Handball

TV Hüttenberg: Prieto hört das SOS-Signal

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Carlos Prieto ist wieder am Ball: Ab sofort für den Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg. Dabei will er bei den Mittelhessen bis zum Sommer aushelfen und sich fit halten.

Die Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg kämpfen bereits die ganze Saison über mit Verletzungsproblemen. Dass aber die Personalnot speziell auf einer Position, nämlich dem zentralen defensiven Part der 3:2:1-Deckung, also der Schaltzentrale gepaart mit der Rolle des Kreisläufers, so zuschlägt, ist schon ungewöhnlich. Daher mussten die Verantwortlichen nach den Ausfällen von Kapitän Mario Fernandes, Moritz Zörb und Nachwuchstalent Malvin Werth handeln und präsentierten im letzten Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen (22:25) einen prominenten Neuzugang: Carlos Prieto, 39-jähriger Spanier, ausgestattet mit der Erfahrung aus knapp 100 Länderspielen, drei Champions-League-Triumphen und vielen hochklassigen Stationen, nicht nur in seiner Heimat, sondern auch im europäischen Ausland.

Auch Bundesligaluft schnupperte der 2,03-Meter-Hüne bei den Rhein-Neckar Löwen, dem Bergischen HC und zuletzt drei Jahre beim Nachbarn HSG Wetzlar. Nach einer Pause und einer Saison beim Landesligisten SG Lollar/Ruttershausen hat ihn der Notruf des TVH erreicht, für den er nun nach seiner aktiven Abstinenz seit letztem Sommer bis zum Saisonende aushilft. Es könnte eine Win-win-Situation für beide Seiten werden. Denn Prietos "Ziel, fit zu bleiben", kann er nun unter Trainer Emir Kurtagic verfolgen. Und dabei zugleich im Angriff Moritz Lambrecht und dem am letzten Samstag in der Rolle des Abwehrchefs überzeugenden Markus Stegefelt die nötigen Pausen zu verschaffen.

Herr Prieto, wie kam es zu dem kurzfristigen Engagement beim TV Hüttenberg?

Carlos Prieto: Das habe ich nicht erwartet und es war nicht geplant. Aber es macht immer Spaß, und es ist schön, wenn ich helfen kann. Trainer Emir Kurtagic hat mich kontaktiert. Wir kennen uns aus seiner Zeit in Gummersbach. Dann habe ich mich mit dem TVH beschäftigt und es haben mich auch ein paar Berater angesprochen. Aber ich habe das dann direkt mit Emir und den Geschäftsführern geklärt.

Sie waren jetzt gut neun Monate weg vom aktiven Handball und davor spielten Sie ein Jahr in der Landesliga. Da ist 2. Liga schon etwas anderes.

Prieto: Ich trainiere regelmäßig und bin fit. Natürlich nicht für eine komplette Saison, aber für zwei Monate geht das. Nach den ersten Trainingseinheiten und dem ersten Spiel fühle ich mich besser als erwartet (lacht). Aber klar, ab 34 merkt man es schon mehr. Du verlierst Kraft und Schnelligkeit. Aber du hast die Erfahrung und weißt, was du vorher gemacht hast. Zudem ist die 2. Liga eine starke und sehr professionelle Liga. Da muss man bereit sein. Einen Gegner am Kreis wie am Samstag mit über 100 kg hast du auch nicht oft in der 1. Liga.

Haben Sie sich in der kurzen Zeit schon gut eingelebt?

Prieto: Natürlich ist alles neu für mich nach fast einem Jahr ohne Handball. Mit einigen habe ich schon zusammen gespielt, das macht es einfacher. Aber ich habe noch nie in meinem Leben 3:2:1-Deckung gespielt. Da helfen mir die Jungs. Man muss immer im Leben noch dazulernen. Auch beim Handball mit 39 Jahren.

Ruhen nun Ihre anderen Aktivitäten für den TV Hüttenberg?

Prieto: Nein. Ich arbeite weiter mit dem EHF (Europäische Handball-Förderation) und bin bei Konferenzen. Zudem bin ich hier im Kreis in einem Sozialprojekt mit Kindern engagiert. Ich mache viel Support über Handball und Bildung. Und ich arbeite noch zu Hause am Computer für ein spanisches Kommunikationsunternehmen.

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