in Liga fünf, hat der HC Rhein Vikings im Vorjahr in seiner ersten Saison auf Platz 14 sicher die Liga zwei gehalten. Der Weg geht also stetig nach oben bei dem Neuss-Düsseldorfer Projekt. Dennoch hat es in diesem Sommer im administrativen Umfeld einen fast erdrutschartigen Umbruch gegeben, der aber der Mannschaft erspart blieb. Zwar verlor man mit Heider Thomas und Dennis Aust zwei Korsettstangen der starken 6:0-Deckung, dafür konnte man auf allen drei Rückraumpositionen aber mehr Durchschlagskraft verpflichten. Der von Frisch Auf Göppingen ausgeliehene Srdjan Predragovic und der bosnische Nationalspieler Ivan Milas als Schützen sollen vom Ex-Wetzlarer Spielmacher Philipp Pöter in Szene gesetzt werden. Trotzdem formuliert Trainer Ceven Klatt den Klassenerhalt als Saisonziel.

DJK Rimpar Wölfe

Auch die DJK Rimpar Wölfe bringen zum Gastspiel in Mittelhessen einen Ex-Hüttenberger mit. Bei den Franken, die in der vorletzten Saison noch am letzten Spieltag vom Aufsiegsplatz rutschten und u. a. dem TVH den Vortritt lassen mussten, teilt sich der neue Kapitän "Paddi" Schmidt die Spielmacherrolle mit Routinier Benjamin Herth. Die Bestätigung von Vorjahresplatz acht wird eine Herkulesaufgabe für den rein deutschen Kader. Denn nach dem Verlust von Kreisläufer Jan Schäffer bereits in der Rückrunde der Vorsaison zum HC Erlangen haben nun die beiden Urgesteine Stefan Schmitt und Sebastian Kraus ihre Karriere beendet. "Stefan Schmitt ist nicht zu ersetzen", trauert Trainer Matthias Obinger dem Kapitän nach. Denn einen Ersatz für den emotionalen Anführer, der zugleich Abwehrchef, aber auch Rückraumschütze war, konnten sich die Wölfe aufgrund des schmalen Etats nicht leisten.

Wilhelmshavener HV

Nur geringfügig personell verändert geht der Wilhelmshavener HV in die neue Saison. Die Jadestädter, im letzten Jahr mit Rang 16 auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ins Ziel gekommen, befinden sich nach Rang zwölf und sechs in den Jahren zuvor auf dem absteigenden Ast. Zudem hat man mit Kay Smits den Leistungsträger der vergangenen Jahre verloren (nach Dänemark) und der Ex-Essener Rechtsaußen Evgeny Vorontsov wird wegen einem Schlüsselbeinbruch in der Vorbereitung lange fehlen. Lange weg war auch René Drechsler. Der Halbrechte, in der Saison 2015/16 noch zum Spieler der Saison gewählt, hat seine schwere Knieverletzung überwunden und soll wieder eine Säule des Wilhelmshavener Spieles werden.

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