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Hüttenberger Siegerkreis mit dem scheidenden Trainer Emir Kurtagic (3. v. l.).

Handball

Freude und Wehmut beim Saison-Ausklang in Hüttenberg

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Erfolgreicher und emotionaler Abschluss für die Handballer vom TV Hüttenberg in Liga zwei. Beim 32:26 gegen Rimpar hält Keeper Schomburg fünf Siebenmeter und Mubenzem erzielt acht Tore.

Die Hüttenberger Rumpftruppe hat zum Saisonabschluss noch einmal alle Kräfte mobilisiert und schließt nach dem 32:26 (18:14)-Heimsieg gegen die DJK Rimpar Wölfe die Handball-Zweitliga-Saison auf Tabellenplatz zehn ab. Doch es herrschte nicht nur Freude beim anschließenden Abschlussfest - auch viel Wehmut.

"Vielleicht kommen manche zum Nachdenken, ob die Entscheidung richtig war", verhehlte Torwart Fabian Schomburg nicht, dass er gerne weiter beim TVH geblieben wäre. Denn der 28-Jährige war gerade nach einer bärenstarken Leistung zum "Man of the Match" gekürt worden. Unter anderem fünf (!) Siebenmeter hatte der Keeper entschärft. Man wird im Archiv weit zurück gehen müssen, wann und ob überhaupt das schon einmal in der Hüttenberger Bundesligageschichte der Fall war. Zudem wurde neben dem verletzten Isländer Ragnar Jóhannsson mit Daniel Wernig ein absoluter Publikumsliebling verabschiedet. Der sich nach dem Schlusspfiff vor Umarmungen, Dankesworten und Selfie-Wünschen der Anhänger kaum retten konnte. "Ich gebe mir Mühe, gefasst zu sein. Es war eine einmalige Sache hier in Hüttenberg. Den Aufstieg zu feiern, war - mit den beiden Geburten meiner Kinder - das Emotionalste, was ich erleben durfte", war der Linkshänder ergriffen, der in seinem letzten Spiel zudem als Kapitän die Mannschaft auf das Feld führte.

Doch natürlich wurde auch Handball gespielt. Und der TVH zeigte von Anfang an, dass er sich auch ohne Mario Fernandes, Moritz Zörb, Markus Stegegfelt, Ragnar Jóhannsson und auch noch kurzfristig Torhüter Nikolai Weber (krank) erfolgreich von seinen Fans verabschieden wollte. Angeführt von dem im ersten Abschnitt äußerst treffsicheren Johannes Klein sowie Linkshänder Dieudonné Mubenzem steckte man den Auftakttreffer der Gäste schnell weg und war beim 6:3 (9. Minute) durch einen Siebenmeter von Tobias Hahn erstmals deutlicher in Führung. Und die Blau-Weiß-Roten boten ihren Fans etwas. Waren es die Siebenmeter-Paraden von Schomburg, die sehenswerten Tore von Schlitzohr Daniel Wernig, wie beim 9:7, als er einen Tempogegenstoß von Halblinks mit einem Wahnsinnsheber veredelte, oder die gnadenlose Effizienz von Mubenzem, der sich zudem in zentraler Deckungsposition erstmals als Abwehralternative präsentieren durfte. Der TVH brillierte offensiv, wo zudem auch immer wieder Moritz Lambrecht oder auch Till Bastian Uth am Kreis freigespielt wurden. So musste Gäste-Coach Prof. Dr. Matthias Obinger, der das Spiel keineswegs wegschenken wollte, bereits in der 26. Minute mit seiner zweiten Auszeit reagieren, nach der er bis zum Spielende mit dem siebten Feldspieler die Wende versuchte.

Was auch kurz nach der Pause zum Anschluss führte. Doch die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim wollten diesen Abschlusssieg. Und hauten in der Schlussviertelstunde die letzten Körner raus. Binnen fünf Minuten wurde aus dem 23:22 ein 28:23 nach einem Doppel-schlag von Wernig. Und nach Schomburgs fünfter Siebenmeter-Parade erhoben sich die begeisterten und feinfühligen Fans bereits fünf Minuten vor dem Ende von den Sitzen. So konnte Trainer Emir Kurtagic auch noch den Nachwuchsspielern ein paar Minuten geben, ehe der mit acht Toren nicht zu bremsende tschechische Nationalspieler Dieudonné Mubenzem den Schlusspunkt setzte. Der ebenfalls scheidende TVH-Coach fand es "sensationell", wie die Jungs noch einmal alles gegeben haben: "Ich habe ihnen gesagt, dass ich hoffe, etwas von ihrem Herz mit zu meiner neuen Aufgabe nach Lübbecke mitnehmen zu können."

TV Hüttenberg: Schomburg, Lorenz; Uth (2), Sklenák, Belter, Lambrecht (4), Wernig (6/2), Lauer, Rompf (2), Mubenzem (8), Hahn (4/2), Zintel (2), Klein (4).

DJK Rimpar Wölfe: Wieser, Brustmann; Schömig (1), Böhm, Karle (1), Gempp (2), Schmidt (3/1), Kaufmann (2), Meyer, Bauer (4), Schulz (2), Backs (3), Brielmeier (5), Herth (3/1), Sauer.

Schiedsrichter: Heinz/Lenhardt (Neuhausen/Göppingen) - Zuschauer: 1208 - Zeitstrafen: 6 - 10 (Strafminuten) - Siebenmeter: 4/4 - 7/2.

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