Hahn-Tor kurz vor dem Ende

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"Wir sind froh, dass dieses Mal der letzte Ball drin war", schnaufte Tobias Hahn nach dem Schlusspfiff durch. Denn nach einigen vergebenen Chancen in dieser Saison sicherte das Tor des Rechtsaußen vier Sekunden vor dem Abpfiff dem TV 05/07 Hüttenberg den 23:22 (12:12)-Sieg gegen den Dessau-Roßlauer HV.

"Wir sind froh, dass dieses Mal der letzte Ball drin war", schnaufte Tobias Hahn nach dem Schlusspfiff durch. Denn nach einigen vergebenen Chancen in dieser Saison sicherte das Tor des Rechtsaußen vier Sekunden vor dem Abpfiff dem TV 05/07 Hüttenberg den 23:22 (12:12)-Sieg gegen den Dessau-Roßlauer HV.

Der durchaus glücklich zustande kam. Denn als bei 20 Sekunden Restspielzeit auf der Uhr und drohendem Zeitspiel der Wurf von Markus Stegegfelt nur an die Latte klatschte, hatten die Gäste alle Trümpfe für einen Auswärtssieg in der Hand. Den diese aber leichtfertig und etwas übermotiviert aus der Hand gaben. Denn der Versuch, erneut den siebten Feldspieler für den finalen Angriff zu bringen, endete in einem Wechselfehler. Also Ballbesitz TVH, der in den verbleibenden zwölf Sekunden seinen Linkshänder zum Abschluss brachte. Dieser setzte unter Bedrängnis den Ball ins Netz und baute damit die Serie der Blau-Weiß-Roten auf zuletzt 7:1 Punkte in der 2. Handball-Bundesliga aus.

Freude und Erleichterung also über den Sieg, der aber alles andere als souverän war. Denn den Hausherren fehlte im Angriff über die gesamte Spielzeit das Tempo und der Fluss, um die gute Gäste-Deckung in Verlegenheit zu bringen. "Wir hatten keine Tiefe, haben nur Alibi-Handball gespielt", war Trainer Emir Kurtagic entsprechend sauer nach der Partie. Der das Problem dadurch zu lösen versuchte, dass er nach und nach seine Rückraumbesatzung wechselte. Dennoch lief der TVH nach der 3:2-Führung durch den von Tomá? Sklenák glänzend bedienten Kreisläufer Moritz Zörb in der siebten Minute und dem 4:3 des in der Anfangsphase einzig treffsicheren Ragnar Jóhannsson den Gästen hinterher. 5:8 leuchtete es nach 18 Minuten und dem Tor von Linkshänder Gregor Remke von der Anzeigetafel. Zumindest konnte Daniel Wernig vom Siebenmeterstrich mit dem Pausenpfiff noch zum 12:12 ausgleichen.

Doch auch nach Wiederbeginn spannten die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim ihre Fans auf die Folter. Weiter ohne Durchschlagskraft lag man nach einer dreiviertel Stunde wieder 15:18 hinten und hatte nach dem Seitenwechsel erst dreimal (!) getroffen. "Ich habe zu Markus Stegegfelt gesagt, ich brauche Dich. Du musst die Mannschaft zum Sieg führen", nahm der TVH-Coach seinen bis dahin wirkungslosen und gehemmt wirkenden Rückraum-Shooter in die Pflicht, der mit einem Doppelschlag seine Mannschaft zum 17:18-Anschluss warf. Und ein weiterer Doppelschlag, dieses Mal vom starken Kreisläufer Moritz Lambrecht, holte in der 53. Minute beim 20:19 die Führung zurück. Ragnar Jóhannsson ließ in der 57. Minute sogar die vermeintliche 22:20-Entscheidung folgen. "Da hätten wir den Sack zumachen können. Aber das passt zur Saison", hatte Torhüter Nikolai Weber erkannt. Denn Dessau brachte nun den siebten Feldspieler, und der starke Halbrechte Gregor Remke glich 80 Sekunden vor dem Ende schnörkellos zum 22:22 aus. Dramatik pur in der Schlussphase eines "vom Abstiegskampf geprägten Spiel" (Gäste-Trainer Uwe Jungandreas) also, das mit einem Happy End für den TVH im letzten Heimspiel vor Weihnachten endete. Und so bilanzierten sowohl Kurtagic wie auch sein isländischer Linkshänder: "Hauptsache zwei Punkte." Mit denen mal erstmals in dieser Saison das Punktekonto ausgeglichen ist.

TV Hüttenberg: Böhne, Weber; Belter, Uth, Sklenák, Lambrecht (3), Wernig (4/3), Rompf, Zörb (2), Jóhannsson (5), Stegefelt (3/1), Mubenzem (1), Hahn (1), Zintel (3), Klein (1).

Dessau-Rosslauer HV: Plaue, Motlik; Pavlicek (2/1), Hansich, Vanco (4), Mlotek, Remke (5), Wasielewski (1), Schmidt (2), Hönicke (3/3), Jungemann (1), Zimmermann, Hanner, Zele (2), Zahradnicek (2).

Im Sten: SR: Moles/Pittner (Heddesheim/Karlsruhe) – Siebenmeter: 5/4 – 6/4 – Zeitstrafen: 6 – 10 Strafminuten – Zu.: 1240.

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