Handball

TV Hüttenberg will sich zu Hause vom Druck befreien

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Mit Beginn der Adventszeit geht die 2. Handball-Bundesliga auf die Zielgerade der Hinrunde. So empfängt der TV 05/07 Hüttenberg am Samstag den Rangletzten HC Rhein Vikings.

Die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic will am Samstag um 19.30 Uhr im hiesiegen Sportzentrum gegen den Tabellenletzten nicht nur den Heimfluch besiegen, sondern auch – erstmals in dieser Saison – den zweiten Sieg in Folge einfahren.

Status Quo: Nach acht Heimspielen nur drei Siege und ein Unentschieden. Mit der aktuellen Bilanz von 7:9 Punkten steht der TVH auf einem Abstiegsplatz in der Heimtabelle. Was absolut verwundert, stehen doch die Fans wie eine Wand hinter den Blau-Weiß-Roten. Und auch der da noch verletzte Rechtsaußen Daniel Wernig hatte beim letzten Heimspiel als Glücksfee der Tour der Hoffnung gesagt, dass er "unheimlich Bock darauf hat, wieder in unserem Wohnzimmer zu spielen". Trainer Emir Kurtagic glaubt, dass "sich die Jungs zu Hause vielleicht selber zu viel Druck machen. Daher fällt es uns aktuell auswärts fast ein bisschen leichter". Die ersten drei Heimspiele gingen mit 1:5 Punkten genauso in die Hose wie die Heimaufgaben gegen Elbflorenz und Emsdetten. Zu was die Mannschaft fähig ist, konnte sie aber nicht nur auswärts zeigen. Die Heimsiege gegen Lübeck-Schwartau und Ferndorf entsprangen starken Auftritten, die es zu wiederholen gilt. Denn es liegen aktuell nur vier Punkte zwischen Rang neun und dem Drittletzten. Dazwischen rangiert der TVH auf Tabellenplatz elf.

Die beste Halbzeit der Saison? 16:4 nach 23 Minuten, nachdem man die Gastgeber fast 13 Minuten erfolglos gegen das Hüttenberger Abwehr-Bollwerk anrennen ließ. Eine Angriffseffizienz von 90 Prozent. Keine Hamburger Torhüter-Parade bis zum Pausenpfiff. 20 Tore in 30 Minuten. Die erste Halbzeit vor Wochenfrist in Hamburg war, gerade nach dem Heimauftritt gegen Elbflorenz, mehr als beeindruckend und die richtige Antwort auf diesen erschreckend schwachen Auftritt.

Dass dies, auch durch die dünne Personaldecke (Mario Fernandes und Dieudonné Mubenzem verletzt, Daniel Wernig nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause erstmals wieder dabei) begründet, nicht komplett durchzuziehen war, verwundert nicht. Dennoch sollten diese 30 Minuten den Handballern aus Hochelheim und Hörnsheim genügend Vertrauen in die eigene Stärke gegeben haben. "Wir sind durch die Ausfälle noch näher zusammengerückt", hat Trainer Emir Kurtagic erkannt.

Emotionen: Erster Ballkontakt – Paß zum Kempa-Tor von Björn Zintel. Rechtsaußen Daniel Wernig ist der Mann für die besonderen Momente. Das hat er gleich in den vier Minuten bei seinem Comeback gezeigt. Klar darf man nach so langer Pause keine Wunderdinge von dem Linkshänder erwarten, der aber mit seinem Instinkt-Handball eine zuletzt fehlende Brise ins Hüttenberger Spiel einbringen kann. Und die Emotionen, die das Hüttenberger Spiel tragen können.

Die Rhein Vikings als richtiger Heim-Aufbaugegner? Das hatte man schon vor zwei Wochen beim Gastspiel des Vorletzten HC Elbflorenz gedacht. Die Spielgemeinschaft aus Neuss und Düsseldorf hat mit erst drei Punkten auf der Habenseite klar die Rote Laterne und bereits zehn Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

Seit nunmehr elf Spielen sind die Gäste punktlos. Auch der Trainerwechsel auf Jörg Bohrmann am 1. Oktober brachte bisher kein Erfolgserlebnis. Dennoch warnt Kurtagic. "Sie zu unterschätzen, wäre fahrlässig. Sie haben in den letzten Spielen viel mit einer offensiven Deckung und dem siebten Feldspieler agiert. Das sind Versuche, zurück in die Saison zu kommen. Ich denke, dass sie uns vor einige Herausforderungen stellen werden."

Wie bewertet Trainer Kurtagic die eigene Lage? "Nun sind wir hoffentlich in der Saison angekommen, um noch mal fünf Wochen bis zur Pause Vollgas zu geben." Zudem hat er Hoffnung, dass am Samstag auch wieder Linkshänder Dieudonné Mubenzem einsetzbar sein könnte. Gut möglich, dass dann auch alle TVH-Fans, wie bereits die Abordnung in Hamburg, zum Ende hin "Oh, wie ist das schön" anstimmen.

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