TV 05/07 Hüttenberg

TV Hüttenberg vor dem ultimativen Kellerduell

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Am Samstag gilt es für den TV Hüttenberg. Ein Bundesliga-Sieg über TuS N-Lübbecke, den Mitaufsteiger, ist Pflicht, wollen die Kurtagic-Schützlinge nicht am Tabellenende kleben bleiben.

Am Samstagabend um 20.30 Uhr muss die Sporthalle Ost in Gießen brennen. Auf den Rängen – und ganz besonders natürlich auf dem Spielfeld. Denn am 16. Spieltag der Handball-Bundesliga empfängt der TV 05/07 Hüttenberg Mitaufsteiger TuS N-Lübbecke zum Kellerduell. Ein Sieg, und damit der erste unter Trainer Emir Kurtagic, wäre sehr wichtig.

Ein Sieg ist Pflicht: Das sieht nicht nur Rückraumakteur Dominik Mappes so. "Wir spielen zu Hause. Da wollen und müssen wir gewinnen", hatte er bereits am letzten Samstag direkt nach der Partie in Kiel gar nicht erst versucht, um den heißen Brei herumzureden, sondern die Bedeutung der Partie ganz klar verdeutlicht. Denn der TVH hat am letzten Spieltag die Rote Laterne vom Samstags-Gegner übernommen. Ein Sieg nach zuletzt sechs Niederlagen wäre nicht nur der erste mit dem seit fünf Spielen auf der Bank verantwortlichen Emir Kurtagic. Man würde damit auch den Gegner wieder ans Tabellenende schieben.

Anschluss ans untere Mittelfeld möglich

Je nachdem wie die anderen Partien des Spieltages verlaufen, könnte man sogar bis auf Rang 15 vorpreschen und damit den Anschluss zum unteren Mittelfeld herstellen. Selbst ein Punkt wäre zu wenig. Denn damit würde man weiter hinter Lübbecke auf einem Abstiegsplatz stehen und maximal die Eulen Ludwigshafen auf den letzten Platz schieben, wenn diese gegen den Meister Rhein-Neckar Löwen leer ausgehen sollten. Da zudem zum Vorrundenabschluss das Auswärtsspiel beim bisher überraschend starken Tabellendritten TSV Hannover-Burgdorf kaum Aussicht auf Punkte macht. Und auch in den letzten beiden Begegnungen dieses Jahres und somit vor der EM-Pause gegen den SC DHfK Leipzig und in Göppingen ist nicht mit Punkten zu rechnen.

Dennoch wiegelt TVH-Trainer Emir Kurtagic ab. "Über die Wichtigkeit brauchen wir nicht reden. Jeder weiß, um was es geht. Aber wir müssen uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Am wichtigsten ist, dass wir gut vorbereitet sind und mit einem guten Gefühl ins Spiel gehen. Ein Sieg wäre wunderbar. Wenn wir danach wieder fünf Spiele verlieren, hilft das auch nicht viel. Es sind noch viele Spiele."

Mappes ins All-Star-Team gewählt

Die Schlüsselspieler: Speziell in den letzten beiden Heimspielen hat beim TVH der noch 22-jährige Dominik Mappes eindrucksvoll gezeigt, dass er auch in der Bundesliga dem Spiel seiner Mannschaft den Stempel aufdrücken kann. Dies blieb auch der geballten Kompetenz der Bundesliga-Trainer nicht verborgen, die Mappes für das All-Star-Game 2018 ins Team wählten. "Ohne meine Mitspieler wäre das so nicht möglich. Handball ist immer noch ein Teamsport", sieht er dies auch als Auszeichnung für das gesamte Team. Und nimmt daher das Kollektiv in die Pflicht. "Wir sind dafür verantwortlich, die freien Bälle reinzumachen", ließ das Eigengewächs schon nach dem Schlusspfiff in Kiel keine Ausreden gelten. Da nicht nur er erkannte, dass eine bessere Verwertung zum Teil klarster Chancen einen engeren Spielausgang verhinderte.

Die Ostwestfalen bauen auf ihre kompakte und körperlich sehr robuste Deckung um Abwehrorganisator Piotr Grabarczyk. Der 35-jährige Kreisläufer mit der Erfahrung von über 100 Länderspielen für sein Heimatland Polen hält hinten den Laden so gut zusammen, dass man in der letztjährigen Aufstiegssaison die mit Abstand beste Defensive stellte und auch aktuell die neuntbeste Abwehr der Liga besitzt. Bangen muss Nettelstedt um seinen Rückraum-Halblinken Marko Bagaric. Der bisher erfolgreichste Schütze seine Mannschaft, einer von vier Sommer-Neuzugängen, hat Wadenprobleme, wodurch sich ein möglicher Einsatz erst kurzfristig entscheidet.

Mut, Ruhe und Fokus gefordert

Das sagt Emir Kurtagic: "Wir brauchen nicht die Köpfe hängen lassen." Nicht nur ihm sollte der Auftritt in Kiel Mut gemacht haben. Aber er weiß auch: "Das wird sehr schwer. Nettelstedt hat fünf seiner Punkte auswärts geholt, weil sie da konzentrierter auftreten." Daher fordert der 37-Jährige von seiner Mannschaft. "Wir müssen ruhig und fokussiert bleiben. Dafür müssen wir in der Abwehr unsere Aggressivität und Konzentration über längere Zeit aufrechterhalten."

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