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Hüttenberg trifft auf ASV Hamm-Westfalen

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Emir Kurtagic muss improvisieren. Der Trainer des TV Hüttenberg muss vor dem Zweitliga-Heimspiel am Samstag gegen den ASV Hamm-Westfalen personell einiges bewerkstelligen.

Nach der ernüchternden Heimpleite vor zwei Wochen gegen die im Abstiegskampf steckende Eintracht aus Hagen hat Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg am Samstagabend zur gewohnten Anwurfzeit um 19.30 Uhr die Chance, sich mit seinen Fans wieder zu versöhnen. Doch nicht nur, dass mit dem ASV Hamm-Westfalen ein anderes Kaliber im Sportzentrum vorstellig wird, die Vorzeichen dürften generell besser sein.

Beim TVH grassiert die Verletzungsseuche – Torwart Fabian Schomburg bereits seit Wochen wegen Rückenbeschwerden außer Gefecht. Rechtsaußen Daniel Wernig schon längere Zeit auf der Ausfallliste. Linkshänder Ragnar Jóhannsson drei Wochen mit einem Muskelfaserriss zum Pausieren gezwungen, und nun in den letzten beiden Auswärtsspielen erst Kapitän Mario Fernandes und dann in Großwallstadt auch noch Moritz Zörb, jeweils mit Riss des Syndesmosebandes, bis zum Saisonende verloren. Da sind das Umknicken von Björn Zintel, welches ihn gegen Hagen zuschauen ließ, und die muskulären Probleme von Dieudonné Mubenzem schon fast keine Erwähnung mehr wert. Und auch schon fast vergessen ist, dass Nachwuchstalent Malvin Werth sich gleich zu Saisonbeginn einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Wie will Kurtagic reagieren? – Binnen zwei Wochen die beiden Abwehrchefs der 3:2:1-Deckung verloren und die Nummer drei auf dieser Position ebenfalls verletzt. TVH-Trainer Emir Kurtagic steht, speziell in der Deckung, vor einer großen personellen Herausforderung. "Klar, das wird nicht einfach. Aber ich denke, dass wir eine Formation stellen können, die über eine gewisse Zeit gut funktioniert. Da kommen auch eine 6:0- oder 5:1-Deckung mit Skleni (Tomáš Sklenák – Anm. der Red.) auf der Spitze in Frage. Schwierig wird es, wenn einige Spieler Pausen brauchen." Zwar kann der TVH in der Deckung also nicht auf gewohnte Automatismen setzen.

Dem Gegner hat diese neue Situation aber sicherlich die Spielvorbereitung auch nicht leichter gemacht. "Jammern hilft nicht. Wichtig ist, dass die Jungs die Herausforderung annehmen und nach vorne schauen. Jeder muss in der Abwehr einen Schritt mehr machen", ergänzt der Coach, der mit Moritz Lambrecht zumindest im Angriff noch über einen gelernten Kreisläufer verfügt. Welcher allerdings als Deckungsspezialist auch dort viele Körner lässt und mit seinen Kräften haushalten muss. Gut möglich also, dass mit Till Bastian Uth ein weiteres Nachwuchstalent bis zum Saisonende noch etliche Zweitligaminuten sammeln wird. Gut auch, dass man nach dem Sieg in Großwallstadt zuletzt immerhin zehn spielfreie Tage hatte, in denen die angeschlagenen Spieler ein bisschen regenerieren konnten. So wie auch der zuletzt erkältete Trainer.

Hamm – ein Aufstiegskandidat? – Der ASV Hamm-Westfalen hatte sich schon vor der Runde verbal im Rennen um die Aufstiegsplätze positioniert. Elf Spieltage vor dem Rundenende hat man jetzt bei vier Punkten Rückstand auf den Zweiten aus Coburg dieses Ziel noch nicht aus den Augen verloren. Mit einem 35:22-Kantersieg gegen den Tabellenletzten HC Rhein Vikings besserte die Mannschaft von Trainer Kay Rothenpieler, seit 2001 mit kleinen Pausen Trainer in Hamm, am letzten Wochenende zudem ihr Torverhältnis auf. Auffallend beim ASV ist die Ausgeglichenheit des Kaders, die sich unter anderem in der recht gleichmäßigen Verteilung der Treffer widerspiegelt. Einen Topscorer sucht man bei den Westfalen vergebens. Doch zwischen dem besten Schützen, Rechtsaußen Lukas Blohme (79), und dem neunterfolgreichsten Fabian Huesmann (52) auf der anderen Flügelseite liegen gerade einmal 27 Tore.

Rothenpieler kann also ohne großen Quali-tätsverlust durchwechseln. Ein nicht zu unterschätzender Trumpf bei dieser langen Saison. "Hamm spielt eine hervorragende erste Welle, hat eine gute Abwehr mit starken Torhütern", weiß Emir Kurtagic. "Aber wir haben im Hinrundenspiel in Hamm gepunktet und ein gutes Spiel gemacht." Gegen eine Wiederholung wäre aus Hüttenberger Sicht wohl nichts einzuwenden.

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