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Was machen wir? Hüttenbergs Trainer Frederick Griesbach und Co-Trainer Johannes Wohlrab beratschlagen über das weitere Vorgehen. Das 22:23 gegen die DJK Rimpar ist dennoch nicht zu verhindern gewesen.

Handball

Kein Happy end für Hüttenberg

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Erste Heimspielniederlage in der 2. Handball-Bundesliga für den TV 05/07 Hüttenberg. Die TVH-Handballer müssen sich den DJK Rimpar Wölfen mit 22:23 (7:11) geschlagen geben.

Dabei hatten es die Hausherren in den letzten 90 Sekunden sogar noch in der Hand, den Ausgleichstreffer zu setzen. "Aber wir haben in der letzten Aktion den Plan nicht komplett umgesetzt", ärgerte sich Trainer Frederick Griesbach nach dem Schlusspfiff. Der musste aber "neidlos anerkennen, dass der Rimparer Sieg verdient ist."

Zwar startete seine Mannschaft furios und lag in der sechsten Minute mit 4:1 in Front nachdem sich Linkshänder Dieudonné Mubenzem im Rückraum durchgekämpft hatte. Doch der gute Start war schnell verflogen. "Wir sind etwas zu ungenau geworden. Die Passqualität hat gefehlt und wir haben uns damit selbst aus dem Tritt gebracht", hatte Frederick Griesbach erkannt. "Dadurch bekommen wir vier Tempogegenstöße, die das Spiel drehen. Diesem Rückstand laufen wir dann lange hinterher."

Sein halblinker Rückraumspieler Markus Stegefelt, mit 7/4 Toren bester TVH-Werfer, wurde noch deutlicher. "Ich habe zwar sieben Tore gemacht, war aber vielleicht der schlechteste Spieler auf dem Feld", bilanzierte der Schwede selbstkritisch. Durch die Fehlpässe von mir und Dido (Dieudonné Mubenzem - die Red.) liegen wir zur Halbzeit 7:11 hinten."

Denn Rimpar, mit reichlich Selbstbewusstsein aus zuletzt drei Siegen angereist, nahm die Einladung der Hausherren dankend an. Ein 5:0-Lauf brachte die Gäste schon in der zehnten Minute durch einen Tempogegenstoß von Kreisläufer Michael Schulz in Front. Und auch in der Folgezeit bissen sich die Blau-Weiß-Roten an der besten Abwehr der Liga, hinter der überraschend Andreas Wieser das Tor hütete, der aber keinesfalls dem eigentlichen Stammkeeper Max Brustmann nachstand, die Zähne aus. Zwar konnte Markus Stegefelt mit einem Kempa-Tor unter starker Bedrängnis nach Pass von Merlin Fuß in der 22. Minute den 7:8-Anschluss herstellen. Doch nach den gerade einmal drei Toren in der Viertelstunde nach dem 4:1 nahmen sich die TVH-Handballer bis zu Pause noch einmal eine Offensivflaute, so dass Rimpar einen 11:7-Vorsprung mit in die Kabine nehmen konnte. "Die Grundlage unseres aktuellen Erfolges ist unsere bewegliche Abwehr", war Gäste-Trainer Ceven Klatt, dessen Mannschaft sich mit dem Sieg in Hüttenberg mit 11:3 Punkten erst einmal etwas überraschend an der Tabellenspitze einnistet, natürlich zufrieden.

Denn auch in der zweiten Hälfte sah es lange so aus, dass die Wölfe das Spiel souverän nach Hause bringen sollten. Weiterhin war das Hüttenberger Angriffsspiel zu fehlerbehaftet und auch zu unentschlossen, um den Rimparer Abwehrriegel zu knacken. Nach dem 9:13 durch Kreisläufer Moritz Lambrecht, als endlich einmal eine Überzahlsituation konsequent genutzt wurde, lag man in der 40. Minute nach einem weiteren Treffer von Michael Schulz gar mit 10:15 zurück. Dennoch kämpfte sich der TVH in der 48. Minute beim 16:18 durch Björn Zintel wieder in Schlagdistanz.

Der Mittelmann war das Synonym für die nun aufflackernde Angriffskraft, war dies doch sein dritter Treffer, nachdem er in der 44. Minute überhaupt erstmals erfolgreich war. Da aber sein Bodenpass im folgenden Angriff nicht den Weg zu Moritz Lambrecht fand und auch Hendrik Schreiber mit einem überhasteten Abschluss die Chance zum Anschluss liegen ließ, zogen die Gäste wieder zum 22:17 in der 54. Minute davon, als Andreas Wieser in Unterzahl ins leere TVH-Tor traf.

"Da war das Spiel eigentlich durch, aber der TVH macht es dann gut", erklärte Ceven Klatt, warum es noch einmal eng wurde. Denn nach dem 23:19 von Julian Sauer nahm TVH-Torwart Nikolai Weber dem Gäste-Rechtsaußen zwei freie Bälle weg. Dagegen verwandelte Markus Stegefelt zum zweiten Mal einen Abpraller, nachdem er den Siebenmeter nicht direkt unterbringen konnte. Zudem trafen Moritz Zörb vom Kreis sowie Björn Zintel in der zweiten Welle.

22:23 und noch 90 Sekunden auf der Uhr. Doch dieses Mal sollte es nicht mehr für den TVH reichen, der sich nun mit 5:9 Punkten direkt vor den vier Abstiegsplätzen befindet. Rimpar dagegen geniest den Blick auf die Tabelle, wo man mit 11:3 Punkten auf dem Aufstiegsplatz zwei steht.

Hüttenberg: Plaue, Weber; Fuß (1), Sklenák, Belter, Lambrecht (2), Rompf (2), Zörb (1), Fernandes, Stegefelt (7/4), Mubenzem (3), Hübscher, Zintel (4), Klein, Schreiber (2).

Rimpar: Wieser (1), Brustmann; Schömig (7/5), Böhm (2), Karle, Gempp, Schmidt (1), Kaufmann, Siegler (1), Meyer (2), Schulz (3), Backs, Brielmeier (3), Herth, Sauer (3).

Stenogramm / SR: Lier/Lier (Stuttgart). - Zuschauer: 1160. - Zeitstrafen: 8:8 Minuten. - Siebenmeter: 6/4:5/5.

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